mini|Muhammad Shahidullah (1954) Muhammad Shahidullah (; * 10. Juli 1885 in Peyara, Britisch-Indien; † 1969 in Dhaka) war ein bengalischer Sprachwissenschaftler, Philologe, Schriftsteller und Hochschullehrer, der zu den bedeutendsten Gelehrten der modernen Bangla-Forschung zählt. Sein Name ist eng mit der Erforschung der Herkunft des Bengalischen, der Erschließung älterer Texte wie der Charyapada sowie mit Debatten um Sprache und kulturelle Identität in Bengalen und Pakistan verbunden.

Leben Shahidullah wurde im Dorf Peyara im damaligen Distrikt 24 Parganas geboren und begann seine Ausbildung in einem Maktab, bevor er die Howrah Zilla School besuchte. Nach einem ersten Abschluss von 1904 und dem F.A. von 1906 setzte er seine Ausbildung in Kalkutta, dem heutigen Kolkata, fort, schloss 1910 am City College ab und erwarb 1912 an der Universität Kalkutta einen M.A. in vergleichender Sprachwissenschaft. Dem Wechsel in dieses Fach ging voraus, dass ihm ein reguläres Sanskrit-Masterstudium wegen seiner muslimischen Herkunft verweigert wurde; dieser Konflikt wurde später als Shahidullah-Affäre bekannt. Im Jahr 1921 wechselte er an die neu gegründete Universität Dhaka, forschte später an der Universität Paris (Sorbonne) weiter und kehrte anschließend nach Dhaka zurück, wo er bis in die 1960er-Jahre in leitenden akademischen Funktionen wirkte. 1967 wurde er an der Universität Dhaka zum ersten Emeritus-Professor ernannt; 1969 starb er in Dhaka, und noch im selben Jahr erhielt die frühere Dhaka Hall seinen Namen. Wirken In seiner linguistischen Arbeit vertrat Shahidullah die These, dass das Bengalische aus dem Gaudi- beziehungsweise Magadhi-Prakrit hervorgegangen sei, und zeigte zudem nichtarische Verbindungen der Sprache auf. Zu seinen Leistungen zählen Forschungen zur Phonetik des Bengalischen, die Beschäftigung mit Regionaldialekten sowie das Wörterbuch Purba Pakistaner Anchalik Bhashar Abhidhan über die Dialekte Ostbengalens. Für die Charyapada war er ebenfalls von Bedeutung, da er deren Sprache erforschte und den Text 1928 in französischer Übersetzung einem internationalen Publikum zugänglich machte. Überdies wirkte er an großen Sprach- und Editionsprojekten mit, darunter am Purba Pakistani Bhashar Adarsha Abhidhan, an einer islamischen Enzyklopädie und an der Reform des bengalischen Kalenders innerhalb der Bangla-Akademie. Im Streit um die Staatssprache Pakistans setzte er sich gegen die Exklusivstellung des Urdu ein, protestierte bereits 1947 gegen entsprechende Forderungen und konterte das religiöse Urdu-Argument mit dem Hinweis, man müsse dann konsequenterweise eher Arabisch wählen. Die Bangla-Akademie erinnert mit Gedenkveranstaltungen an ihn, und die Universität Dhaka ehrte ihn durch die Benennung der Shahidullah Hall nach ihm.

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