mini|hochkant=1.5|Aus „Benners Prophecies: Future Ups And Down In Prices“, veröffentlicht 1884, erstmals erwähnt 1872. Der Benner-Zyklus beschreibt ein theoretisches wirtschaftliches Phänomen, das nach dem Landwirt Samuel Benner aus Ohio benannt ist, der 1872 eine Grafik erstellte, die sich auf historische Marktzyklen zwischen 1780 und 1872 bezieht und diese zur Erstellung von Prognosen für den Zeitraum 1873–2059 heranzieht.
Benner hatte jahrelang im Eisengeschäft gearbeitet, bis ihn die Finanzkrise von 1873 finanziell ruinierte. Daraufhin suchte er nach einem Muster für die Krise und fand es in einem zyklischen Modell, basierend auf historischen Preisdaten von Roheisen, Schweinen und Mais, das zur Summe der Fibonacci-Folge passt. Er veröffentlichte seine Theorie 1875 in seinem Buch „Benner’s Prophecies of Future Ups and Downs in Prices“. Das Diagramm, das in seiner heute bekannten Form bis ins 21. Jahrhundert reicht, taucht allerdings nicht in seinem Buch auf. Stattdessen soll es angeblich schon im Jahr 1872 unter der Überschrift „Periods When to Make Money“ vom Geschäftsmann George Tritch erstellt worden sein. Dieser soll den Zyklus dann bis 2059 weiterentwickelt haben.
Die Grafik zeigt drei Phasen von Marktzyklen:
A. Panikjahre – „Jahre, in denen Panik ausgebrochen ist und wieder ausbrechen wird.“ B. Gute Zeiten – „Jahre voller guter Zeiten. Hohe Preise und der richtige Zeitpunkt, um Aktien und Wertpapiere aller Art zu verkaufen.“ C. „Jahre der Not, niedrige Preise und ein guter Zeitpunkt, um Aktien, ‚Eckgrundstücke‘, Waren usw. zu kaufen und zu halten, bis der ‚Boom‘ die Jahre der Blütezeit erreicht; dann verkaufen.“
Zyklen Benner schätzte, dass Paniken in Zyklen von etwa 18, 20 und 16 Jahren auftreten (18-20-16). Nach einer Panik dauern die „guten Zeiten“ etwa sieben Jahre an. Darauf folgt eine Übergangsphase von etwa elf Jahren hin zu „schweren Zeiten“. Anschließend erfolgt über einen Zeitraum von etwa neun Jahren eine Erholung hin zu „guten Zeiten“ (7-11-9).
Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die Kurve Krisen wie den Crash 1929, das Platzen der Dotcom-Blase zu Beginn der 2000er-Jahre oder den Coronacrash 2020 erstaunlich präzise vorhergesagt habe. Laut Andreas Hackethal, vom Frankfurter Leibniz-Institut, steckt erstaunlich wenig dahinter: Zugrunde liege vor allem das langjährige Bedürfnis von Marktteilnehmern, in den zufälligen Aktienbewegungen langfristige Gesetzmäßigkeiten zu erkennen, sagt er im Handelsblatt. Zudem beruht Benners Theorie zu den Wirtschaftszyklen nicht auf ökonomischen Analysen, sondern auf der damaligen Sonnenaktivität und ihrem Einfluss auf die Ernteerträge. Das habe an den Märkten nichts zu suchen. +VorhersagenSchlechte ZeitenGute ZeitenPanik1780178317831789179117961800180318071810181618181819182318271834183718371843184518501854185718611864187018721873187718811888189118911897189919041908191119151918192419261927193119351942194519451951195319581962196519691972197819801981198519891996199919992005200720122016201920232026203220342035203920432050205320532059
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