(3557) Sokolsky ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 19. August 1977 vom sowjetischen Astronomen Nikolai Stepanowitsch Tschernych am Krim-Observatorium in Nautschnyj bei einer Helligkeit von 16,5 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er am gleichen Ort bereits am 9. Oktober 1969 fotografiert worden war.

Der Asteroid ist benannt nach Andrei Georgijewitsch Sokolski (* 1950), dem Direktor des Instituts für Theoretische Astronomie in St. Petersburg, der für seine Arbeiten zur Theorie periodischer und quasiperiodischer Lösungen Hamiltonscher Systeme bekannt ist. Als Gründer und geschäftsführender Direktor des Internationalen Instituts für Probleme der Asteroidengefährdung engagiert er sich stark im aktuellen internationalen Interesse an erdnahen Asteroiden.

(3557) Sokolsky wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber weit außerhalb der Hecuba-Lücke und ist ein Mitglied der Hilda-Gruppe. Diese bewegt sich in einer 3:2-Bahnresonanz mit dem Planeten Jupiter um die Sonne.C. E. Spratt: The Hilda group of minor planets. In: Journal of the Royal Astronomical Society of Canada. Band 83, 1989, S. 393–404, (PDF; 173 kB). Obwohl der gegenseitige Bahnabstand (Minimum orbit intersection distance, MOID) von Jupiter und (3557) Sokolsky mit einer Periodizität von etwa 1570 Jahren zwischen 0,52 und 0,78 AE schwankte, sind sich die beiden Himmelskörper durch die Bahnresonanz in den vergangenen 10.000 Jahren nie näher gekommen als bis auf etwa 1,72 AE (258 Mio. km).

Wissenschaftliche Auswertung Eine spektroskopische Untersuchung von 23 Hilda-Asteroiden im September 1992 am La-Silla-Observatorium in Chile und im Oktober/November 1992 am Roque-de-los-Muchachos-Observatorium auf La Palma ergab für (3557) Sokolsky eine taxonomische Klassifizierung als D-Typ.M. Dahlgren, C.-I. Lagerkvist, A. Fitzsimmons, I. P. Williams, M. Gordon: A study of Hilda asteroids. II. Compositional implications from optical spectroscopy. In: Astronomy & Astrophysics. Band 323, 1997, S. 606–619, (PDF; 536 kB).

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 27. bis 29. November 1994 am Roque-de-los-Muchachos-Observatorium sowie am 21. Dezember 1994 am Calar-Alto-Observatorium in Spanien. Aus den aufgezeichneten Lichtkurven wurde eine Rotationsperiode von 6,725 h bestimmt.M. Dahlgren, J. F. Lahulla, C.-I. Lagerkvist, J. Lagerros, S. Mottola, A. Erikson, M. Gonano-Beurer, M. Di Martino: A Study of Hilda Asteroids. V. Lightcurves of 47 Hilda Asteroids. In: Icarus. Band 133, Nr. 2, 1998, S. 247–285, doi:10.1006/icar.1998.5919. Weitere Beobachtungen vom 25. bis 27. November 2018 am Center for Solar System Studies (CS3) in Colorado und Kalifornien bestätigten die Rotationsperiode mit einem abgeleiteten Wert von 6,74 h.B. D. Warner, R. D. Stephens: Lightcurve Analysis of Hilda Asteroids at the Center for Solar System Studies: 2018 September–December. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 46, Nr. 2, 2019, S. 161–163, (PDF; 343 kB).

Siehe auch Liste der Asteroiden

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Hauptgürtelasteroid unter 50 km Durchmesser Kategorie:Hilda-Gruppe