Tailândia ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Pará im Norden des Landes. Sie liegt im Nordosten des Bundesstaates im Amazonasbecken und ist ein bedeutendes regionales Zentrum für Landwirtschaft und Holzwirtschaft. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf rund 75.000 geschätzt.
Geografie und Klima Tailândia liegt im Nordosten von Pará auf einer Höhe von etwa 45 Metern über dem Meeresspiegel. Die Gemeinde befindet sich in einer Region mit dichter tropischer Vegetation und landwirtschaftlich genutzten Flächen. Durch Landwirtschaft und Abholzung wird der dichte Urwald teilweise zurückgedrängt.
Das Klima ist tropisch-feucht mit hohen Temperaturen und intensiven Niederschlägen.
Geschichte Die Region des heutigen Tailândia wurde in den 1970er Jahren im Zuge staatlicher Erschließungsprogramme und Migration aus anderen Teilen Brasiliens während der brasilianischen Militärdiktatur besiedelt. Landmangel führte in dieser Zeit zu heftigen Kämpfen zwischen Viehzüchtern, Holzfällern, Landräubern, Hausbesetzern und Migranten. Die Entwicklung der Siedlung war eng mit dem Ausbau der Fernstraße PA-150 verbunden, welche Pará von Norden nach Süden verband und Pará an die nationale Entwicklungspolitik anband. Benannt wurde der Ort 1978 nach dem Land Thailand in Asien.
1988 wurde Tailândia aus dem Gebiet von Acará ausgegliedert und als eigenständige Gemeinde gegründet. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Zentrum für Holzverarbeitung und Landwirtschaft, wobei insbesondere die Ausweitung der Agrarflächen eine zentrale Rolle spielte.
Demografie Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf etwa 75.000 Personen geschätzt. Die Bevölkerung ist überwiegend urban geprägt und wuchs in den letzten Jahrzehnten stark an. Die Bevölkerung verteilt sich auf den Ortskern Tailândia im Western der Gemeinde sowie den Ort Palmares im Norden mit knapp 8.000 Einwohnern.
JahrEinwohner199117.707200038.435201079.297202272.493Volkszählungen
Wirtschaft Die Wirtschaft von Tailândia basiert auf Landwirtschaft, Holzwirtschaft sowie Handel und Dienstleistungen. Produziert werden Palmöl, Mais, Soja, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte sowie Fleisch (Huhn, Schwein, Rind) und Milch.
Ein erhebliches Problem ist die illegale Abholzung und die damit verbundenen Landkonflikte und Umweltprobleme. Im Februar 2008 war die Stadt Schauplatz gewalttätiger Demonstrationen gegen die Sicherheitskräfte, nachdem die IBAMA die Aktivitäten mehrerer illegaler Holzfällerunternehmen in der Region eingestellt hatte, die damals die wichtigste Einnahmequelle der Bevölkerung darstellten.
Religion Tailândia gehört zum römisch-katholischen Bistum Abaetetuba. Neben der katholischen Kirche sind auch protestantisch-freikirchliche Gemeinden vertreten.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Pará Kategorie:Município in Pará Kategorie:Gemeindegründung 1988