mini|Der Bildausschnitt zeigt von rechts Florence Margaret Durham mit ihrem Schwager William Bateson und seiner Frau Beatrice (Durham) Bateson, 1906.

Florence Margaret Durham (* 9. Dezember 1869 in London, England; † 25. Juni 1949 ebenda) war eine britische Genetikerin und Hochschullehrerin. Ihre Forschungen zur Vererbung der Fellfarbe bei Mäusen und des Gefieders bei Kanarienvögeln zeigten, wie Merkmale auf komplexe Weise interagieren können. Diese Studien lieferten damit erste Belege für Epistase und untermauerten die damals noch diskutierten Mendelschen Regeln.

Leben und Werk mini|Illustration aus dem Bericht der dritten Internationalen Konferenz 1906 über Genetik. William Bateson, Beatrice (Durham) Bateson und Florence Durham sind unten rechts abgebildet.

Durham war eine von sechs Töchtern des Arztes Arthur E. Durham und seiner Frau Mary Ann Cantwell und eines von neun Geschwistern, darunter Edith Durham, Herbert Durham, Lilla Durham sowie Frances Hermia Durham. Sie studierte von 1888 bis 1892 Naturwissenschaften am Girton College, wo sie ihren Abschluss mit Auszeichnung erhielt. Von 1893 bis 1899 lehrte sie Biologie an verschiedenen Institutionen in London, darunter am Royal Holloway College und am Froebel College. Von 1904 bis 1910 unterrichtete sie Physiologie am Newnham College.

Nachdem sie eigene Forschungsergebnisse in Biologie veröffentlicht hatte, entschied sie sich Anfang des 20. Jahrhunderts, als Doktorandin in William Batesons Labor in Cambridge zu arbeiten. Sie forschte im Team einer informellen Genetikschule, dem John Innes Centre an der Universität Cambridge unter der Leitung von Bateson. Ihre Arbeit konzentrierte sich auf die Vererbung der Haarfarbe bei Mäusen und der Federfarbe bei Vögeln, und ihre Ergebnisse trugen dazu bei, Mendels Vererbungsgesetze zu bestätigen und zu erweitern. Sie arbeitete mit Bateson zusammen und wandte dessen Konzept der Epistase auf die Vererbung der Fellfarbe bei Mäusen an, um die Dominanzverhältnisse verschiedener Phänotypen zu erklären.

Von 1917 bis zu ihrer Pensionierung 1930 arbeitete Durham am heutigen National Institute for Medical Research in der Abteilung für Biochemie und Pharmakologie. Dort war sie an der Festlegung biologischer Standards für Neosalvarsan, ein frühes Syphilis-Medikament, beteiligt. Darüber hinaus führte sie neun Jahre lang genetische Untersuchungen an Mäusen durch, die nahelegten, dass elterlicher Alkoholismus bei der Maus kein vererbbares Merkmal ist.https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC2985215/

Nach ihrer Pensionierung lebte sie in Devon. Sie starb 1949 im Alter von 80 Jahren.

Veröffentlichungen (Auswahl) On the Presence of Tyrosinase in the Skins of Some Pigmented Vertebrates: Preliminary Note. Proc. Roy. Soc. London, 74, 1905, S. 311–313. Further Experiments on the Inheritance of Coat Colour in Mice. Journal of Genetics. 1 (3), 1910–1911, S. 159–178. doi:10.1007/bf02981549. S2CID 45721734. mit Caroline Pellew: The Genetic Behaviour of the Hybrid Primula Kewensis, and its Allies. Journal of Genetics. 5 (3), 1916, S. 159–182. doi:10.1007/bf02981838. S2CID 2653720. Sex Linkage and Other Genetical Phenomena in Canaries. Journal of Genetics, 17, 1917, S. 19–32. mit H. M. Woods: Alcohol and Inheritance: An Experimental Study. Special Report Series, Medical Research Council 168, 1932.

Literatur Alan Cock: Anna Bateson of Bashley: Britain’s First Professional Woman Gardener. Hampshire, 1979, 19. Jg., S. 59–62. M. L. Richmond: The ‘Domestication’ of Heredity: The Familial Organization of Geneticists at Cambridge University, 1895–1910. J Hist Biol 39, 2006, S. 565–605. doi:10.1007/s10739-004-5431-7

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