Die irakische Fußballnationalmannschaft ist eine vom Nationaltrainer getroffene Auswahl irakischer Fußballspieler. Sie repräsentiert den nationalen Fußballverband Iraqi Football Association auf internationaler Ebene, zum Beispiel in Freundschaftsspielen gegen die Auswahlmannschaften anderer nationaler Verbände, aber auch bei der Asienmeisterschaft des asiatischen Kontinentalverbandes AFC oder der Fußball-Weltmeisterschaft der FIFA. Organisiert wird die irakische Mannschaft von der Iraq Football Association. Diese wurde 1948 gegründet und trat im selben Jahr der FIFA bei. 1971 wurde sie dann auch Mitglied des AFC.
Die größten Erfolge der Mannschaft aus dem Nahen Osten waren der Gewinn der Asienmeisterschaft 2007 sowie die Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko und am FIFA-Konföderationen-Pokal 2009 in Südafrika.
Spielkleidung Die irakische Mannschaft trat bei Heimspielen traditionell im grünen Trikot und auswärts in weiß auf. In den letzten Jahren wurde allerdings das weiße Trikot als Heimfarbe verwendet, so beispielsweise bei der Asienmeisterschaft 2007 und dem Konföderationenpokal 2009.
Bei der Weltmeisterschaft 1986 waren es die Farben blau und gelb. Während der 1990er Jahre und bis ins Jahr 2002 hatte die Mannschaft ein schwarzes Trikot anstelle des weißen.
Ausstatter ist Peak Sports.
Heimstätte und Länderspiele Heimatstadion der irakischen Mannschaft ist das 1966 erbaute und 45.000 Zuschauer fassende Al-Shaab-Stadion in Bagdad. Aufgrund der Kriege und der Instabilität im Land fanden allerdings selten Spiele im Irak statt. In den 1980ern musste die Mannschaft ihre Länderspiele aufgrund des ersten Golfkrieges in den Nachbarländern austragen, qualifizierte sich dennoch für die Weltmeisterschaft 1986 und die Olympischen Spiele 1988.
In den 1990er Jahren konnte die Mannschaft wieder in Bagdad spielen, aus politischen Gründen verweigerten einige Mannschaften wie etwa Saudi-Arabien die Reise in den Irak. Das letzte Spiel vor dem Irakkrieg fand am 22. Juli 2002 gegen Syrien statt. Aufgrund der instabilen Sicherheitslage nach dem Sturz des Regimes musste die Mannschaft ihre Heimspiele in neutralen Austragungsorten (Syrien, Jordanien, Katar, Vereinigte Arabische Emirate) austragen.
Erst sieben Jahre später konnte die Mannschaft wieder zuhause antreten. Am 10. Juli 2009 traf der Irak auf Palästina und gewann im Franso-Hariri-Stadion von Erbil mit 3:0. Am 13. Juli folgte das zweite Länderspiel in Bagdad, Endstand 4:0 für den Irak. Bei dem Spiel in Bagdad waren mehr Menschen im Stadion als an Kapazität vorhanden. Einige wichen sogar auf die Laufbahn des Stadions aus., fifa.com vom 14. Juli 2009.
Aufgrund der guten Organisation und der stabilen Sicherheitslage in der autonomen kurdischen Provinz hob der asiatische Verband die nach dem Krieg verhängte Sperre gegen die Austragung von Heimspielen am 15. Juli 2009 auf. Fortan konnte der Irak seine Spiele in Erbil ausrichten.AFC green-light to Arbil as venue, the-afc.com vom 15. Juli 2009. Der Irakische Verbandspräsident Hussein Saeed sagte, dass er auch Bagdad und Sulaimaniyya als Spielstätten bestätigen lassen möchte. Das erste Spiel in Sulaimaniyya wurde am 18. Dezember 2010 ausgetragen, der Irak verlor die Partie gegen Syrien mit 0:1.
Beim WM-Qualifikationsspiel der irakischen Mannschaft gegen Jordanien am 2. September 2011 kam es im überfüllten Franso-Hariri-Stadion zu einem Stromausfall. Die FIFA verlagerte die restlichen Spiele der Qualifikation daraufhin aufgrund von Sicherheitsbedenken sowie der Verletzung von Sicherheitsvorschriften erneut außerhalb des Landes. Als Folge dieser Entscheidung trug der Irak die restlichen Heimspiele der WM-Qualifikation in der katarischen Hauptstadt Doha aus., sportal.de vom 23. September 2011. Freundschaftsspiele wurden dagegen 2013 in Bagdad ausgetragen, z. B. am 27. Mai 2013 gegen Liberia.
Als Austragungsort der Spiele für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2018 wurde die Islamischen Republik Iran geplant.Mir Farhad Ali Khan: Crisis-Hit Countries Can Play World Cup Qualifiers in Iran, persianfootball.com vom 29. April 2015. Nach Aufhebung einer Sperre durch den Fußball-Weltverband FIFA hat die Nationalmannschaft des Irak ihr erstes Heimländerspiel seit vier Jahren gewonnen. Am 1. Juni 2017 besiegten die Gastgeber in Basra Jordanien mit 1:0 (1:0). Den Treffer des Tages erzielte Alaa Abdul-Zahra in der 14. Minute. Nach offiziellen Angaben sicherten insgesamt 5000 Polizisten und Ordnungskräfte die Austragung der Partie ab. „Wir hoffen, dass wir nun bald auch wieder Pflichtspiele in unserem Land austragen dürfen“, sagte Ali Jabbar, Generalsekretär des irakischen Verbandes. Die FIFA hat die Heimspielsperre für das krisengeschüttelte Land bislang nur für die Städte Basra, Kerbela und Erbil auf Bewährung aufgehoben. Binnen drei Monaten soll eine endgültige Entscheidung fallen.
Geschichte der Nationalmannschaft Beginn des Fußballs (1920–1959) Die Geschichte des Fußballs entwickelte sich zur Zeit des britischen Mandats über den Irak (ab 1920). Bereits 1924 traf eine irakische Auswahlmannschaft auf eine Mannschaft britischer Soldaten in Bagdad und verlor mit 1:2. Am 4. Juli 1931 wurde mit Al-Quwa al-Dschawiya (deutsch: Luftwaffe) der erste Fußballklub des Landes gegründet. Im Laufe der 1930er und 1940er Jahre wurden immer mehr Vereine gegründet, und das Spiel gewann zunehmend an Popularität im Land.
Am 6. Oktober 1948 schlossen sich 14 heimische Mannschaften zur Iraqi Football Association zusammen, 1950 wurde der Verband offizielles FIFA-Mitglied. Die ersten – noch inoffiziellen – Spiele trug die Mannschaft 1951 während eines Aufenthaltes in der Türkei aus, so verlor man mit 0:7 gegen die B-Mannschaft der Türken sowie mit 5:7 gegen eine Auswahl Ankaras. Sechs Jahre später – während der Panarabischen Spiele in Beirut – fand das erste offizielle Länderspiel der Irakischen Nationalmannschaft gegen Marokko statt. Beim 3:3-Unentschieden trafen Ammo Baba, Youra Eshaya und Fakhri Mohammed Salman für den Irak. Den ersten Sieg erlangte die Mannschaft am 23. Oktober während derselben Endrunde beim 3:1 über Libyen, zuvor hatte man noch mit 2:4 gegen Tunesien verloren.
An der ersten internationalen Turnier-Qualifikation nahm der Irak an den Qualifikationsspielen zu den Olympischen Spielen 1960 teil. Dort startete man zwar mit Siegen gegen den Libanon, gegen die Türkei hatte man allerdings keine Chance und schied aus.
Die 1960er und 1970er Jahre Im Jahr 1964 folgte dann der erste Gewinn einer Meisterschaft, beim Arabischen Nationenpokal in Kuwait konnte der Irak durch Siege über Jordanien, Kuwait und den Libanon sowie ein Unentschieden gegen Libyen die Meisterschaft für sich entscheiden. Zwei Jahre später besiegte man Syrien im Finale mit 2:1 und konnte seinen Titel verteidigen.
Aufgrund der Mitgliedschaft Israels hatte der Irak die Asiatische Konföderation lange boykottiert. Erst 1971 erfolgte der Beitritt. Noch im selben Jahr konnte sich der Irak erstmals für die 5. Asienmeisterschaft im Jahre 1972 qualifizieren, dort schied die Mannschaft allerdings in der Vorrunde aus. Vier Jahre später konnte man das Halbfinale erreichen und wurde letztendlich Vierter. Im Jahre 1973 meldete sich der irakische Verband erstmals für die WM-Qualifikation. Das erste WM-Qualifikationsspiel bestritt der Irak am 11. März 1973 gegen Australien (Endstand 1:3). Im weiteren Qualifikationsverlauf konnte die Mannschaft drei Spiele gewinnen und spielte zudem noch zweimal Unentschieden, am Ende verpasste man aber das Weiterkommen mit einem Rückstand von einem Punkt gegenüber dem späteren WM-Teilnehmer Australien. Zur WM-Qualifikation 1978 trat man aus Protest gegen die Platzierung Israels in der Asiatischen Zone nicht an.
Ab 1976 nahm der Irak an dem Golfpokal teil. Bei der vierten Ausgabe, welche zugleich die erste Teilnahme für die Mannschaft war, belegte man den zweiten Platz hinter Kuwait. Ab 1974 nahm man auch an den Asienspielen teil und erreichte jeweils das Viertel- (1974) bzw. das Halbfinale (1978).
1978 wurde der ehemalige Nationalspieler Ammo Baba Trainer des Irak, der erfolgreichste Trainer der Mannschaft sollte bis 1997 noch sechsmal als Trainer berufen werden.
Aufschwung der 1980er Jahre Die bis dahin erfolgreichste Zeit erlebte der irakische Fußball in den Jahren von 1979 bis 1988. Der Irak nahm an drei Olympischen Spielen teil und qualifizierte sich auch erstmals in seiner Geschichte für eine WM-Endrunde. Auf regionaler Ebene konnte die Mannschaft 1982 die Goldmedaille der Asienspiele sowie drei Golfpokaltitel (1979 in Bagdad, 1984 im Oman und 1988 in Saudi-Arabien) gewinnen. Im Jahr 1985 konnte der Irak mit der B-Mannschaft den Arab Cup und die Panarabischen Spiele gewinnen, 1988 folgte ein weiterer Titel beim Arab Cup.
Olympische Sommerspiele 1980
Die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen von Moskau war für den Irak der erste Auftritt auf internationaler Bühne. Die Qualifikation zur Endrunde hatte die Mannschaft nach einer 2:3-Niederlage gegen Kuwait zunächst verpasst, da jedoch mehrere Staaten die Spiele aus politischen Gründen boykottierten, wurde der Irak anstelle von Malaysia zu den Spielen eingeladen.
In der Vorrunde traf man auf Jugoslawien, Finnland und Costa Rica. Letztere besiegte der Irak mit 3:0. Dem Sieg gegen die Südamerikaner folgten zwei Unentschieden gegen Finnland und Jugoslawien und somit der Einzug ins Viertelfinale. In Kiew unterlag man der DDR mit 0:4 und schied aus.
Olympische Sommerspiele 1984
Erstmals in der Geschichte des irakischen Fußballs konnte der Irak 1984 eine Qualifikation zu den Olympischen Spielen erfolgreich abschließen. Nachdem man bei der Finalrunde der Qualifikationsrunde zunächst nur den zweiten Gruppenplatz hinter Katar erreicht hatte, trat die Mannschaft im Entscheidungsspiel gegen Südkorea an. Diese Partie endete mit einem 1:0-Sieg über die Ostasiaten und somit war man für die Spiele in Los Angeles qualifiziert.
Beim Turnier kam man allerdings nicht über die Vorrunde hinaus. Dem Unentschieden gegen Kanada im Eröffnungsspiel folgten zwei Niederlagen gegen Kamerun und Jugoslawien. Gegen die Kicker aus dem Balkan wurde eine zeitweilige 2:0−Führung verspielt, das Spiel endete mit einer 2:4−Niederlage.
Fußball-Weltmeisterschaft 1986
Zwölf Jahre nach dem ersten WM-Qualifikationsspiel gelang dem Irak die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko. In der ersten Runde setzte man sich knapp gegen Katar durch, aufgrund des ersten Golfkrieges musste die Mannschaft ihre Heimspiele zunächst in Kuwait, dann in Saudi-Arabien austragen. Das entscheidende Spiel der ersten Runde wurde im indischen Kalkutta ausgetragen, dort siegte der Irak mit 2:1 gegen Katar. Im Halbfinale der Qualifikation gewann man zunächst mit 3:2 in Dubai gegen die VAE, das zweite Spiel ging mit 1:2 verloren, der Irak konnte sich aber aufgrund der Auswärtstorregel für das Finale qualifizieren. Finalgegner Syrien wurde in Taif (Saudi-Arabien) mit 3:1 bezwungen, zuvor hatte die Mannschaft 0:0 in Damaskus gespielt. Mit dem Sieg über Syrien war die Mannschaft erstmals für die WM-Endrunde qualifiziert.
Bei der Endrunde in Mexiko gingen alle Vorrundenspiele verloren. So unterlag man gegen den Gastgeber und Paraguay jeweils mit 0:1. Gegen Belgien verlor die Mannschaft mit 1:2. In diesem Spiel erzielte Ahmed Radhi den bisher einzigen WM-Treffer für den Irak.
Olympische Sommerspiele 1988
Zum dritten Mal in Folge war die irakische Fußballmannschaft bei den Sommerspielen in Seoul vertreten. In der Qualifikation setzte man sich gegen Katar, Kuwait und Saudi-Arabien durch. Das entscheidende Spiel gegen Kuwait gewann der Irak mit 1:0 und löste somit das Ticket zur Endrunde.