Holger Hindorf (* 14. Februar 1942; † 17. November 2025) war ein deutscher Agrarwissenschaftler und Phytomediziner an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Er galt als Spezialist für Pflanzenschutz von Kaffee-Pflanzungen mit Naturstoffen in Entwicklungsländern. In der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft leitete er ehrenamtlich die Arbeitsgruppe Pflanzenschutz in den Tropen und Subtropen.

Leben und Wirken Hindorf begann seine phytopathologischen Arbeiten mit einer Dissertation Zur Coffee Berry Disease Anfang der 1970er Jahre bei Jürgen Kranz an der Justus-Liebig-Universität Gießen, die umfangreiche Freiland-Untersuchungen in Kenia beinhaltete. 1973 wechselte er an das Institut für Pflanzenkrankheiten der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, an der er bis zu seiner Pensionierung im Februar 2007 tätig war, zunächst als Kustos, seit 2002 als akademischer Rat. Zudem war er viele Jahre für die Ausbildung der landwirtschaftlich-technischen Assistentinnen und Assistenten verantwortlich.

Wissenschaftlich galt sein größtes Interesse neben den Krankheiten und Schädlingen der Kaffeepflanze der klimabedingten Vorhersage des Auftretens und der Entwicklung von Krankheitserregern, deren Bekämpfung mit Naturstoffen sowie der Mykotoxin-Problematik bei Nutzpflanzen in tropischen und gemäßigten Klimazonen. Die Forschungsarbeiten erfolgten häufig in internationalen Kooperationen, insbesondere in Äthiopien und Kenia sowie im Nahen Osten.

Holger Hindorf engagierte sich auch in der universitären Selbstverwaltung und war langjähriges Mitglied des Senats der Universität Bonn. Er arbeitete viele Jahre in Organisationen zur Förderung des Wissensaustauschs und der Kooperationen mit Ländern Afrikas und des Nahen Ostens mit und förderte diese Haltung auch an der Universität. Dazu gehörten auch die Organisation von Doktoranden-Exkursionen nach Israel, der Türkei, Ägypten, und Ostafrika sowie sein Engagement in der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft, in der er langjährig Landessprecher Nordrhein-Westfalen und Vorsitzender des Arbeitskreises Pflanzenschutz in den Tropen und Subtropen war.

Sein Einsatz für die Ausbildung junger Menschen fand auch über das Institut hinaus Anerkennung. So würdigte die Arbeitsgemeinschaft für Tropische und Subtropische Agrarforschung (ATSAF e.V.) seinen langjährigen Beitrag zur entwicklungsorientierten Agrarforschung mit dem Ehrenpreis, insbesondere sein herausragendes Engagement in der Förderung und Begeisterung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

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Einzelnachweise

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