mini|4. Strafsenat des BGH mit den dazugehörigen Oberlandesgerichten Hamm und Rostock

Der 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs ist als einer von derzeit sieben Strafsenaten des BGH ein Spruchkörper des obersten deutschen Gerichtshofes der ordentlichen Gerichtsbarkeit.

Errichtung Der 4. Strafsenat besteht seit der Gründung des Bundesgerichtshofs am 1. Oktober 1950.

Besetzung Der Senat ist derzeit (Stand: September 2026) wie folgt besetzt: Vorsitzender: Andreas Quentin Stellvertretender Vorsitzender: Asmus Maatsch Beisitzende Mitglieder: Angelika Allgayer, Patrick Scheuß, Sohre Tschakert, Manuela Zeller, Christian Liebhart

Vorsitzende

Nr. Name (Lebensdaten) Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit 1 Alfred Groß (1885–1976) 2. April 1951 31. Januar 1955 2 Max Güde (1902–1984) 23. März 1955 31. März 1956 3 Hans Eberhard Rotberg (1903–1995) 11. April 1956 31. Dezember 1962 4 Heinrich Jagusch (1908–1987) Januar 1963 28. Februar 1965 5 Carlhans Scharpenseel (1907–2002) 17. Dezember 1965 Dezember 1966 6 Hans Eberhard Rotberg (1903–1995) 1. Januar 1967 31. August 1969 7 Gerd Meyer (1906–1984) 29. September 1969 30. Juni 1974 8 Hans Wolfgang Schmidt (* 1920) 10. September 1974 1975 9 Christian Mayr (* 1911) 24. März 1976 1977 10 Hannskarl Salger (1929–2010) 20. Dezember 1977 30. November 1994 11 Lutz Meyer-Goßner (* 1936) 1. Dezember 1994 31. Juli 2001 12 Ingeborg Tepperwien (* 1945) 20. September 2001 30. April 2010 13 Andreas Ernemann (1947–2023) 25. Juni 2010 30. Juni 2012 14 Beate Sost-Scheible (* 1956) 1. Juli 2013 31. Januar 2022 15 Andreas Quentin (* 1961) 4. Juli 2022

Zuständigkeit Der Geschäftsverteilungsplan des Bundesgerichtshofs regelt die Zuständigkeit der Strafsenate derart, dass jeder Senat für Revisionen aus dem Bezirk bestimmter Oberlandesgerichte zuständig ist und darüber hinaus sogenannte Spezialzuständigkeiten wahrnimmt. Gegenwärtig (Stand September 2026) sind dem 4. Strafsenat folgende Aufgaben zugewiesen: Die Revisionen in Strafsachen für die Bezirke der Oberlandesgerichte Hamm und Rostock; die Revisionen in Verkehrsstrafsachen (einschließlich des räuberischen Angriffs auf Kraftfahrer sowie der Eisenbahn- und Luftunfälle und der Fälle, in denen eine Verkehrsordnungswidrigkeit mit anderen Straftaten zusammentrifft) außer Fahren ohne Fahrerlaubnis, sofern dies mit anderen Straftaten zusammentrifft; die Entscheidungen nach § 42 des Gesetzes über die Internationale Rechtshilfe in Strafsachen; die Entscheidungen im Falle der Zurückverweisung der Sache an einen anderen Strafsenat des Bundesgerichtshofs, soweit nicht der 2. Strafsenat zuständig ist; die Entscheidungen nach § 13 Abs. 4 und § 25 Abs. 1 Satz 4 des Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetzes (StrRehaG).

Entscheidungen Beim 4. Strafsenat besteht eine Spezialzuständigkeit für das Verkehrsstrafrecht. Dies führt dazu, dass der Senat vielfach mit Fragen der Auswirkungen von Alkohol auf die Schuldfähigkeit und die Behandlung der actio libera in causa befasst war.

Vor allem unter dem Vorsitz von Meyer-Goßner hat der 4. Strafsenat auch entscheidenden Einfluss auf die Fortbildung des Strafverfahrensrechts ausgeübt. Die Judikatur des Gerichts zum Problem der Verständigung im Strafverfahren geht auf grundlegende Entscheidungen dieses Senats zurück.

Weblinks Internetpräsenz des Bundesgerichtshofs

Einzelnachweise

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