Das Museum of the Order of St John (: Museum des Johanniterordens) befindet sich in Clerkenwell, London. Es widmet sich der Geschichte des Most Venerable Order of the Hospital of Saint John of Jerusalem von dessen Anfängen als Pilgerbruderschaft im Heiligen Land, gegründet während der Kreuzzüge in Jerusalem, bis zu seinem heutigen Engagement für die Erste Hilfe und medizinische Notfall-Versorgung der Bevölkerung durch die 1877 gegründete St. John Ambulance Association (SJAA), die 1887 formierte St. John Ambulance Brigade und den Betrieb eines auf Augenheilkunde spezialisierten Krankenhauses in Jerusalem. Das Museum ist Mitglied der London Museums of Health & Medicine.

Das Gebäude Das Museum liegt in Clerkenwell, einem Stadtteil des Londoner Bezirks Islington, und befindet sich im St. John’s Gate, dem 1504 von Prior Thomas Docwra erbauten Torhaus der Clerkenwell Priory, dem ehemaligen englischen Hauptsitz des Orders of Saint JohnAndreas v. Klewitz: Londons Tor zur Ordensgeschichte. In: Johanniterorden. Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem. Heft 1. März 2026, S. 40. und Residenz des Großpriors der Hospitaliter in England. Das Gebäude wurde 2010 mit Mitteln des nationalen Heritage Lottery Fund umfassend renoviert. Im Westturm mit seiner Rundtreppe im Tudorstil befindet sich das Archiv des Ordens, die Ordensbibliothek und das Collection Research Centre mit Schriftstücken, Manuskripten, Urkunden und Bildmaterial aus der Ordensgeschichte. Die Old Chancery enthält eine umfangreiche Silbersammlung und das Council Chamber bietet lebensgroße Portraits von Queen Victoria und Edward VII. sowie die Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Chapter Hall. Weiterhin gehört die Priory Church mit der Krypta, die im 12. Jahrhundert erbaut zu den wenigen erhaltenen Bauten aus normannischer Zeit in London zählt, zum Gebäudeensemble. In der Krypta befindet sich auch ein figürliches Grabdenkmal für William Weston, den letzten Prior des ursprünglichen Johanniterordens aus dem 16. Jahrhundert.

Sammlungen des Johanniterordens mini|alt=Zwei Männer spielen Karten. Ein Zuschauer signalisiert dem anderen, welche Karten er auf der Hand hat.|Ölgemälde Die Falschspieler möglicherweise von Michelangelo Merisi da Caravaggio, bis 2021 im Museum zu sehen.

Die Bestände des Museums umfassen rund 60.000 Exponate, die die vielschichtige Geschichte des Johanniterordens lebendig werden lassen. Da der Orden über Jahrhunderte in nahezu allen europäischen Ländern wirkte, zeugt die Sammlung von einer entsprechenden kulturellen Tiefe. Das Spektrum reicht von architektonischen Fragmenten und sozialgeschichtlichen Dokumenten des Priorats bis hin zu einer bedeutenden numismatischen Sammlung, deren Prunkstücke seltene Münzprägungen aus der Ära der Kreuzzüge sind. Neben historischen Waffen und Rüstungen besticht die Sammlung vor allem durch dekorative Kunst: Keramiken, Silberarbeiten, Möbel und sakrale Gewänder vermitteln einen Eindruck der Ausstattung europäischer Adelshäuser, deren Angehörige den Orden über Generationen hinweg als Mitglieder und Mäzene prägte.

Die Gemäldesammlung St. John’s Gallery beinhaltet religiöse Kunst sowie Porträts von Großmeistern, Rittern und Geistlichen. Die Sammlung erlangte Bekanntheit durch die Ausstellung einer Replik des Gemäldes „Die Falschspieler“ des lombardischen Malers Caravaggio, die möglicherweise von ihm selbst stammt.Rachel Job & Tom Foakes: Caravaggio: Facts and Fiction. Blogbeitrag. The Museum of the Order of St John. London. Link. Abgerufen am 24. April 2026.

Eine Sammlung von Drucken und Zeichnungen umfasst Porträts der Johanniter-Ritter, topografische Ansichten und Karten, die die Befestigungsanlagen der maltesischen Besitzungen des Ordens veranschaulichen, sowie Drucke des englischen Priorats und der Umgebung von Clerkenwell. Sie enthält auch Werke der Ölmalerin Alix Jennings aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.Artikel: Alix Jennings 1884-1980. Auf: artuk.com Archivierter Link. Abgerufen am 24. April 2026.

St John Ambulance Die Ausstellung über die St John Ambulance blickt auf die über 125-jährige Geschichte der Organisation zurück, die in mehr als 40 Ländern weltweit tätig war. Die Organisation wurde vom Order of St John gegründet und von den medizinischen Traditionen der Hospitaliter inspiriert.

Die Exponate reichen von Beispielen früher Krankentransporte bis hin zu miniaturisierten Erste-Hilfe-Kästen aus viktorianischer Zeit. Zu sehen sind Lehrbücher in zahlreichen Sprachen sowie Informationen zur Ersten Hilfe in den unterschiedlichsten Formen – von Zigarettenbildchen über Pop-up-Bücher bis hin zu Aufdrucken auf Verbandsmaterial.

Die Uniformsammlung umfasst sowohl festliche Galauniformen als auch eine Kadettenuniform aus dem Jahr 1922 und einen Gasschutzanzug des Zivilschutzes (A.R.P.); zudem zeigen Plakate und Werbeanzeigen Uniformen aus den verschiedensten Epochen. Die Sammlung von Medaillen, Trophäen und dekorativen Urkunden vermittelt einen Eindruck von den Leistungen der Mitglieder – darunter auch eine Urkunde, die von einem Fälscher in einem Kriegsgefangenenlager angefertigt wurde. Banner und Textilien sowie persönliche Erinnerungsstücke aus unterschiedlichen Zeiten und von verschiedenen Standorten der Organisation erinnern an besondere Anlässe aus der Geschichte des Ordens.

In einem Album hielt Lyn Brown ihre Eindrücke fest, als sie 1945 als eine der ersten Personen das kurz zuvor befreite KZ Bergen-Belsen betrat.

Das Filmarchiv gewährt Einblicke in die Zusammenarbeit der St John Ambulance mit der Filmindustrie, während eine umfangreiche Fotosammlung Aufschlüsse über individuelle Lebenswege, den gesellschaftlichen Wandel sowie die Entwicklung der Organisation selbst bietet. Zeitzeugenberichte – die insbesondere die Zeit des Zweiten Weltkriegs detailliert beleuchten – decken zudem ein breites Spektrum an Themen ab: von der Ersten Hilfe während der Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre über den Aufbau einer Ortsgruppe in Sansibar in den 1950er-Jahren bis hin zur Arbeit eines Betreuungsbeauftragten während des Golfkriegs von 1991.

Weblinks

Chapter XL: Clerkenwell: (Teil 1 von 2). Old and New London. Band 2 (1878). British History Online. Abgerufen am 25. April 2026.

Einzelnachweise

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