Kémi Séba (bürgerlich Stellio Gilles Robert Capo Chichi; * in Straßburg, Frankreich) ist ein beninischer Fundamentalist, der durch antisemitische, radikal-panafrikanistische, antiwestliche und besonders antifranzösische Positionen bekannt wurde. Er propagiert die rassistische Ideologie der Black Supremacy und nutzt in den sozialen Medien seine Verbindungen zum russischen Propagandaapparat. Er wurde zunächst als Anführer der in Frankreich 2006 aufgelösten Gruppierung Tribu Ka bekannt; später leitete er Urgences panafricanistes und trat in mehreren afrikanischen Ländern mit Kampagnen gegen den CFA-Franc und gegen den französischen Einfluss in Afrika ein.
Leben Séba wurde als Sohn beninischer Eltern in Frankreich geboren. Als Leiter von Tribu Ka geriet er Mitte der 2000er-Jahre in Frankreich wegen antisemitischer Vorfälle ins Blickfeld; die Gruppe wurde nach einem Aufmarsch in der Rue des Rosiers im Juli 2006 per Regierungsdekret aufgelöst. In Frankreich wurde er mehrfach wegen Anstiftung zum Rassenhass verurteilt, und im Juli 2024 verlor er per Dekret die französische Staatsangehörigkeit. Im Oktober 2024 wurde er in Paris festgenommen und von der DGSI zu mutmaßlichen Verbindungen mit der Gruppe Wagner befragt; später kam er ohne Strafverfolgung wieder frei. Im April 2026 nahmen südafrikanische Behörden ihn in Pretoria fest; zugleich lief eine Auslieferungsprozedur nach Benin wegen des Vorwurfs der Anstiftung zur Rebellion nach seiner Unterstützung des vereitelten Putschversuchs von 2025.
Wirken In Afrika wurde er mit Kampagnen gegen Françafrique und den CFA-Franc bekannt; besondere Aufmerksamkeit erhielt 2017 die öffentliche Verbrennung eines 5.000-CFA-Scheins in Dakar, nach der er in Senegal zunächst freigesprochen und kurz darauf ausgewiesen wurde. Er steht an der Spitze von Urgences panafricanistes und wurde 2024 von der Junta in Niger zum „conseiller spécial“ ihres Führers Abdourahamane Tiani ernannt; außerdem erhielt er einen nigrischen Diplomatenpass. Seit 2020 unterstützte er die Militärregime in Mali, Burkina Faso und Niger und trat für einen radikalisierten Panafrikanismus ein, der einer scharfe Ablehnung französischer Einflussstrukturen in der Region in den Mittelpunkt stellt. Seine politische Wirkung beruht wesentlich auf symbolischen Aktionen und großer Reichweite in sozialen Netzwerken; zugleich wurde er wiederholt als Akteur russischer Einflussnahme und Propaganda beschrieben.
Einzelnachweise
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