mini|Blick auf das Heiligenhäuschen (2006) Das Heiligenhäuschen ist eine kleine, frei zugängliche Andachtskapelle in Erkrath im Kreis Mettmann. Es befindet sich auf dem Korresberg oberhalb des historischen Ortskerns an der Kreuzung von Kreuzstraße, Erkrather Straße und dem sogenannten Römerweg. Das Bauwerk gilt als eines der ältesten erhaltenen Gebäude der Stadt und steht unter Denkmalschutz.
Lage Die Kapelle steht auf einer Anhöhe am südlichen Zugang zum Stadtgebiet von Erkrath. Der Standort liegt an einer historischen Wegekreuzung. Der vorbeiführende Höhenweg erscheint in älteren Quellen auch unter der Bezeichnung „Gräfrather Straße“.
Bauwerk Das Heiligenhäuschen besteht aus heimischem Bruchstein aus dem Neandertal und besitzt einen rechteckigen Grundriss von etwa 4,20 × 3,50 Metern. Das Bauwerk wird von einem schiefergedeckten Zeltdach abgeschlossen.
An der Ostseite befindet sich ein schmiedeeisernes Gitterportal. Über dem Eingang ist ein Sandsteinrelief mit Kreuzigungsdarstellung und lateinischer Inschrift angebracht. Das Original aus dem Jahr 1617 wurde 1986 durch eine Replik ersetzt.
Im Innenraum befinden sich ein Kruzifix von 1910 sowie mehrere historische Gedenkplatten.
Geschichte
Entstehung mini|Inschrift aus dem Jahr 1617 Zeitpunkt und Anlass der Errichtung sind unbekannt. Schriftliche Quellen zur Frühgeschichte der Kapelle sind nicht überliefert. Frühere Vermutungen, das Gebäude sei bereits im 8. oder 9. Jahrhundert entstanden oder gehe auf eine vorchristliche Kultstätte zurück, gelten als nicht nachweisbar.
Als ältester gesicherter Hinweis gilt eine Inschrift über dem Eingang, die auf eine Renovierung im Jahr 1617 verweist:
Aus Bauform und Material wird geschlossen, dass die Kapelle möglicherweise bereits im 15. oder 16. Jahrhundert bestanden hat.
Nutzung mini|Kreuz aus dem Jahre 1910 im Innenraum der Kapelle Nach heutigem Forschungsstand handelte es sich beim Heiligenhäuschen wahrscheinlich stets um eine Wege- und Andachtskapelle, nicht um eine Pfarrkirche. Gegen eine Nutzung als Kirche sprechen die geringe Innenfläche von rund elf Quadratmetern sowie die siedlungsferne Lage.
Bis in das 19. Jahrhundert fanden dort Karfreitagsprozessionen und Messen statt.
Restaurierungen Zum Ende des 19. Jahrhunderts befand sich das Bauwerk in schlechtem Zustand. Nach einer Spendensammlung, die unter anderem vom Erkrather Vikar Münch initiiert wurde, erfolgte 1910 eine umfassende Sanierung. Dabei wurden Dachstuhl, Kreuz und Schieferdach erneuert sowie das Mauerwerk instand gesetzt.
Eine weitere Restaurierung fand 1985/86 statt. In diesem Zusammenhang wurde auch das Inschriftenrelief durch eine Nachbildung ersetzt.
Im Jahr 2026 wurden erneut Schäden am Bauwerk bekannt. Genannt wurden ein instabiler Hang hinter der Kapelle sowie bauliche Mängel im Innenraum, am Dach und am Gittertor. Die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Erkrath startete daraufhin ein Spendenprojekt zur Sanierung.
Überlieferungen Um das Heiligenhäuschen ranken sich zahlreiche lokale Legenden. Der Erkrather Arzt und Heimatautor Johann Heinrich Bongard vermutete 1835 unter anderem einen alten Grabhügel mit Gebeinen Gefallener. Neuere Untersuchungen gehen jedoch davon aus, dass sich Bongards Beschreibung eher auf die Antoniuskapelle in Hochdahl beziehungsweise die Schlickumer Kapelle bezog.
Auch Erzählungen über unterirdische Gänge zu umliegenden Adelssitzen gelten als unbelegt.
Weblinks
Einzelnachweise
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