mini|Franziskanerkloster in Bludenz Das Franziskanerkloster Bludenz steht in der Kapuzinerstraße 2 der Stadtgemeinde Bludenz im Bezirk Bludenz in Vorarlberg. Das Kloster und die Klosterkirche stehen unter Denkmalschutz ().

Geschichte Die Gründung des Klosters erfolgte im Jahr 1645 als Kapuzinerkloster außerhalb der Stadtbefestigung vor dem Montafoner Tor. Erbaut wurde das Klostergebäude 1649/1650 vom Maurermeister Christoph Schueler und Adrian Keller. Im Jahr 1752 wurde südlich der Klosterkirche eine Krankenabteilung erbaut und später als Winterchor genutzt. 1756 erfolgte ostseitig eine bauliche Erweiterung als Provinzialtrakt. 1927 wurde nordseitig erweitert.

Von 1941 bis 1945 war das Kloster aufgehoben.

Am 10. Juli 1991 haben die Kapuziner das Kloster aus personellen Gründen aufgelassen. Die Franziskaner aus der Ordensprovinz Posen haben sich bereit erklärt, das Kloster zu übernehmen und im Sinne der Kapuziner weiterzuführen. 21 Besitzerpfarrgemeinden haben das Kloster in den Jahren 1992 bis 1996 renoviert.

Kloster Die Rechteckanlage um einen Klosterhof beinhaltet nördlich eine Klosterkirche und westlich eine Lourdeskapelle. Der Vorraum zwischen Lourdeskapelle und Pforte erhielt um 1900 ein Sprechzimmer. Über dem Eingang zum Pfortenvorraum befindet sich ein Gemälde von Bruder Konrad vom Maler Hubert Fritz. Im Vorraum befindet sich ein Kruzifix aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Klosterkirche Die Klosterkirche Mariä Heimsuchung des Gründungsbaues von 1649/1650 wurde nach einem Brand 1651 wiederhergestellt und 1651 geweiht. Der parallel zur Straße gelegene schlichte, nach Osten orientierte Bau hat ein Langhaus und einen eingezogenen Chor mit einem geraden Schluss unter einem gemeinsamen Satteldach. Der Turm mit einem Spitzhelm steht über dem Chor. Die westliche Giebelfront hat zwei Flachbogenfenster und ein Kreisfenster. Das Rundbogenportal mit einer abgefasten Steinlaibung mit der Jahresnennung 1648 hat einen gemauerten Vorbau. Die Langhausnordwand hat drei Flachbogenfenster.

Das Kircheninnere zeigt ein Langhaus mit einer Flachdecke über einer Hohlkehle, drei Flachbogenfenstern in der Nordwand, einem eingezogenen, abgefasten runden Chorbogen, einem eingezogenen einjochigen Chor mit einem Kreuzgratgewölbe und einem geraden Schluss. Der Chor hat nordseitig ein Flachbogenfenster und rechts einen Eingang in die Sakristei und zum Kreuzgang. Hinter dem Chor befindet sich ein einjochiger Mönchschor.

Einrichtung: An der Altarwand die Figur Maria mit Kind und zwei Engel von Jakob Summer 1960, gefasst von Pecoraro. An der Chorbogenwand die Figuren hl. Franz von Assisi links und hl. Fidelis rechts von Jakob Summer 1961 und je ein Kruzifix von Gottfried Kössler 1949. An der rechten Langhauswand befindet sich ein lebensgroßes Kruzifix von Gottfried Detomaso. Die Beichtstühle sind neobarock.

Die Kreuzwegstationen als Fresko schuf der Maler Hubert Fritz 1947/1948.

Lourdeskapelle Die Kapelle wurde ursprünglich 1699 als Totenkapelle erbaut. Im Jahr 1709 als Josefskapelle geweiht. 1782 aufgehoben. 1890 als Lourdeskapelle geweiht und 1925 restauriert.

Der im Westen der Klosterpforte vorgelagerte einfache Rechteckbau unter einem Satteldach, zwei Flachbogenfenster in der Südwand, ein Flachbogenportal in der Nordwand mit einem Fresko Maria mit Kind von Hubert Fritz.

Der einjochige Betraum mit einem Kreuzgratgewölbe hat einen runden Chorbogen auf Wandpfeilern mit einer Lourdesgrotte mit Figuren der Erscheinung, geschaffen von Johann und Andreas Jehly 1889/1890.

Klostereinrichtung Der Kreuzgang beinhaltet Gemälde: Bilder zu den Zwölf Aposteln malte Johann Tobler um 1640. Abendmahl von F. Anton Simon um 1760. Hl. Fidelis von Sigmaringen von 1779. Schmerzhafte Maria von 1700.

Im Mönchschor befindet sich das ehemalige Hochaltarbild Mariä Heimsuchung von Melchior Paul von Deschwanden 1872.

Weitere Bilder: Beweinung Christi aus Bologna im 17. Jahrhundert. Stigmatisation des hl. Franziskus von Carl Frantz Caspar 1677.

Grabdenkmäler In der Lourdeskapelle Ein Wappengrabstein des Benefiziaten Anton Schueler, gestorben 1709. Eine Kriegergedächtnisstätte mit einem Votivbild Maria mit Kind an der russischen Eismeerfront vom 7. November 1941 von Hubert Fritz.

Literatur Bludenz, Kapuzinerkloster und Klosterkirche. In: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Vorarlberg 1983. S. 35–36.

Weblinks

Webpräsenz Franziskanerkloster Bludenz

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