mini|Protestschild gegen das Abbaggern des Ortes Holzweiler durch den Tagebau Garzweiler mini|Ehemalige und umgesiedelte Orte im Rheinischen Braunkohlerevier
Die Liste abgebaggerter Ortschaften benennt Ortschaften, die dem Bergbau über Tage weichen mussten.
Ortschaften werden als „abgebaggert“ bezeichnet, wenn ein Tagebau, z. B. Braunkohle, auf besiedeltes Gebiet ausgedehnt wurde und man sich dazu entschloss, darauf befindendes Siedlungsgebiet abzureißen, um die darunterliegende Braunkohle fördern zu können.
Von einer „Überbaggerung“ wird gesprochen, wenn über der ehemaligen Ortslage Abraumhalden entstehen. Ein Beispiel hierfür ist die Sophienhöhe über der ehemaligen Ortslage Lich-Steinstraß (Tagebau Hambach).
In Deutschland wurden alleine für den Braunkohlebergbau mehr als 300 Siedlungen devastiert und ca. 100.000 Menschen umgesiedelt., S. 218. Internetseite des Bundesumweltministeriums. Abgerufen am 21. Juni 2017.
Deutschland Helmstedter Braunkohlerevier Tagebau Alversdorf Alversdorf – Einwohner Anfang der 1970er-Jahre umgesiedelt und 1973 abgebaggert
Tagebau Wulfersdorf Büddenstedt – 1940 bis 1947 als Teil von der einstigen Gemeinde Büddenstedt abgebaggert und als Ortsteil Neu Büddenstedt schon vorher (1935) wieder neu angelegt
Tagebau Treue Runstedt – 1958 bis 1968 erfolgte der Abriss des Ortes Trendelbusch – musste Ende der 1950er-Jahre dem Braunkohletagebau weichen. Es war bis 1916 ein eigener Tagebau namens Trendelbusch am Rand des Ortes, der dann wesentlich später im Tagebau Treue aufging
Tagebau Wulfersdorf Wulfersdorf – 1940 bis 1944 abgerissen
Rheinisches Braunkohlerevier Tagebau Bergheim Fortuna – Ortsteil von Bergheim, in den 1980er-Jahren abgebaggert Kloster Bethlehem – gehörend zur Stadt Bergheim
Tagebau Fortuna-Garsdorf Garsdorf – Ortsteil von Bedburg – 1963–1965 umgesiedelt – 1965 abgebaggert Frauweiler – Ortsteil von Bedburg – 1963–1965 umgesiedelt und abgebaggert Wiedenfeld mit seinem Ortsteil Montagsend – Ortsteil von Bergheim – 1963–1965 umgesiedelt und abgebaggert Winkelheim – Ortsteil von Bedburg – bis 1977 umgesiedelt Buchholz (Bedburg) – Ortsteil von Bedburg – bis 1977 umgesiedelt Burg Holtrop – gehörend zur Gemeinde Niederaußem (heute Bergheim) – 1958 abgebaggert Giersberg – Gemeinde Glesch – 1968 abgebaggert Bedburg-Ost – kleinere zum Stadtgebiet Bedburg zählende Ortschaften, wie z. B. Geddenberg
Tagebau Frechen Mödrath – 1956 umgesiedelt – 1964 abgebaggert – umgesiedelt nach (Neu-)Mödrath, Stadtteil im Nordosten von Kerpen Bottenbroich – 1949 umgesiedelt – 1953 abgebaggert – umgesiedelt nach Neu-Bottenbroich Habbelrath – 1960 umgesiedelt – 1964 abgebaggert – umgesiedelt an den Nordostrand von Habbelrath Grefrath – bis 1965 umgesiedelt – 1965 abgebaggert – umgesiedelt an den Nordostrand von Grefrath Boisdorf – 1970 umgesiedelt – 1975 abgebaggert – teilweise umgesiedelt nach Neu-Bottenbroich und Habbelrath
Tagebau Garzweiler Belmen – Ortsteil von Jüchen – ab etwa 1980 umgesiedelt – nach 1985 bis 1992 abgebaggert – umgesiedelt nach Neu-Elfgen Borschemich – Ortsteil von Erkelenz – wurde zwischen 2006 und 2016 nach Borschemich (neu) umgesiedelt Elfgen – Ortsteil von Grevenbroich – ab etwa 1980 umgesiedelt – bis 1992 abgebaggert – umgesiedelt nach Neu-Elfgen Garzweiler – Ortsteil von Jüchen – 1984–1992 umgesiedelt – 2003 abgebaggert – umgesiedelt nach Neu-Garzweiler Alt-Holz – Ortsteil von Jüchen – 2000–2006 umgesiedelt, Abrissbeginn Januar 2006–2011 abgebaggert – umgesiedelt nach Neu-Holz Immerath – Ortsteil von Erkelenz – 2006–2022 umgesiedelt – umgesiedelt nach Immerath (neu) Königshoven – Ortsteil von Bedburg – 1976–1978 umgesiedelt – 1983 abgebaggert – umgesiedelt nach (Neu-)Königshoven Lützerath – Ortsteil von Erkelenz – 2006–2022 umgesiedelt – umgesiedelt nach Immerath (neu) Morken-Harff – 1970–1975 umgesiedelt – nach 1975 abgebaggert – umgesiedelt nach Neu Morken-Harff Alt-Otzenrath – Ortsteil von Jüchen – 2000–2006 umgesiedelt – 2007 abgebaggert – umgesiedelt nach Otzenrath Pesch – Ortsteil von Erkelenz – 2005–2006 umgesiedelt – umgesiedelt nach Pescher Kamp Priesterath – Ortsteil von Jüchen – 1987 umgesiedelt – 2003 abgebaggert – umgesiedelt nach Neupriesterath Reisdorf (Grevenbroich) – Ortsteil von Grevenbroich – ab 1959 aufgelassen – um 1990 abgebaggert Alt-Spenrath – Ortsteil von Jüchen – 2006 umgesiedelt – 2009 abgebaggert – umgesiedelt nach Neu-Spenrath Schloss Harff – nach 1975 abgebaggert – umgesiedelt nach Neu Morken-Harff
Tagebau Hambach Etzweiler – Ortsteil von Elsdorf (Rheinland) – 1995–2003 umgesiedelt – 2011 abgebaggert – umgesiedelt nach Neu-Etzweiler Lich-Steinstraß – Ortsteil von Niederzier – 1981–1989 umgesiedelt – 1989 abgebaggert und überbaggert (Sophienhöhe) – umgesiedelt nach Jülich-Lich-Steinstraß Tanneck (Elsdorf) – Ortsteil von Elsdorf (Rheinland) – 2010 umgesiedelt – 2013/14 abgebaggert Gesolei – Siedlung im Süden von Elsdorf (Rheinland) – 1995–2003 umgesiedelt – umgesiedelt nach Neu-Etzweiler
Tagebau Inden Altdorf – Ortsteil von Inden – 1992–1999 umgesiedelt – 2005 abgebaggert – umgesiedelt nach Inden/Altdorf Geuenich – Ortsteil von Inden – bereits im 17. Jahrhundert bis auf die mittelalterliche Pfarrkirche aufgelassen, anschließend Friedhof und Gedenkstätte – 2005 abgebaggert Inden – ehemalige Ortsmitte von Inden – 1992–1999 umgesiedelt – 2005 abgebaggert – umgesiedelt nach Inden/Altdorf Pattern – Ortsteil von Aldenhoven – 1985–1990 umgesiedelt – umgesiedelt nach Neu-Pattern Pier, ein Ortsteil von Inden, 2005–2013 umgesiedelt – 2014 abgebaggert – umgesiedelt nach Pier (Langerwehe), Schophoven und Inden/Altdorf Pommenich, gehörte zu Pier, 2005–2013 umgesiedelt – 2014–2015 abgebaggert – umgesiedelt nach Pier (Langerwehe), Schophoven und Inden/Altdorf Vilvenich, gehörte zu Pier, 2005–2013 umgesiedelt – 2015 abgerissen – umgesiedelt nach Pier (Langerwehe), Schophoven und Inden/Altdorf Lohn – Ortsteil von Eschweiler – 1972 umgesiedelt – 1974 abgebaggert – umgesiedelt nach Neu-Lohn Pützlohn – Ortsteil von Eschweiler – 1962–1972 umgesiedelt – 1975 abgebaggert – umgesiedelt nach Neu-Lohn Erberich – Ortsteil von Eschweiler – 1979 umgesiedelt – 1981–1985 abgebaggert – umgesiedelt nach Neu-Lohn
Tagebau Zukunft-West Westhälfte von Fronhoven – Ortsteil von Eschweiler – 1972 umgesiedelt – 1974 abgebaggert – umgesiedelt nach Neu-Lohn Rittergut Hausen – 1969 umgesiedelt – 1976 abgebaggert Langendorf – Ortsteil von Eschweiler – 1972 umgesiedelt – 1977 abgebaggert – umgesiedelt nach Neu-Lohn Langweiler – Ortsteil von Aldenhoven – 1970 umgesiedelt – 1973 angebaggert – umgesiedelt nach Weiler Langweiler und Neu-Langweiler Laurenzberg – Ortsteil von Eschweiler – 1972 umgesiedelt – 1974 abgebaggert – umgesiedelt nach Dürwiß Lürken – Ortsteil von Eschweiler – 1960–1963 umgesiedelt – 1965 abgebaggert Obermerz – Ortsteil von Aldenhoven – 1965–1971 umgesiedelt – 1972 abgebaggert Velau – gehörte zur Gemeinde Kinzweiler (heute Eschweiler) – 19?? umgesiedelt – 1950 abgebaggert
Lausitzer Braunkohlerevier Im Lausitzer Revier wurden bisher über 80 Orte und Gemeindeteile durch Tagebaue und Kühlwasserreservoirs für Kraftwerke abgebrochen und über 30 teilweise devastiert.
→ siehe dazu die Hauptliste Liste der abgebrochenen Orte im Lausitzer Kohlerevier
Mitteldeutsches Braunkohlerevier Siehe auch Kirchenabrisse aufgrund von Wirtschaftsinteressen Tagebau Borna-Ost/Bockwitz Borna-Ost mit Siedlung Abtei, 1964 bis 1966 devastiert Bockwitz, Gemarkung Bockwitz, Gemeinde Borna – östlich von Borna – 1989 devastiert – wegen Schließung des Tagebaues nicht mehr abgebaggert
Tagebau Borna-West Blumroda – 1952/57 überbaggert Hartmannsdorf – 1957 bis 1960 teilweise überbaggert Görnitz – 1961 bis 1963 überbaggert Alt-Deutzen – 1961 bis 1963 devastiert, als Neu-Deutzen westlich der alten Ortslage neu aufgebaut
Tagebau Cospuden Gut Lauer, Gemarkung Lauer, Gemeinde Leipzig – 1983 bis 1986 umgesiedelt und überbaggert, jetzt im Cospudener See Cospuden, Gemarkung Cospuden, Gemeinde Markkleeberg – ehem. OT von Markkleeberg – zwischen 1973 und 1980 devastiert, jetzt im Cospudener See
Tagebau Delitzsch-Südwest/Breitenfeld Grabschütz – Ort südlich von Delitzsch – 1985 umgesiedelt Kattersnaundorf – Ort südlich von Delitzsch – 1981 umgesiedelt Kömmlitz – Ort südlich von Delitzsch – 1988 devastiert – wegen Schließung des Tagebaues nicht mehr abgebaggert Lössen – Ort südlich von Delitzsch – 1988 devastiert – wegen Schließung des Tagebaues nicht mehr abgebaggert Schladitz – Ort südlich von Delitzsch – 1990 devastiert – wegen Schließung des Tagebaues nicht mehr abgebaggert, als Neu-Schladitz bei Rackwitz wieder aufgebaut, siehe Schladitzer See Werbelin – Ort südlich von Delitzsch – 1992 trotz massiver Proteste devastiert – wegen Schließung des Tagebaues nicht mehr abgebaggert, siehe Werbeliner See Wolteritz – Ort südlich von Delitzsch – Ortsverlegung und Devastierung vorgesehen – wegen Schließung des Tagebaues nicht mehr umgesetzt
Tagebau Deutzen Bergisdorf – westlich von Borna – 1951 aufgelöst Röthigen – nördlich von Regis-Breitingen – 1957/58 aufgelöst, teilweise devastiert
Tagebau Edderitz Edderitz, Gemarkung Edderitz, Gemeinde Edderitz – südlich der heutigen Ortslage – 1938 bis 1953 umgesiedelt und überbaggert (einzig der Friedhof nicht), jetzt Edderitzer See
Tagebau Espenhain Geschwitz, Gemarkung Geschwitz, Gemeinde Rötha – nördlich von Rötha – 1951 bis 1953 umgesiedelt und überbaggert, jetzt rekultiviert (neuer Lauf der Gösel) Rüben, Gemarkung Rüben, Gemeinde Rötha – nördlich von Rötha – 1955 bis 1957 umgesiedelt und überbaggert, jetzt Rückhaltebecken Stöhna Stöhna, Gemarkung Stöhna, Gemeinde Böhlen – nördlich von Böhlen – 1955 bis 1957 umgesiedelt und überbaggert, jetzt Rückhaltebecken Stöhna Großdeuben, Gemarkung Großdeuben, Gemeinde Böhlen – östliche Anteile 1955 bis 1957 umgesiedelt und überbaggert, jetzt rekultiviert Zehmen, Gemarkung Zehmen, Gemeinde Böhlen – nördlich von Böhlen – 1957 bis 1958 umgesiedelt und überbaggert, jetzt Rückhaltebecken Stöhna Gruna, Gemarkung Gruna, Gemeinde Großpösna, ehem. OT von Magdeborn – nordöstlich von Rötha – 1963 umgesiedelt und für Tagesanlagen im Drehpunkt des Tagebaus abgerissen, nördlicher Teil überbaggert Kötzschwitz, Gemarkung Magdeborn, Gemeinde Großpösna, ehem. OT von Magdeborn – nordöstlich von Rötha – 1963 umgesiedelt und überbaggert, jetzt im Störmthaler See Gaschwitz, Gemarkung Gaschwitz, Gemeinde Markkleeberg – östliche Feldfluren 1964 bis 1965 überbaggert, jetzt rekultiviert Crostewitz, Gemarkung Crostewitz, Gemeinde Markkleeberg – südlich von Markkleeberg-Ost – 1967 bis 1972 umgesiedelt und übergebaggert, jetzt Südufer Markkleeberger See Wüste Mark Getzelau, Gemarkung Crostewitz, Gemeinde Markkleeberg – südlich von Markkleeberg-Ost – ca. 1978 übergebaggert, jetzt im Markkleeberger See Großstädteln, Gemarkung Großstädteln, Gemeinde Markkleeberg – östliche Feldfluren 1967 bis 1972 überbaggert, jetzt rekultiviert Dechwitz, Gemarkung Dechwitz, Gemeinde Großpösna, ehem. OT von Magdeborn – nordöstlich von Rötha – ca. 1965 umgesiedelt und überbaggert, jetzt Deponie Cröbern Sestewitz, Gemarkung Dechwitz, Gemeinde Großpösna, ehem. OT von Magdeborn – nordöstlich von Rötha – 1967 bis 1968 umgesiedelt und überbaggert, jetzt Deponie Cröbern Göhren, Gemarkung Dechwitz, Gemeinde Großpösna, ehem. OT von Magdeborn – nordöstlich von Rötha – 1967 bis 1968? umgesiedelt und überbaggert, jetzt Deponie Cröbern Markkleeberg – südliche Teile 1974 bis 1975 umgesiedelt und überbaggert, jetzt Nordufer Markkleeberger See Vorwerk Auenhain, Gemarkung Auenhain, Gemeinde Markkleeberg, ehem. OT von Wachau – südlich von Wachau – 1976 umgesiedelt und überbaggert, jetzt rekultiviert, Feriensiedlung Seepark Auenhain