Spirals: The Berlin Concert ist ein Musikalbum der Formation Conference Call von Gebhard Ullmann. Die am 11. März 2003 im :b-flat, Berlin entstandenen Aufnahmen erschienen am 1. Mai 2004 auf 482 Music.

Hintergrund Spirals: The Berlin Concert war das dritte Album der Gruppe nach Final Answer (2002) und Variations on a Master Plan (2003). Conference Call ist ein Ensemble um den Holzbläser Gebhard Ullmann, zu dieser Zeit bestehend aus dem Pianisten Michael Jefry Stevens, dem Bassisten Joe Fonda und dem Schlagzeuger George Schuller. Dieser ersetzte Han Bennink, der wiederum auf Matt Wilson gefolgt war. „The Announcement“ ist eine Wutrede gegen den Einmarsch der USA in den Irak.

Titelliste Conference Call – Spirals - The Berlin Concert (482 Music – 482-1028) Comeuppance (Schuller) 14:55 Dreierlei (Ullmann) 20:16 Little Pete’s Diner (Stevens) 11:43 Announcement 1:31 Three (Fonda) 3:25 Translucent Tones (Gestalt in Three) (Ullmann) 9:07 No Hazmats (Schuller) 13:47

Rezeption Man komme nicht umhin, das Spiel von Gebhard Ullmann auf Spirals: The Berlin Concert mit dem von Ivo Perelman zu vergleichen, meint Chris Kelsey in JazzTimes. Wie Perelman könne Ullmann „auf dem Hochseil des Altissimo balancieren“, doch er bleibe nicht einfach dort oben, denn er wisse, wann er wieder herunterkommen muss. Ullmanns Tenorsaxophon-Part im Eröffnungsstück, Schullers Komposition „Comeuppance“, zeige, dass Free Jazz mehr sei als manische Intensität; der kohärente Übergang von einem Ton zum nächsten könne ebenso wichtig sein. Conference Call würde insgesamt durch eine fröhliche Ungestümheit bestechen, die man kaum – wenn überhaupt – nicht mögen könne. „Es klingt ein bisschen so, als wäre die Miles-Davis-Band der späten 1960er Jahre so geworden, wenn sie ihren Kurs beibehalten hätte“.

Von Gebhard Ullmann kann man stets das Unvorhersehbare erwarten, wertete Josef Engels in Rondo. Beständig würde er neue Wege abseits ausgetretener Avantgarde-Pfade beschreiten. Stehvermögen und volle Konzentration sind vonnöten, um den bis zu 20 Minuten langen Stücken bis in ihre letzten Windungen nachvollziehen zu können. Doch die Mühe lohne sich. Ullmann würde auf Bassklarinette, Tenor- und Sopransaxophon mit seiner kluger Entrücktheit stellenweise „das Blaue aus dem Himmel über Berlin“ blasen. Selbst seine grimmigen Growls und überspannten Überblaser seien von einer seltenen Zartheit. Das sei die Freiheit, die John Coltrane gemeint habe.

Scott Yanow verlieh dem Album in Allmusic vier Sterne und schrieb, Conference Call sei ein Quartett aus experimentierfreudigen und vielseitigen Musikern, die allesamt auch talentierte Komponisten sind. Die episodische Musik würde einige ergreifende Passagen aus „Dreierlei“ (obwohl das Stück unschlüssig endet) und den einprägsamen Tango „Little Pet’s Diner“ enthalten, der stets am Rande des Abgrunds balanciere. Gebhard Ullmann überzeuge auf Bassklarinette und Sopranklarinette, sei aber besonders ausdrucksstark auf dem Tenorsaxophon. Alles in allem sei dies ein anregendes Date und fast alles funktioniere, wobei jeder der Musiker seinen Soloauftritt habe.

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Einzelnachweise

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