Fjord ist ein Spielfilm von Cristian Mungiu aus dem Jahr 2026. Das Drama stellt ein streng evangelikalesJosef Lederle: “Fjord” erhält Goldene Palme und Ökumenepreis in Cannes. In: evangelische-zeitung.de, 23. Mai 2026 (abgerufen am 24. Mai 2026). rumänisch-norwegisches Ehepaar in den Mittelpunkt, das unter Verdacht gerät, eines seiner Kinder zu misshandeln. Die Hauptrollen übernahmen Sebastian Stan und Renate Reinsve. Die internationale Koproduktion zwischen Rumänien, Frankreich, Norwegen, Dänemark, Finnland und Schweden wurde im Mai 2026 im Hauptwettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes uraufgeführt und gewann mit der Goldenen Palme den Hauptpreis des Festivals.

Handlung Das rumänisch-norwegische Ehepaar Gheorghiu lässt sich mit seinen Kindern in einem Dorf am inneren Ende eines Fjords nieder. Die strenggläubige Familie schließt schnell Freundschaft mit ihren Nachbarn, den Halbergs. Ungeachtet ihrer verschiedenen Erziehungsstile entwickeln die Kinder beider Familien eine enge Bindung zueinander. Als eines Tages Lehrkräfte Spuren körperlicher Misshandlung bei Elia, dem ältesten Kind der Gheorghius, feststellen, keimt im Ort ein Verdacht auf. Könnten die konventionellen Erziehungspraktiken der Eltern die Grenze zur Gewalt überschritten haben? Die folgende Untersuchung stürzt die gesamte Familie ins Chaos.Brent Lang: Sebastian Stan, Renate Reinsve Family Drama ‘Fjord’ Sells to Neon. In: variety.com, 12. Mai 2025 (abgerufen am 9. April 2026).

Rezeption Veröffentlichung Die Weltpremiere von Fjord fand am 18. Mai 2026 im Hauptwettbewerb des 79. Filmfestivals von Cannes statt.The Screenings Guide of the 79th Festival de Cannes. In: festival-cannes.com, 7. Mai 2026 (abgerufen am 11. Mai 2026). Das Premierenpublikum zollte Mungius Regiearbeit nach dem Ende der Vorstellung einen 12-minütigen Beifall.Tom Tapp, Baz Bamigboye: Cristian Mungiu’s ‘Fjord’ Starring Sebastian Stan and Renate Reinsve Gets Exuberant 12-Minute Ovation — Longest Of The Year So Far In Cannes. In: deadline.com, 18. Mai 2026 (abgerufen am 23. Mai 2026).

Der reguläre Kinostart in Frankreich ist am 19. August 2026 im Verleih von Le Pacte vorgesehen.Fjord. In: le-pacte.com (abgerufen am 9. April 2026). In Deutschland soll der Film am 7. Januar 2027 in die Kinos kommen.Fjord bei Filmstarts, abgerufen am 28. August 2026.

Kritiken Im zum Festival von Cannes herausgegebenen Kritikenspiegel des Branchenmagazins Screen International erhielt Fjord 2,5 von 4 möglichen Sternen und belegte unter allen 22 gezeigten Wettbewerbsbeiträgen einen Platz im Mittelfeld. Unter anderem vergaben Nt Binh von der französischen Filmzeitschrift Positif und Robbie Collin und Tim Robey von der britischen Tageszeitung The Daily Telegraph die Höchstnote.Cannes Film Festival 2025 jury grid. In: screendaily.com (abgerufen am 23. Mai 2026). Der amerikanische Branchendienst IndieWire platzierte das Werk im vorderen Drittel seiner Rangliste.Ryan Lattanzio: Who Will Win the Cannes Film Festival Palme d’Or?. In: indiewire.com (abgerufen am 23. Mai 2025). In einem rein französischsprachigen Kritikenspiegel der Website Le film français sah mit Philippe Lemoine (Ouest-France) nur einer von 15 Kritikern das Werk als Palmen-Favoriten an.Les étoiles de la critique. In: lefilmfrancais.com (PDF-Datei; abgerufen am 23. Mai 2025).

Auf der Website Metacritic erhielt Fjord eine Bewertung von 82 von 100 möglichen Punkten, basierend auf unter einem Dutzend ausgewerteter englischsprachiger Kritiken. Das Echo der Rezensenten wurde mit „einhelligem Beifall“ („universal acclaim“) beurteilt und es wurde eine eindeutige Filmempfehlung („must-see“) ausgesprochen. Von den auf der Website Rotten Tomatoes nach der Premiere aufgeführten über 30 Kritiken wurden 94 Prozent als positiv („fresh“) eingeschätzt.

Katja Nicodemus (Die Zeit) vergab als Mitglied des Screen-Kritikenspiegels drei von vier Sternen. Regisseur Cristian Mungiu führe vor, „dass die Weltverbesserung scheitern“ müsse, „wenn man sich zu sicher auf der richtigen Seite“ wähne. Er mache auch die Zuschauer zu „Richtern oder Schöffen“ und „vor der gewaltigen Schönheit des Fjordes“ vollziehe „sich ein Trauerspiel“. Nicodemus befand, dass „die vermeintlich progressive Gesellschaft“ sich in Fjord „übergriffig“ verhalte, stehe „und mit sich allein“ bleibe.Katja Nicodemus: Jedenfalls tobt nun die Schlacht. In: Die Zeit, 21. Mai 2026, Nr. 23, S. 44.

Nach Thomas Abeltshauser (Berliner Morgenpost) richte Mungiu „den Blick auf die blinden Flecken liberaler Gesellschaften“ und sorgte „für einen der umstrittensten Wettbewerbsbeiträge“ in Cannes. In Fjord entwickle „sich ein kafkaeskes Verfahren zwischen Jugendamt, Polizei und Gerichten“. Den Regisseur interessiere „dabei weniger die Frage nach Schuld als die Kollision zweier Weltbilder: konservative Religiosität auf der einen, ein liberaler Staat auf der andern Seite, der seine eigenen Werte zunehmend kompromisslos“ durchsetze. Während manche das Werk „als komplexes Drama über Intoleranz und kulturelle Arroganz“ feiern würden, kritisierte Abeltshauser die allzu eindeutige Zeichnung der „progressiven Institutionen [...] als empathielose Unterdrückungsmaschine“.Thomas Abeltshauser: Cannes zwischen Glamour und Kulturkampf. In: Berliner Morgenpost, 21. Mai 2026, S. 12.

Daniel Kothenschulte (Frankfurter Rundschau) sah ein „Themenstück“ und kritisierte das Drehbuch, bei dem Überraschungen fehlten. Die Dialoge seien „zwar exzellent, aber bedienen dabei wenig mehr als die gesellschaftskritische Absicht“.Daniel Kothenschulte: Das Leben der Anderen. In: Frankfurter Rundschau, 21. Mai 2026, S. 23.

Tim Caspar Boehme (die tageszeitung) störte sich an den „aufgeräumt ruhigen Bildern“ der „unbequemen Geschichte“. Sie böte „kaum Figuren [...], mit denen man sich identifizieren“ könne.Tim Caspar Boehme: Schläge kommen von Gott. In: die tageszeitung, 20. Mai 2026, S. 15.

Auszeichnungen mini|hochkant|Cristian Mungiu mit seiner gewonnenen Goldenen Palme nach der Preisverleihung Mit Fjord gewann Cristian Mungiu bei seiner fünften Festivalteilnahme zum zweiten Mal die Goldene Palme von Cannes.Ryan Lattanzio: Cannes Film Festival Reveals Competition Award Winners — Updating Live. In: indiewire.com, 23. Mai 2026 (abgerufen am 23. Mai 2026). Der Rumäne hatte den Hauptpreis bereits bei seiner ersten Einladung 2007 für 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage erhalten. In Cannes wurde Fjord auch mit dem FIPRESCI-Preis79th Cannes International Film Festival. In: fipresci.org (abgerufen am 23. Mai 2026). und dem Preis der Ökumenischen JuryJean-Luc Gadreau: “Fjord”, prix du Jury œcuménique à Cannes. In: reforme.net, 23. Mai 2026 (abgerufen am 23. Mai 2026). jeweils als bester Wettbewerbsfilm bedacht. Darüber hinaus erhielt das Werk den Prix François Chalais, eine Auszeichnung für Filme, die journalistische Werte fördern.Sanziana Georgescu: The film Fjord, directed by Cristian Mungiu, received the François Chalais Award, dedicated to films that reflect the values of journalism. In: informat.ro, 23. Mai 2026 (abgerufen am 23. Mai 2026).

Auch beim australischen Sydney Film Festival einen Monat später wurde die Produktion mit weiteren Berlinale- und Cannes-Beiträgen in den Hauptwettbewerb aufgenommen.Official Competition. In: sff.org.au (abgerufen am 11. Mai 2026).

Festival Kategorie Resultat Person Cannes (2026) Goldene Palme – Bester Film Gewonnen FIPRESCI-Preis Gewonnen Preis der Ökumenischen Jury Gewonnen Prix François Chalais Gewonnen Sydney (2026) Sydney Film Prize – Bester Film Nominiert

Weblinks

Festivalprofil von Sydney (englisch)

Festivalprofil von Cannes (englisch) Offizielle Webseite (französisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:Rumänischer Film Kategorie:Französischer Film Kategorie:Norwegischer Film Kategorie:Dänischer Film Kategorie:Schwedischer Film Kategorie:Filmdrama