Tangará da Serra ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Mato Grosso in der Região Centro-Oeste. Sie liegt im Südwesten des Bundesstaates und ist ein wichtiges regionales Zentrum der Landwirtschaft und des Handels. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf rund 115.000 geschätzt.

Geografie Tangará da Serra liegt im Südwesten von Mato Grosso auf einer Höhe von etwa 321 Metern über dem Meeresspiegel. Die Gemeinde gehört zum Einzugsgebiet des Rio Paraguai und wird unter anderem vom Rio Sepotuba durchzogen, einem wichtigen Nebenfluss. Das Gebiet ist für seine spektakulären Wasserfälle bekannt.

Die Landschaft ist durch Übergänge zwischen Cerrado-Savanne und tropischen Waldgebieten geprägt. Das Klima ist ein tropisches Savannenklima mit einer ausgeprägten Regenzeit im Sommer und einer Trockenzeit im Winter. Die Durchschnittstemperaturen liegen meist zwischen 22 und 32 °C.

Die knapp 11.600 km² große Gemeinde teilt sich auf in die fünf Distrikte Tangará da Serra, Progresso, São Joaquim, São Jorge und Tapirapuã.

Geschichte Ursprünglich war das Gebiet, das heute die Gemeinde Tangará da Serra bildet, lange Zeit nur von den indigenen Stämmen der Nhambiquara und Paresi bewohnt. Im 18. Jahrhundert kamen erstmals Bandeirantes an. Im 20. Jahrhundert war die Errichtung einer japanische Kolonie geplant, was wegen dem Zweiten Weltkrieg jedoch nicht umgesetzt wurde.

Tangará da Serra entstand im Zuge der Besiedlung des Inneren von Mato Grosso in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Region wurde ab den 1960er Jahren als landwirtschaftliches Siedlungsprojekt erschlossen und 1969 zu einem Distrikt innerhalb der Gemeinde Barra do Bugres. Die ersten Siedler kamen vor allem aus den südlichen Bundesstaaten Brasiliens und begannen Mais anzubauen. 1976 wurde Tangará da Serra offiziell zur Gemeinde erhoben. Seitdem hat sich der Ort zu einer Großstadt entwickelt.

Demografie Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf etwa 115.000 Personen geschätzt. Die Bevölkerung ist überwiegend urban geprägt und wächst weiterhin. Ein großer Teil der Einwohner stammt aus anderen Regionen Brasiliens, insbesondere aus dem Süden. Bei der Volkszählung 2022 bezeichneten sich 36,3 Prozent als Weiße (Blanco), 53,6 Prozent als Farbige (Pardo) und 10,2 Prozent als Afrobrasilianer.

JahrEinwohner199140.614200058.840201083.4312022107.631Volkszählungen

Wirtschaft Die Wirtschaft von Tangará da Serra basiert vor allem auf der Landwirtschaft. Bedeutend sind insbesondere der Anbau von Sojabohnen, Baumwolle, Mais und Zuckerrohr. Die Region gehört zu den produktivsten Agrargebieten Brasiliens.

Darüber hinaus spielt die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte eine wichtige Rolle, insbesondere in der Zucker- und Ethanolproduktion. Auch Viehzucht und der wachsende Dienstleistungssektor tragen zur wirtschaftlichen Entwicklung bei.

Sehenswürdigkeiten Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen die Wasserfälle Quati und Salto Maciel, der Gemeindepark und der Rio Sepotuba. Die Stadt bietet ein städtisches Geschichtsmuseum und ein Haus der Kulturen, was sich mit den ansässigen indigenen Gemeinschaften beschäftigt. Das Arraiá da Serra, das im Juni stattfindet, ist eines der lebhaftesten „Festa Junina“-Festivals des Bundesstaates und bietet traditionelle Tänze, regionale Küche und Musikdarbietungen. Im September findet das Strandfestival am Ufer des Sepotuba statt.

Religion Tangará da Serra gehört zum römisch-katholischen Bistum Diamantino.

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