Baruch Schick aus Schklow (auch Baruch ben Jakob Schick, Baruch Schick von Shklov; hebräisch ברוך משקלוב; * 1744 in Schklow; † 1808 in Slutsk) war ein Rabbiner, Arzt, Autor und Übersetzer wissenschaftlicher Werke ins Hebräische. Er gilt als ein früher Vertreter der Haskala in Osteuropa und wurde besonders durch seine hebräische Übersetzung von Euklids Elementen bekannt.

Leben mini|Titelblatt von Yesod Olam („Grundlage der Welt“), Berlin 1777, herausgegeben von Baruch Schick aus Schklow Schick stammte aus einer angesehenen Rabbinergemeinde in Schklow. Sein Vater war dort Rabbiner. 1764 erhielt er die Rabbinatsordination und wirkte anschließend als Dayan in Minsk. Schon früh beschäftigte er sich neben dem traditionellen rabbinischen Studium mit wissenschaftlichen Fächern.

1776 kam Schick nach Berlin, wo er in Kontakt mit Vertretern der Berliner Haskala trat. Dort veröffentlichte er 1777 Ammudei Schamajim („Säulen des Himmels“) und Tiferet Adam („Herrlichkeit des Menschen“) sowie eine Ausgabe von Yesod Olam („Grundlage der Welt“) des mittelalterlichen Astronomen Isaak Israeli. Auf der Rückreise besuchte er 1778 Wilna; in der Vorrede zu seinem späteren Euklid-Druck überlieferte er eine dem Gaon von Wilna zugeschriebene Aufforderung, wissenschaftliche Werke ins Hebräische zu übertragen.

In Den Haag veröffentlichte Schick 1779 Derekh Jeschara („Der gerade Weg“), ein Werk über Medizin und Hygiene. 1780 erschien dort Sefer Oklidus, seine hebräische Übersetzung der ersten Bücher von Euklids Elementen. 1783 publizierte er in Prag Keneh ha-Middah („Maßstab“), eine aus dem Englischen übertragene Darstellung von Geometrie und Trigonometrie. Damit gehört er zu den frühen jüdischen Gelehrten, die naturwissenschaftliches Wissen systematisch in hebräischer Sprache vermittelten. mini|Approbationsseite aus Sefer Oklidus, Den Haag 1780 Später lebte Schick unter dem Schutz des Mäzens Joshua Zeitlin in Ustje bei Schklow. Gegen Ende seines Lebens wirkte er in Slutsk als Dayan und Arzt. Sein wissenschaftliches und publizistisches Ziel war es, jüdischen Lesern den Zugang zu Mathematik, Astronomie, Anatomie und Medizin in hebräischer Sprache zu eröffnen.

Werke (Auswahl)

Ammudei Schamajim („Säulen des Himmels“), Berlin 1777. Tiferet Adam („Herrlichkeit des Menschen“), Berlin 1777. Herausgabe von Isaak Israelis Yesod Olam („Grundlage der Welt“), Berlin 1777. Derekh Jeschara („Der gerade Weg“), Den Haag 1779. Sefer Oklidus (hebräische Übersetzung von Euklids Elementen), Den Haag 1780. Keneh ha-Middah („Maßstab“), Prag 1783; zweite Ausgabe Schklow 1791.

Literatur

David E. Fishman: A Polish Rabbi Meets the Berlin Haskalah: The Case of R. Barukh Schick. In: AJS Review. Band 12, Nr. 1, 1987, S. 95–121. Encyclopaedia Judaica: „Schick, Baruch ben Jacob“.

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Einzelnachweise

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