Osvaldas Jonas Balakauskas (* 19. Dezember 1937 in Miliūnai, Rajongemeinde Ukmergė, Litauen; † 15. April 2026 in Vilnius, Litauen) war ein litauischer Komponist klassischer Musik. Er leitete die Fakultät für Komposition an der Litauischen Musik- und Theaterakademie von 1988 bis 1992 und erneut ab 1995; dazwischen war er der erste Botschafter Litauens für Frankreich, Spanien und Portugal nach der Wiedererlangung der staatlichen Unabhängigkeit. Er komponierte fünf Sinfonien, Konzerte, Kammermusik und ein Requiem in memoriam Stasys Lozoraitis.
Leben Balakauskas wurde am 19. Dezember 1937 in Miliūnai bei Ukmergė geboren. Er machte 1961 einen Abschluss an der Pädagogischen Universität in Vilnius. Nach seinem Wehrdienst in der Sowjetarmee von 1961 bis 1964 studierte er bis 1969 Komposition bei Boris Lyatoshinsky und Myroslav Skoryk am Kiewer Konservatorium. Er arbeitete von 1968 bis 1972 für den Musikverlag Muzyčna Ukraïna in Kiew, und anschließend bis 1985 als Berater für den litauischen Komponistenverband.
Er lehrte dann an der Musikakademie, von 1988 bis 1992 und erneut ab 1995 als Leiter der Fakultät für Komposition. In der Zwischenzeit war er Botschafter Litauens für Frankreich, Spanien und Portugal, mit Sitz in Paris.
1996 wurde er mit dem Litauischen Staatspreis für Kunst ausgezeichnet. 1999 wurde ihm der Orden des litauischen Großfürsten Gediminas verliehen.
Balakauskas starb in Vilnius am 15. April 2026 im Alter von 88 Jahren. Er wurde auf dem Friedhof Antakalnis begraben.
Musik Balakauskas komponierte fünf Sinfonien, Konzerte, Kammermusik und ein Requiem in memoriam Stasys Lozoraitis. Basierend auf der Zwölftontechnik erfand er seine eigenen Skalen für Musik, die nach mathematische Gesetzmäßigkeiten entwickelt wurde. Ein Rezensent beschrieb seine Musik als auf kleinen melodischen Elementen und manchmal längeren Phrasen aufgebaut, mit rhythmischen Elementen, sie sich gleichzeitig entwickeln, in farbenreicher aber transparenter Orchestrierung.
Wesentliche Orchesterwerke sind die Sonata of the Mountains (1975), die von Gemälden von Mikalojus Konstantinas Čiurlionis inspiriert wurde, die Zweite Sinfonie (1979), Opera Strumentale (1987) sowie die Vierte und Fünfte Sinfonie (1998 bzw. 2001).
Seine Werke wurden bei Naxos aufgenommen, das Requiem in memoriam Stasys Lozoraitis 2003, mit der Mezzo-Sopranistin Judita Leitaitė, dem Städtischen Chor Vilnius und dem Christopher Chamber Orchestra Vilnius geleitet von Donatas Katkus; die beiden letzten Sinfonien wurden 2003 bzw. 2004 vom Litauischen Nationalen Symphonieorchester eingespielt, geleitet von Juozas Domarkas.
Werke Balakauskas schrieb unter anderem:
Bühnenwerke Komunarų gatvė (Straße der Kommunarden), Kammeroper (1977) Zodiakas (Zodiac), Film-Ballett (1984) Makbetas (Macbeth), Ballett (1988) La Lointaine, Kammeroper (2002)
Orchesterwerke Sinfonie Nr. 1 (1973) Sinfonie Nr. 2 (1979) Sinfonie Nr. 3 Ostrobothnianische Sinfonie, für Streichorchester (1989) Sinfonie Nr. 4 (1998) Sinfonie Nr. 5 (2001) Opera Strumentale (1987)
Konzertante Musik Concertino für Klavier und Streichorchester (1966) Ludus Modorum für Violoncello und Kammerorchester (1972) Kalnų sonata (Sonata of the Mountains) für Klavier und Orchester (1975) Passio Strumentale für Streichquartett und Orchester (1980) Konzert für Oboe, Cembalo und Streichorchester (1981) Sinfonia Concertante für Violine, Klavier und Orchester (1982) Concerto RK für Violine und Kammerorchester (1997) Concerto Brio für Violine und Orchester (1999) Capriccio für Klavier und Orchester (2004) Concerto für Klarinette und Streichorchester (2008) Seasons für zwei Klaviere und Streichorchester (2009)
Kammermusik Violinsonaten (1969; Nr. 2, 2005; February Sonata, 2012) Kaip marių bangos prisilietimas für Violine und Klavier (1975) Medis ir paukštė für Viola und Klavier (1976) Do nata für Violoncello oder Viola und Band (1982) Lietus Krokuvai für Violine und Klavier (1991) Maggiore-Minore für Violine und Klavier (1994) La Valse für Violine solo (1997), nach dem Konzert für Oboe, Cembalo und Streichorchester Corrente für Flöte, Viola und Klavier (2005) Duo concertante für Viola und Klavier (2007) Trio concertante für Flöte, Viola und Klavier (2008)
Chorwerk Requiem in memoriam Stasys Lozoraitis (1995)
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Komponist klassischer Musik (21. Jahrhundert) Kategorie:Musiker (Vilnius) Kategorie:Hochschullehrer (Musik- und Theaterakademie Litauens) Kategorie:Litauischer Botschafter in Frankreich Kategorie:Litauischer Botschafter in Portugal Kategorie:Litauischer Botschafter in Spanien Kategorie:Absolvent der Litauischen Universität für Edukologie Kategorie:Litauer Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1937 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann