mini|hochkant|Wappen derer von Sevinkhausen im Wappenbuch des Westfälischen Adels Sevinghausen (auch Sevinkhausen, Sewinkhusen, Sevenchusen o. ä.) ist der Name eines erloschenen westfälischen Uradelsgeschlechts.
Geschichte Das Geschlecht hatte seinen namengebenden Stammsitz auf Haus Sevinghausen in Sevinghausen, heute ein Ortsteil von Bochum-Wattenscheid.Spießen (1901–1903), S. 118. Das Haus Sevinghausen war ein Lehen der Grafen von Limburg-Stirum. Die Herren von Sevinghausen saßen auf dem Haus von 1278 bis 1435. Danach war das Haus im Besitz der Herren von Eickel.
1337 bebaute Gerhard von Sevinghausen Güter beim Hof Sevinghausen, die bisher Eigentum der Herren von Leyten waren, 1337 aber von Dietrich von Leyten und seinem Sohn Eberhard, beide Ritter, dem Abt des Klosters Werden im Austausch gegen andere Güter überlassen wurden.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0544 / Werden, Urkunden AA 0544, Nr. 171, abgerufen am 11. April 2026. Zur Familie gehörte ferner Arnolt von Sevenchuys der 1348 eine Urkunde siegelte, worin Albert Unverzagde und Goswin von Stockheim sich unwidersagbar als Mannen des Grafen von Berg verpflichteten.Fahne (1858), S. 362. 1359 tritt ein Hermann von Sevinghausen in einer Bochumer Urkunde als Zeuge auf.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0248 / Essen, Stift, Urkunden AA 0248, Nr. 561, abgerufen am 11. April 2026. 1370 erscheint ein Gobele von Sevinghausen als Zeuge in einer Urkunde des Stifts Essen.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0248 / Essen, Stift, Urkunden AA 0248, Nr. 683, abgerufen am 11. April 2026. Auch im Baltikum finden sich Familienmitglieder. Hermann Sewinhhusen war zunächst Vogt von Oberpahlen und 1436–1443 Komtur zu Windau. Darüber hinaus erscheint ein Heinrich Sewinkhusen als früherer Komtur.Gritzner (1901), S. 200.
Noch 1448 verkaufte Serijes van Sevi(n)chusen, h(e)re to Duytze ind pastor Remagen mit Zustimmung seines Vaters eine lijff renthe von 24 Malter Hartkorn, halb Roggen und halb Gerste, uit dem hoeve to Sevinchusen, die ihm sein Vater Herman van Sevinchusen vur dem frijgreven ind vrijengerichte to Wattenscheide (...) versegelt ind gemaket hefft.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, W 151u / Sammlung Westfälische Familien (z.T. Dep.) / Urkunden, Nr. 1112, abgerufen am 11. April 2026.
Wappen Blasonierung: In Rot drei (2:1) silberne Pferdeprammen. Der Helm mit rot-silbernen Helmdecken. Die Helmzier ist nicht überliefert.
Das Wappen stimmt mit dem derer von Altendorf überein, so dass eine Stammesverwandtschaft zu vermuten ist. Mit dem Pferdeprammenwappen gehört die Familie ferner zu einer größeren Geschlechtergruppe aus dem Stift Essen und der Grafschaft Mark, die eine oder mehrere Pferdeprammen im Wappen führ(t)en. Zu dieser Gruppe gehören u. a. die Ense, von der Hege, von der Horst-Eickenscheidt, Holtey, Schedelich, Dorneburg genannt Aschebrock, Dorneburg genannt von der Lage, Boele und von der Leithe.
Literatur Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Heberle, Köln 1858, S. 362 (Boogle Bücher). Maximilian Gritzner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 11. Abt., T. 2: Der Adel der russischen Ostseeprovinzen, Teil 2: Der Nichtimmatrikulierte Adel, Nürnberg 1901, S. 200 (uni-goettingen.de) und Tfl. 134 (uni-goettingen.de). Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 118 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 297 (hhu.de).
Einzelnachweise
Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht