Tephritis matricariae ist eine Fliege aus der Familie der Bohrfliegen (Tephritidae). Die Art wurde von Hermann Loew 1844 als Trypeta matricariae erstbeschrieben. Das Art-Epitheton matricariae bezieht sich auf Kamillen (Matricaria). Diese gehören jedoch nicht zu den Wirtspflanzen der Art.
Taxonomie Tephritis ist eine artenreiche Gattung mit etwa 170 Arten. Molekularbiologische Studien stützen die Annahme, dass T. matricariae zur Klade der leontodontis-Artengruppe gehört.
Merkmale Die Bohrfliegen sind etwa 4–5 mm lang. Die Flügellängen liegen bei 3,3–4,5 mm. Die Fliegen besitzen einen graubraunen Körper. Die hinteren notopleuralen Setae (Borstenhaare) sind blass. Die Beine einschließlich Coxae sind orange. Der Ovipositor der Weibchen ist schwarz, an der Basis haarig und weist an den Seiten mattrote oder orange Flecke auf. Der Aculeus (Ovipositorspitze) hat eine apikale Kerbe. Die bräunlich gefärbten Flügel weisen ein artspezifisches Muster aus hyalinen Flecken auf, das bei der Artbestimmung hilfreich ist.
Verwechslungsarten Tephritis ruralis weist eine sehr ähnliche Flügelmusterung auf. Bei T. matricariae befinden sich gegenüber der Querader r-m (kurze Querader in der Flügelmitte) kleine hyaline Flecke an der Längsader R4+5, jedoch nicht an der Längsader M. Dagegen befinden sich bei T. ruralis gegenüber der Querader r-m an beiden Längsadern kleine hyaline Flecke. Tephritis conura weist eine sehr ähnliche Flügelmusterung auf. Die Flügellängen sind jedoch mit 4,6–5,7 mm größer. Die hinteren notopleuralen Setae sind dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Der orange- bis dunkelorangefarbene Ovipositor ist an der Spitze schwarz. Der Aculeus hat eine spitze Gestalt.
Verbreitung Tephritis matricariae besitzt eine westpaläarktische Verbreitung. Die Art kommt hauptsächlich im Mittelmeerraum einschließlich Nordafrika und der Iberischen Halbinsel vor. Nach Norden hat sich die Art offenbar in den letzten Jahren weiter ausgebreitet. In Mitteleuropa reicht das Vorkommen bis nach Norddeutschland. Die Art wurde im Jahr 2000 erstmals in England nachgewiesen. Mittlerweile gibt es mehrere Funde aus England und aus Irland.
Lebensweise Die Larven von Tephritis matricariae entwickeln sich in den Blütenköpfen von Korbblütlern. Dabei bilden sie eine Galle. Bei Tephritis matricariae handelt es sich um eine oligophage Art. In Mitteleuropa gilt der Löwenzahn-Pippau (Crepis vesicaria subsp. taraxacifolia) als Hauptwirtspflanze. Als weitere Wirtspflanzen werden genannt: Stink-Pippau (Crepis foetida), Roter Pippau (Crepis rubra), Hypochaeris cretensi, Geöhrtes Habichtskraut (Hieracium lactucella) und Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella). Die Bohrfliegen beobachtet man fast das gesamte Jahr, am häufigsten im April und im Mai.
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Bohrfliegen Kategorie:Tephritidae