Wilken Friedrich von Behr (* 3. Juli 1677 in Hoya; † 4. Juli 1739 in Hoya) war ein braunschweig-lüneburgischer Generalmajor und zuletzt Chef des Infanterieregiments 7-A. Herkunft Seine Eltern waren der Schatzrat Johann Albrecht von Behr und dessen Ehefrau Sophia Eleonore von Haake. Leben Er besuchte die Universitäten in Rinteln und Leiden. Anschließend machte er eine Kavalierstour durch die Niederlande, Frankreich und Deutschland, bevor er sich für den Militärdienst entschied.
Er war zuerst Freiwilliger im celleschen Dragoner-Regiment (Bothmer). Im Jahr 1703 wurde er Kapitän (Hauptmann) im Infanterie-Regiment (Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg-Strelitz). Er kämpfte am 2. Juli 1704 am Schellenberg und am 13. August 1704 bei Hochstädt. 1707 machte er den Feldzug zum Rhein mit, 1708 war er wieder in den Niederlanden und kämpfte in der Schlacht bei Oudenaarde. 1711 kam er als Major in das Infanterie-Regiment (Diepenbroick). Bei der Belagerung von Bouchain konnte er ein hessisches Regiment retten, das von einem Ausfall der Besatzung überrascht wurde. Nach der Kapitulation der Festung, griffen die Franzosen erneut an. Dabei wurde das Bataillon geschlagen und musste nach Marschaing fliehen. Nach 14-tägiger Belagerung mussten sich die Truppen ergeben und sich gegen ein Lösegeld freikaufen.
1714 hatte es sich bei Eimbeck gesammelt. Es wurde aber dann nach Hamburg geschickt, um das Land gegen die Pest zu schirmen. Während des Großen Nordischen Krieges wurden 5000 Hannoveraner für 1715 und 1716 in dänischen Sold gestellt. Die Truppe konnte sich bei der Belagerung von Wismar auszeichnen.
Am 10. Juni 1719 wurde er dann zum Oberstleutnant im Infanterie-Regiment (Lucius) befördert und nahm an der Reichsexekution gegen Mecklenburg teil. Dort zeichnete er sich im Gefecht bei Wahlsmühlen gegen Russen und Mecklenburger aus. Er wurde schließlich 1728 Oberst und Chef des Regiments (Eimbeck), wo er den Oberst Eimbeck ersetzt. Mit dem Regiment nahm er an der Unterdrückung des Bauernaufstandes von 1733 in Mecklenburg teil. 1734 stand er mit dem Regiment unter dem Kommando von Prinz Eugen am Rhein. Am 28. Juni 1735 erfolgte seine Beförderung zum Brigadier. Er kam zur Armee unter Seckendorf und nahm am 20. Oktober 1735 im Gefecht bei Klausen die Höhen bei Klausen an der Salm ein.
Er wurde zum Generalmajor erhoben, starb aber am 4. Juli 1739 in Hoya, Stunden bevor ihn sein Generalspatent erreichte.
Familie Behr heiratete Wilhelmine Sophie von Spörken aus dem Haus Langlingen, ihre Eltern waren Ernst Wilhelm von Spörken und dessen Ehefrau Dorothea Elisabeth von Steinberg. Das Paar hatte mehrere Kinder: Wilhelmine Friederike (* 28. August 1731; † 29. Oktober 1790) ⚭ 1749 Wilken Christoph Friedrich von Behr auf Klein-Häuslingen Friedrich (* 1732; † 25. Dezember 1782), Jugendfreund von Ferdinand von Braunschweig Albrecht Ernst, Fähnrich, starb vor 1739 Henriette Louise († 30. Oktober 1810) ⚭ Johann Franz von Harstall, Ober-Landjägermeister in RintelnNeues genealogisches Reichs- und Staats-Handbuch, 1783, S. 96
Literatur Versuch einer Geschlechtsgeschichte des hochadelichen Hauses der Herren Behr im Hannoverschen und Curländischen, S. 114 Bernhard von Poten, Die Generale der Königlich Hannoverschen Armee und ihrer Stammtruppen in Militär-Wochenblatt: Beihefte, 1902, S. 261 Nr. 97
Einzelnachweise
Kategorie:Generalmajor (Braunschweig-Lüneburg) Kategorie:Regimentsinhaber der Frühen Neuzeit Wilken Friedrich Kategorie:Geboren 1677 Kategorie:Gestorben 1739 Kategorie:Mann