Manhuaçu ist eine brasilianische Stadt im Bundesstaat Minas Gerais im Südosten des Landes. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf rund 97.000 geschätzt.
Geografie und Klima Manhuaçu liegt im Osten von Minas Gerais auf einer Höhe von etwa 638 Metern über dem Meeresspiegel. Die Gemeinde befindet sich im Einzugsgebiet des Rio Manhuaçu, eines Nebenflusses des Rio Doce.
Das Klima ist tropisch mit Höhenlage, was zu etwas milderen Temperaturen als in tiefer gelegenen Regionen führt. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei knapp 20 Grad.Manhuacu Climate Data Die Landschaft ist durch hügeliges Gelände und landwirtschaftliche Nutzung geprägt.
Geschichte Die Region wurde im 19. Jahrhundert im Zuge der landwirtschaftlichen Expansion und des Goldrauschs besiedelt. Ab 1830 entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Zentrum der Kaffeeproduktion, wobei der Wohlstand der Ortschaft auf der Ausbeutung von Sklaven beruhte. Noch heute stehen in der Altstadt mehrere Herrenhäuser aus dieser Zeit. 1877 wurde Manhuaçu (damals Manhuassú) offiziell zur Stadt erhoben. Die Gemeinde war ursprünglich deutlich größer, wurde durch Abspaltungen neuer Gemeinden auf ihren Kern beschränkt.
1896 rief Serafim Tibúrcio da Costa, nachdem er die Wahl zum Bürgermeister der Gemeinde verloren hatte, die Republik Manhuassú aus, die sogar eigene Münzen ausgab. Der Aufstand in Manhuassú musste von der Regierung gewaltsam niedergeschlagen werden.
Die Schreibweise von Manhuassú wurde 1948 per Gesetz in Manhuaçu geändert.
Demografie Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf etwa 97.000 Personen geschätzt. Die Bevölkerung lebt zu 80 Prozent im urbanisierten Ortskern. Knapp 49 Prozent der Bevölkerung bezeichnet sich als Pardo (gemischter ethnischer Abstammung), 42 Prozent als Weiße und knapp 10 Prozent als Afrobrasilianer (2022).
JahrEinwohner199158.473200067.123201079.574202291.886Volkszählungen
Wirtschaft Die Wirtschaft von Manhuaçu ist stark durch die Landwirtschaft geprägt. Die Region zählt zu den wichtigsten Kaffeeanbaugebieten Brasiliens. Die Stadt fungiert zudem als regionales Versorgungszentrum. Die Fernstraße BR-262 führt durch die Stadt. Mit dem Flughafen Elias Breder verfügt sie außerdem über einen eigenen Regionalflughafen.
Religion Manhuaçu gehört zum römisch-katholischen Bistum Caratinga. Neben der katholischen Kirche sind auch protestantisch-freikirchliche Gemeinden vertreten.
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Kategorie:Ort in Minas Gerais Kategorie:Município in Minas Gerais Kategorie:Gemeindegründung 1877