Die Geschichte vom tanzenden Pfau ist eine indische Fabel und ein buddhistisches Jataka (32: Nacca-Jātaka).Johannes Mehlig (Hrsg.): Buddhistische Märchen, Drei Lilien Verlag, Wiesbaden 1982, S. 53–54, 497. Aus dem Pāli übertragen und kommentiert von Johannes Mehlig.

Handlung Im ersten Weltzeitalter gewährte der König der Vögel, der Goldschwan, seiner Tochter, ob ihrer Schönheit, einen Wunsch und diese wünschte sich selbst einen Gatten, der ihr gefiele, auswählen zu dürfen. Sodann hieß der König alle Vögel zusammenzukommen, woraufhin das Schwanenweibchen sich den Pfau mit seinem schönen Gefieder auserkor. Dieser vergaß vor Freude Scham und Furcht vor der Sünde und begann zu tanzen, sodass er entblößt war, worüber König Goldschwan selbst Scham empfand und die Heirat absagte. Seine Tochter vermählte er anschließend mit seinem Neffen. Der Pfau aber schämte sich und lief davon.

Hintergrund Die Fabel entspricht dem Jataka 32 (Nacca-Jātaka) und erhielt in Johannes Mehligs Buddhistische Märchen (Wiesbaden 1982) den deutschen Titel Die Geschichte vom tanzenden Pfau. Sie findet sich auch im Panchatantra (I, 20), im Hitopadeśa als 5. Erzählung im IV. Buch und in dem Werk Directorium Humanae Vitae von Johann von Capua (VII. Geschichte), das 1483 in Ulm ins Deutsche übersetzt wurde. Die spanische Übersetzung erschien als Exemplario contra los Engaños (XXI b). Italienische Übersetzungen davon sind als Discorse degli Animali von Agnolo Firenzuola (1548, S. 76) und La Filosofia Morale von Anton Francesco Doni (1552, S. 108) bekannt. In Else Lüders’ Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien (Düsseldorf / Köln 1961) bekam die Fabel den Titel Der tanzende Pfau.Else Lüders (Ausw. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1961, S. 373–374.

Herodot wob die Fabel schon recht früh in seine Geschichte von Hippokleides ein (VI, 129 / 130). In Indien steht der tanzende Pfau, der sein Hinterteil entblößt, sprichwörtlich für Unverschämtheit.

Literatur Johannes Mehlig (Hrsg.): Buddhistische Märchen, Drei Lilien Verlag, Wiesbaden 1982, S. 53–54, 497. Aus dem Pāli übertragen und kommentiert von Johannes Mehlig. Else Lüders (Ausw. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1961, S. 373–374.

Einzelnachweise

Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Indische Literatur Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Tierfabel Kategorie:Pfau in der Kunst Kategorie:Jātaka