Lütfi Doğan (* 1927 in Ermenek, Provinz Karaman; † 22. Januar 2018 in Ankara) war ein türkischer Politiker der Cumhuriyet Halk Partisi (CHP), der unter anderem von 1972 bis 1976 Präsident des Präsidiums für Religionsangelegenheiten DİB sowie 1977 und erneut zwischen 1978 und 1979 Staatsminister war.

Leben Lütfi Doğan, Sohn von Ahmet Mevlüt Doğan und Hatice Doğan, absolvierte ein Studium der klassischen orientalischen Sprachen (Arabisch, Persisch) an der Fakultät für Sprach-, Geschichts- und Geographiewissenschaften der Universität Ankara. Anschließend studierte er Arabistik und Islamwissenschaften an der Syrischen Universität. 1952 wurde er Assistent für Kalām an der Theologischen Fakultät der Universität Ankara, an der er seine Promotion in Theologie mit der Dissertation „En-Nizâm Fi Usuli'd-Din ve Ash'ari Okulu“ beendete, einer Arbeit über die Ordnung in den Prinzipien der Religion und die aschʿaritische Schule. Er war daraufhin für das Präsidium für Religionsangelegenheiten DİB als Regionalprediger sowie als Lehrer an der İmam-Hatip-Schule in Ankara tätig, ein staatliches Berufsfachgymnasien für die Ausbildung zum Imam (Vorbeter) und Prediger, ehe er Mufti der Provinz Ankara. Darüber hinaus war er Mitglied des Beirats für die Überprüfung religiöser Werke beim Präsidium für Religionsangelegenheiten sowie Mitglied des Hohen Rates für religiöse Angelegenheiten. Parallel dazu lehrte er weiterhin Arabisch und die Grundlagen des Islam an der Theologischen Fakultät der Universität Ankara.

Als Nachfolger des gleichnamigen Lütfi Doğan übernahm er am 26. August 1972 schließlich selbst die Funktion des Präsidenten des Präsidiums für Religionsangelegenheiten DİB (Diyanet İşleri Başkanlığı) und bekleidete diese bis zum 26. Juli 1976, woraufhin Süleyman Ateş ihn ablöste. In dieser Funktion spielte er im März 1975 zusammen mit seinen Verwaltungskollegen und den Provinzmuftis eine Schlüsselrolle bei der Gründung der Türkischen Stiftung für religiöse Angelegenheiten TDV (Türkiye Diyanet Vakfı). Nachdem er 1976 das Präsidium für Religionsangelegenheiten verlassen hatte, wurde er von Ministerpräsident Bülent Ecevit zum Fachberater für Religionsangelegenheiten ernannt.

Bei den Wahlen am 5. Juni 1977 wurde Doğan zum Mitglied der Nationalversammlung TBMM (Türkiye Büyük Millet Meclisi) gewählt und vertrat in dieser in der 16. Legislaturperiode bis zum Militärputsch am 12. September 1980 die Provinz Malatya. Während seiner Parlamentszugehörigkeit war er Mitglied des Ausschusses für Bildung, Kultur, Jugend und Sport (TBMM Millî Eğitim, Kültür, Gençlik ve Spor Komisyonu). Im darauf folgenden Kabinett Ecevit II übernahm er am 21. Juni 1977 das Amt eines Staatsministers (Devlet Bakanı) und war als solcher bis zum bis 21. Juli 1977 für Religionsangelegenheiten zuständig. Das Amt eines Staatsministers bekleidete er dem vom 5. Januar 1978 bis zum 12. November 1979 erneut im Kabinett Ecevit III. Er war zeitweilig Präsident der Türkischen Stiftung für Blinde (Türkiye Körler Vakfı) und engagierte sich für die Bildung und soziale Dienste für Sehbehinderte in der Türkei.

Lütfi Doğan war verheiratet und Vater von zwei Kindern. Nach seinem Tode wurde er auf dem Städtischen Friedhof Cebeci in Ankara beigesetzt.

Veröffentlichungen Zu seinen Veröffentlichungen zählen die Bücher Eş’ari Mektebi („Die Ash'ari-Schule“) İbn-i Fadlan Seyahatnamesi („Ibn-i Fadlans Reisebericht“) Hz. Peygamberimiz („Unser Prophet“) Ehli Sünnet Mektebi („Die sunnitische Schule“) Adap („Etikette“)

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Einzelnachweise

Kategorie:Staatsminister (Türkei) Kategorie:Abgeordneter der Großen Nationalversammlung der Türkei Kategorie:Mitglied der Cumhuriyet Halk Partisi Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Arabist Kategorie:Islamwissenschaftler Kategorie:Hochschullehrer (Universität Istanbul) Kategorie:Absolvent der Universität Ankara Kategorie:Türke Kategorie:Geboren 1927 Kategorie:Gestorben 2018 Kategorie:Mann