Karl Franz Lusser (* 7. März 1790 in Altdorf; † 21. August 1859 ebenda) war ein Schweizer Arzt, Naturforscher und Politiker.

Leben Karl Franz Lusser war der eheliche Sohn von Franziska Schmid und Statthalter Josef Maria Lusser. Er wuchs in Altdorf im Kanton Uri auf und besuchte dort die Lateinschule. Später setzte er seine schulische Ausbildung am Lyzeum in Solothurn und Freiburg fort. Es folgte das Medizinstudium an der Akademie in Bern (1810–1812). Lusser vertiefte seine medizinischen Studien an der Universität Freiburg im Breisgau (1812–1813). Im Jahr 1814 erwarb er das Urner Patent der Arzneikunst und eröffnete in Altdorf seine eigene Arztpraxis. 1815 diente er als Feldarzt bei den Innerschweizer Truppen.

1814 bekam Lusser das Angebot zu einer naturwissenschaftlichen Expedition nach Brasilien. Nur auf das entschiedene Veto seiner besorgten Mutter verzichtete er auf die Reise.

Karl Franz Lusser heiratete 1817 Therese Müller, eine Tochter des Jost Anton Müller, eines Urner Unternehmers und Politikers.

Karl Franz Lusser hatte verschiedene Altdorfer Gemeindeämter inne. Er war Mitglied der Zentralarmenpflege zur Zeit der Neuorganisation des Fürsorgewesens sowie der Zentralschulkommission bzw. des Erziehungsrates und des Kantonsgerichtes. 1846–1848 amtierte er als Landesstatthalter, 1848–1850 als Landammann. Als Politiker konservativer Richtung prägte Karl Franz Lusser die neue Urner Kantonsverfassung von 1850.

Lusser schrieb unter anderem eine "Geschichte des Kantons Uri" (1862). Von seinem Interesse für die Urner Geografie und Landeskunde zeugen mehrere Schriften sowie überlieferte Skizzen und Zeichnungen. Ausserdem betrieb Lusser geologische Studien im Raume Gotthard-Rigi und legte botanische Sammlungen an. Er war Mitglied verschiedener gelehrter Gesellschaften, zum Beispiel der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft, die er 1842 präsidierte und des Historischen Vereins der Fünf Orte.

Bedeutung Karl Franz Lusser war der bisher bedeutendste Naturforscher des Kantons Uri. Zu seinem 100-jährigen Todestag wurde am 14. November 1959 auf dem Haldi bei Schattdorf zu seinen Ehren ein Gedenkstein mit Inschrift eingeweiht.

Die Naturforschende Gesellschaft Uri (NGU) veröffentlichte 2026 ihren 27. Bericht unter dem Titel "Zoologia des Urnerlandes" in hybrider Form, das heisst gedruckt als Buch und digital als Website auf dem Internet. Die Publikation ist dem Gedenken an Landammann K. F. Lusser - Naturforscher 1790–1859 gewidmet. Sie enthält Originaltexte von Karl Franz Lusser und Kommentare aus heutiger Sicht des Biologen Urs Wüthrich und ist reich bebildert. Die Buchvernissage fand am 16. März 2026 in Altdorf statt.

Durch Zufall wurde ein Teil von Lussers mineralogischen Sammlung mit rund 2000 Exponaten wiedergefunden. Sie befand sich im Kollegium Schwyz. Dort wurde sie inzwischen im Unterricht nicht mehr genutzt. Der ehemalige Präsident der Naturforschenden Gesellschaft Uri, Walter Brücker stiess im Rahmen von Nachforschungen zur Botanik auf diese Sammlung und erkannte sofort die Handschrift von Karl Franz Lusser. In der Folge wurden die Mineralien in den Kanton Uri zurückgebracht, wo sie jetzt aufgearbeitet werden.

Veröffentlichungen

Weblinks

Zoologia des Urnerlandes Website zum Bericht Nr. 27 der NGU

Einzelnachweise

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