mini|George Lambert – Box Hill, Surrey, with Dorking in the distance. Yale Center for British Art, New Haven, Connecticut George Lambert (* um 1700; † 31. Januar 1765 in London) war ein englischer Landschafts- und Marinemaler sowie Bühnenbildner und Bühnenmaler.

Leben Über Lamberts Geburtsdatum, Geburtsort und familiäre Herkunft ist nichts Gesichertes bekannt. In den Quellen wird ein Landschaftsmaler namens Hassel als sein Lehrer genannt, der jedoch bisher nicht eindeutig identifiziert werden konnte. In seinem Frühwerk sind deutliche Einflüsse von John Wootton erkennbar. George Lambert tauchte erstmals im Jahr 1726 in London auf, als er als Bühnenmaler am Lincoln’s Inn Fields Theatre tätig war, das von John Rich betrieben wurde. Ab 1732 setzte er seine Tätigkeit als Bühnenbildner am neu erbauten Theater in Covent Garden fort.

George Lambert war Freimaurer und gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Beefsteak Clubs, einem geselligen Zusammenschluss aus Künstler- und Theaterkreisen. Im Jahr 1746 wurde er als einer von vierzehn Künstlern zum Governor of the Foundling Hospital ernannt. 1761 übernahm er den Vorsitz der Society of Artists, deren Präsident er 1764 wurde.

Werk mini|George Lambert – Lake Albano. Yale Center for British Art, New Haven, Connecticut George Lambert gilt als der erste englische Maler, der sich vollständig auf das Fach der Landschaftsmalerei spezialisierte. Neben seinen Bühnenbildern malte er ideale und bewaldete Landschaften, für die er den in Großbritannien im 18. Jahrhundert weit verbreiteten klassisch-heroischen Landschaftsstil von Nicolas Poussin und Gaspard Dughet adaptierte. Ein Beispiel hierfür ist das Gemälde Classical Landscape aus dem Jahr 1745, das sich in der Tate Britain in London befindet. Daneben rezipierte er auch holländische Vorbilder des 17. Jahrhunderts.

Besondere Reputation erwarb sich George Lambert als Maler von Herrenhausansichten (Country-House Views), einem Genre, das neben dem Porträt für die Selbstdarstellung des englischen Adels von zentraler Bedeutung war. Er entwickelte dieses Genre grundlegend weiter, indem er den nüchtern-dokumentarischen Stil der topographischen Vedute zurückdrängte, die Architektur stattdessen in weite Landschaftsräume einbettete und eine ausgeprägte Sensibilität für die malerischen Qualitäten des englischen Lichts entwickelte. Exemplarisch hierfür stehen die beiden 1746 entstandenen Gemälde View of Copped Hall, Essex from the Lake und View of Copped Hall from the Deer Park (beide in der Tate Britain in London). mini|George Lambert – Classical Landscape (1745). Tate Britain George Lambert arbeitete häufig mit Künstlerkollegen zusammen. So führte er beispielsweise gemeinsam mit Samuel Scott im Auftrag der East India Company einen Zyklus von sechs Ansichten englischer Handelsniederlassungen in Indien aus (1731–32, London, The Secretary of State for Foreign and Commonwealth Affairs). Mit Francesco Zuccarelli schuf er eine Serie von Tuschezeichnungen mit italienischen Veduten, die sich unter anderem im Fitzwilliam Museum in Cambridge und im British Museum in London befinden. Die Figurenstaffage in seinen Landschaften ließ er von spezialisierten Kollegen wie Francis Hayman und William Hogarth ausführen. Zu seinen Schülern zählten John Inigo Richards, Richard Beauvoir, Jonathan Skelton und William Taverner.

Werke Lamberts befinden sich unter anderem in folgenden Sammlungen: Cardiff (National Museum of Wales), Chatsworth (Sammlung des Duke of Devonshire), Chichester (Goodwood House Collection), Gateshead (Shipley Art Gallery), London (Chiswick House, Government Art Collection, Royal Collection, Victoria and Albert Museum), Manchester (Manchester Art Gallery, Whitworth Art Gallery), Newcastle upon Tyne (Laing Art Gallery), New Haven (Yale Center for British Art, Paul Mellon Collection) und Wilton (Sammlung des Earl of Pembroke).

Literatur Brian Allen, Beitrag in: Pauline Rohatgi; Pheroza Godrej (Hrsg.): Under the Indian Sun. British Landscape Artists. Marg Publications, Bombay 1995. Elizabeth Einberg: Catalogue Raisonné of the Works of George Lambert. The Walpole Society, London 2001. Elizabeth Einberg, Hannah Sebag-Montefiore: George Lambert 1700–1765. Iveagh Bequest, London 1970.

Jane Turner (Hrsg.): The Dictionary of Art. Band 18, Grove, London 1996. John Harris: The Artist and the Country House. Sotheby Parke Bernet, London 1979. Maria-Luise Schnackenburg: Der englische Landschaftsmaler George Lambert. Dissertation, Universität Göttingen, Göttingen 1992. Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 8: Koort – Maekava. Paris, 2006. Allgemeines Künstlerlexikon – Internationale Künstlerdatenbank. – Online. Herausgegeben von: Andreas Beyer, Bénédicte Savoy und Wolf Tegethoff, De Gruyter 2009.

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