alt=Das Gorleben Archiv in Lüchow|mini|Das Gorleben Archiv in Lüchow Das Gorleben Archiv ist ein Archiv von unten mit Sitz in Lüchow in Niedersachsen. Es sammelt und archiviert historisches Material über den Atomstandort Gorleben. Das Archiv wurde 2001 gegründet und hat den Status eines eingetragenen Vereins.

Hintergrund 1973 begann die Suche nach einem geeigneten Salzstock als kerntechnisches Endlager für radioaktiven Abfall in Deutschland. 1977 entschied sich die Niedersächsische Landesregierung für geologische Erkundungen im Salzstock Gorleben-Rambow und benannte Gorleben als Standort für ein Nukleares Entsorgungszentrum (NEZ). Gegen dieses Vorhaben regte sich im Landkreis Lüchow-Dannenberg Widerstand. In der Folge wurde Gorleben für die bundesdeutsche Anti-Atomkraft-Bewegung zu einem Kristallisationspunkt in der Auseinandersetzung um die Kernenergie. Es entwickelte sich eine der bedeutendsten Protestbewegungen der Nachkriegszeit.

Beschreibung Das Gorleben Archiv sichert das Wissen zum gesellschaftlichen Konflikt um den Atomstandort Gorleben. Es stellt seine Sammlungen der Öffentlichkeit und Forschung zur Verfügung. Beispielsweise betreute das Archiv im Jahr 2015 rund 150 Einzelnutzer und Besuchsgruppen.15 Jahre Gorleben-Archiv: umfassende Dokumentation des Widerstands bei wendland-net vom 24. März 2016 Ab 2016 nutze der Archäologe Attila Dézsi von der Universität Hamburg das Archiv für seine archäologische Untersuchung der „Republik Freies Wendland“.Archäologische Erforschung der Freien Republik Wendland bei Gorleben-archiv.de

Exponate des Gorleben Archivs wurden bereits in mehreren Ausstellungen präsentiert, wie im Museum Lüneburg und im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig. Im Deutschen Technikmuseum Berlin wird die Sendeanlage des Piratensenders Radio Freies Wendland in der Dauerausstellung im Bereich Verbotene Kommunikation gezeigt.Historischer Sender tauchte wieder auf bei nd vom 24. September 2015

Bis 2026 stellte das Gorleben Archiv Informationstafeln an 10 von 40 geplanten geschichtsträchtigen Plätzen auf, die für verschiedene Aspekte des Gorlebenprotestes stehen. Dazu hatte es eine Förderung der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte und der Umweltstiftung Greenpeace erhalten.Gorleben-Widerstand: Orte der Demokratiegeschichte bei wendland-net vom 21. März 2026

2021 hatte der Verein 230 Mitglieder. Er ist als gemeinnützig anerkannt. Eine Mitbegründerin des Vereins ist die Atomkraftgegnerin Marianne Fritzen. Die Archivarbeit finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Förderungen für einzelne Projekte. Die praktische Archivarbeit wird von einer hauptamtlichen Kraft und einem Team von ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet.

2021 besuchte die damalige Präsidentin des Niedersächsischen Landtags Gabriele Andretta das Gorleben-Archiv und äußerte, dass sie das Archiv für ein bedeutendes Gedächtnis einer bundesweit relevanten Widerstandsbewegung hält.Gorleben-Archiv: „Ein Lernort für Demokratie“ bei wendland-net vom 5. September 2021

Archivbestände mini|Gorleben Archiv Zum Archivgut gehören: Schriftstücke wie Briefe, Pressemitteilungen, Prozessakten und Protokolle sowie Dokumente aus Behörden etwa 3000 Fachbücher, Broschüren und Zeitschriften der Anti-AKW-Bewegung Sammlung an themenbezogenen Zeitungsartikeln aus vier Jahrzehnten etwa 100.000 Fotos und Dias ca. 500 Stunden digitalisiertes Film- und Tonmaterial über 600 Plakate zu Gorleben und der Atommüll-Problematik Flyer, Aufkleber, Transparente

Das Archiv ist in drei große Sammlungsbereiche (Tektonikgruppen) aufgeteilt:

Dokumente – Medien – Material Personen-Bestände Gruppen-Bestände

Gorleben-Chronik Die Gorleben-Chronik dokumentiert auf der Website des Gorleben Archivs die chronologische Entwicklung der wendländischen Protestbewegung bis in die heutige Zeit und bezieht andere atompolitische Entscheidungen und Ereignisse mit ein.

Weblinks Website

Einzelnachweise

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