mini|Klaus Sperber in der Unterfahrt (2011) Klaus Sperber (* 14. Juli 1958 Wartaweil/Herrsching am Ammersee) ist ein deutscher E-Bassist und Komponist.

Leben und Wirken

Sperber studierte nach dem Abitur 1978 zunächst Architektur an der TU München und Musikwissenschaften an der LMU München. Der Autodidakt spielte während seiner Schulzeit in verschiedenen Schülerbands. Die Deutsche Phono-Akademie zeichnete ihn 1981 mit der Band Just Fun in der Kategorie Fusion als Preisträger aus. Er begann, in dieser Zeit professionell als E-Bassist in der Münchner Studio-Szene zu arbeiten. Zusammen mit dem Schlagzeuger Elmar Schmidt, dem Pianisten Rudy Redl sowie dem Gitarristen Charly Hörnemann gründete er die Fusionband JoJo. Zu der Zeit lernte er den brasilianischen Jazz-Trompeter Giulio Barbosa kennen. Mit ihm spielte er über viele Jahre auf Jazz-Bühnen in München. Den Sprung in die deutsche Pop-Szene schaffte er im Jahr 1983 mit dem Sänger und Produzenten Edo Zanki, für den er als Studiomusiker arbeitete. Er wurde Teil der damaligen Edo Zanki-Band zusammen mit dem Gitarristen Robby Musenbichler und Schlagzeuger Bert Smaak. Die Edo Zanki Band spielte für Ina Deter live und im Studio. Sperber war fester Teil der Ina Deter & Band in den Achtzigerjahren.

Ab 1988 tourte er mit der Grammy-nominierten Band Acoustic Alchemy aus London mehrere Jahre durch die USA und nahm mit ihnen mehrere CDs auf, auf denen u. a. auch Rainer Brüninghaus mitspielte. Auf einer dieser Touren hatte er die Gelegenheit, mit bekannten amerikanischen Musikern wie Tom Scott und Lee Ritenour zu spielen. Mit Acoustic Alchemy hatte er auch die Gelegenheit, auf weltbekannten Bühnen wie The Roxy in Los Angeles und dem Beacon Theatre in New York aufzutreten.

Im Jahr 1997 kam der Medienunternehmer Michael Kölmel mit der Idee auf Sperber zu, eine Vereinshymne für den 1. FC Union Berlin zu schreiben. Kölmel besaß damals die Vermarktungsrechte für den Köpenicker Traditionsverein. Dieser spielte zu diesem Zeitpunkt unterklassig und Kölmel versprach sich von der Hymne mehr Medienaufmerksamkeit. Sperber stellte einen Kontakt zur in Ost-Berlin aufgewachsenen Sängerin Nina Hagen her. Er schrieb zusammen mit dem Musikproduzenten Andreas Cämmerer den legendären und für die Fans bis heute identitätsstiftenden Song „Eisern Union“, eingesungen von Nina Hagen.

1998 begann Sperber eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Lautpoeten Michael Lentz, bei der zwei Studio-CDs entstanden.

Im Jahr 2002 erkrankte Sperber an der Musikerkrankheit Fokale Dystonie. Er spielte trotzdem weiter und arbeitete an musikalischen Ideen, wie dem Lounge-Projekt „Showermusic“ zusammen mit Axel Kühn. An diesem Projekt wirkten als Gastmusiker u. a. Claus Reichstaller, Ralf Schmid, Thommy Eberhardt, Rich Laughlin, Martin Kälberer und Eric Brodka mit. Sperber war einer der 40 namhaften Künstler und Wegbegleiter von Edo Zanki, der zum Gedenken an den Verstorbenen am 20. Oktober 2019 beim ausverkauften „Konzert für Edo: Für wen dein Herz schlägt“ in der Altenbürghalle Karlsdorf-Neuthard auftrat.

Nach dem Motto „Forty Years Later“ stand Sperber zum Auftakt der Konzertreihe „Jazz am See“ im Jahr 2020 wieder im Beccult in Pöcking auf der Bühne.

Nebenbei verstärkte SperberKlaus-Sperber bei Discogs, abgerufen am 27. April 2026. seine Arrangier- und Produzententätigkeit. So entstanden bis heute über 100 Remixe im Bereich der elektronischen Tanzmusik. Unter seinem Pseudonym „BoogieLab“ veröffentlichte er zuletzt das Vinylalbum „ENJOY“, auf dem der Schlagzeuger Stephan Maass und der Saxophonist Thorsten Skringer mitwirkte. An der Gestaltung des Covers beteiligte sich Klaus Voormann. Im Jahr 2025 veröffentlichte Sperber u. a. mehrere Remixe für das Synthwave-Projekt „The Sweeps“.

Der Musiker arbeitet und lebt in Tutzing in der Villa Knittl.

Diskografie (Auszüge) 1984: (Edo Zanki) Gib mir Musik 1984: (Roberto Blanco): Por Tu Amor 1985: (Edo Zanki) Ruhig Blut 1986: (Ina Deter) Frauen kommen langsam – aber gewaltig 1987: (Ina Deter) Das Live-Album 1987: (Ina Deter) Ich will die Hälfte der Welt 1989: (Acoustic Alchemy) Blue chip 1990: (Acoustic Alchemy) Reference point 1992: (Acoustic Alchemy) Early Alchemy 1992: (Giovanna Deiana) Joy 1993: (Giovanna Deiana) Open up your heart 1998: (Union Berlin) Eisern Union 2003: (Showermusic) Private Invite 2004: (Showermusic) Move 2005: (Michael Lentz) Sprechakte X/Treme 2007: (Showermusic) 7 Tracks 2010: (Michael Lentz) Immer Krisensitzung 2014: (BoogieLab) Sound Central 2017: (BoogieLab) La Belle 2023: (BoogieLab) Enjoy 2025: (The Sweeps/BoogieLab) Neon Mixes

Weblinks

Ina Deter & Band Neue Männer braucht das Land

Einzelnachweise

Kategorie:Komponist (Deutschland) Kategorie:Bassist Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1958 Kategorie:Mann