Die 2003 Tour war die siebte Konzerttournee des britischen Sängers Robbie Williams, bei der er sein 2002 veröffentlichtes Studioalbum Escapology vorstellte. Sie war Williams’ bislang größte Tournee, zementierte den kommerziellen Höhepunkt seiner Karriere als Solo-Entertainer und setzte neue Maßstäbe für Live-Events in Europa.https://robbiewilliams.com/pages/timeline/entry-tour-weekends-of-mass-distraction
Hintergrund Robbie Williams startete seine 2003 Tour am 28. Juni 2003 in Edinburgh und beendete sie am 14. Dezember des gleichen Jahres in Sydney. Die Tour umfasste insgesamt 37 Auftritte in Europa und Ozeanien und verzeichnete gigantische Erfolge und ausnahmslos ausverkaufte Hallen und Stadien. So waren die Karten für die britischen Termine in weniger als acht Stunden restlos ausverkauft. Allein in Europa spielte Williams vor rund 1,2 Millionen Menschen bei insgesamt 21 Konzerten.
Die Bühnenshow der 2003 Tour war ein visuelles und technisches Spektakel, das speziell für die riesigen Dimensionen europäischer Fußballstadien und Open-Air-Gelände konzipiert wurde. Neben aufwändigen Elementen wie Beleuchtung und beweglichen LED-Videoscreens wurden über 120 Lautsprecherelemente und mehrere Delay-Masten im Publikum eingesetzt, um sicherzustellen, dass selbst die Zuschauer in den hintersten Reihen der riesigen Areale einen klaren Sound zu hören bekamen. Der Bühnenbau war so massiv, dass er speziell gegen starke Winde und enorme Lasten gesichert werden musste. Ein fester Bestandteil und erster Höhepunkt der Show war der Moment während des Eröffnungstitels Let Me Entertain You, bei dem Williams sich in Anspielung auf das Cover von Escapology kopfüber an einem Seil hängend aus dem Dach der Bühnenkonstruktion herabließ. Ebenfalls Tradition hatte der Moment während der Aufführung von Come Undone, bei dem Williams eine weibliche Konzertbesucherin aus dem Publikum auf die Bühne holte und sie vor Zehntausenden Zuschauern umarmte und leidenschaftlich küsste. Die Show war auf maximale Publikumsbeteiligung ausgelegt. Besonders beim Abschlusslied Angels sangen zehntausende Menschen gleichzeitig im Chor, was oft als einer der emotionalsten Momente der Popgeschichte beschrieben wird. Im direkten Kontrast dazu gab es in den Konzerten aber auch intimere Momente, als Williams die Titel Better Man und Nan’s Song sang und sich dabei allein auf der akustischen Gitarre begleitete. Wie so oft widmete Williams auch auf dieser Tournee sein Lied No Regrets seinen ehemaligen Take-That-Bandkollegen Gary Barlow, Mark Owen, Howard Donald und Jason Orange. Für die Hallenkonzerte im Herbst 2003 wurde aus Platzgründen und der intimeren Atmosphäre eine reduziertere Bühne gefertigt und auch auf größere Showelemente wurde weitestgehend verzichtet.
Den Höhepunkt der Tournee markierten Williams’ drei ausverkaufte Konzerte im Knebworth Park Anfang August 2003, denen insgesamt 375.000 Zuschauer beiwohnten. Dieser Rekord für die höchste Zuschauerzahl bei einem Einzelkünstler in Großbritannien ist bis heute ungebrochen. Zusätzlich verfolgten rund 3,5 Millionen Menschen die Konzerte live im Fernsehen und bei Livestreams im Internet. Im Vorprogramm dieser Shows traten The Darkness, Ash, Moby und Kelly Osbourne auf und beim zweiten dieser Auftritte kam Williams’ ehemaliger Take-That-Kollege Mark Owen als überraschender Special Guest auf die Bühne, um gemeinsam mit ihm den Hit Back for Good zu singen. Während dieser Konzerte in Knebworth setzten bei fünf weiblichen Konzertbesuchern die Wehen ein; ein Baby wurde sogar direkt im Sanitätszelt vor Ort geboren.https://www.facebook.com/rewindrobbie/posts/20-years-ago-today-robbie-williams-played-the-first-of-3-shows-at-knebworth-he-p/303242418884024/ Trotz seines sichtbaren Selbstvertrauens und Souveränität auf der Bühne gab Williams in späteren Interviews zu, vor der monumentalen Kulisse in Knebworth unter extremer Nervosität gelitten zu haben.https://www.br.de/radio/bayern1/inhalt/musik/robbie-williams-entertainerhttps://www.fr.de/kultur/musik/live-knebworth-robbie-williams-pop-mekka-11272336.html
Nach dem Ende der 2003 Tour legte Williams erstmal eine Pause ein und trat zunächst nur noch bei besonderen Anlässen (etwa 2005 bei Live 8) auf. Erst 2006 nahm er seine Tourneearbeit wieder auf.
Liveaufnahmen Mitschnitte der drei Konzerte in Knebworth erschienen am 29. September 2003 auf Robbie Williams’ erstem Livealbum Live Summer 2003. Am 24. November 2003 veröffentlichte Williams seine Live-DVD What We Did Last Summer, für die die Knebworth-Konzerte unter der Regie von Hamish Hamilton mitgefilmt wurden.
Setlist Beispiel-Setlist Intro Let Me Entertain You Let Love Be Your Energy We Will Rock You Monsoon Come Undone Strong Me and My Monkey Hot Fudge Mr. Bojangles She’s the One Supreme No Regrets Kids Better Man Nan’s Song Feel Rock DJ Millennium oder Sexed Up (beides nicht immer) Angels
Tourdaten Nr.DatumStadtLandVeranstaltungsortAnmerkungenLeg 1 – Europa („Weekends of Mass Distraction“)128. Juni 2003EdinburghMurrayfield Stadium229. Juni 200332. Juli 2003ParisPalais Omnisport de Bercy44. Juli 2003WienErnst-Happel-Stadion56. Juli 2003MünchenOlympiastadion68. Juli 2003BerlinWaldbühne79. Juli 2003811. Juli 2003MannheimMaimarktgelände913. Juli 2003GelsenkirchenArena AufSchalke1014. Juli 20031117. Juli 2003AmsterdamAmsterdam Arena1218. Juli 20031320. Juli 2003HannoverMessegelände1422. Juli 2003AntwerpenSportpaleis1523. Juli 20031625. Juli 2003KopenhagenParken1727. Juli 2003StockholmOlympiastadion1829. Juli 2003Newcastle upon TyneSt. James’ Park191. August 2003StevenageKnebworth ParkKnebworth Festival202. August 2003213. August 2003229. August 2003DublinPhoenix ParkLeg 2 – Europa („Cock of Justice“)2319. Oktober 2003LissabonPavilhão Atlântico2420. Oktober 20032522. Oktober 2003MadridPalacio Vistalegre2624. Oktober 2003BarcelonaPalau Sant Jordi2725. Oktober 2003LyonHalle Tony Garnier2827. Oktober 2003GenfArena de Genève2928. Oktober 20033030. Oktober 2003AssagoFilaForum313. November 2003BudapestPapp László Sportaréna324. November 2003PragT-Mobile Arena336. November 2003KatowiceSpodek349. November 2003MoskauSportivnyy kompleks Olimpiyskiy3511. November 2003HelsinkiHartwall Areena3612. November 20033714. November 2003OsloVallhall ArenaLeg 3 – Ozeanien („Aussie Typo“)386. Dezember 2003AucklandWestern Springs Stadium3910. Dezember 2003MelbourneTelstra Dome4013. Dezember 2003SydneyAussie Stadium4114. Dezember 2003
Band Robbie Williams: Gesang, Gitarre bei Better Man und Nan’s Song Claire Worrall: Keyboards Melvyn Duffy: Keyboards Gary Nuttall: Gitarre Neil Taylor: Gitarre Yolanda Charles: Bass Chris Sharrock: Schlagzeug Max Beesley: Percussion, Klavier bei Mr. Bojangles Paul Spong: Trompete Simon Gardner: Trompete Neil Sidwell: Posaune Chris White: Saxophon Dave Bishop: Saxophon Katie Kissoon: Hintergrundgesang Tessa Niles: Hintergrundgesang
Weblinks The 2003 Tour auf rwdb.com
Einzelnachweise
Kategorie:Musiktournee 2003 Kategorie:Robbie Williams