mini|hochkant|Trockenstempel des „Düsseldorfer Radir-Clubs“Frits Lugt: Les marques de collections de dessins & d’estampes. Vereenigde Drukkerijen, Amsterdam 1921, S. 707 Der Düsseldorfer Radirclub, auch Düsseldorfer Radir-Club, war ein Künstlerverein von Radierern in Düsseldorf. Am 25. November 1876 im Zuge des Etching Revival gegründet,Theodor Seemann (Hrsg.): Allgemeines deutsches Künstler-Jahrbuch für 1884. Gilbers’sche Kgl. Hof-Verlagsbuchhandung (Bleyl & Kaemmerer), Dresden 1884, S. 193 (Google Books)Jakob Luckschewitz: Radierung und Reproduktionsgrafik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Diskussion über druckgrafische Techniken im deutschen Sprachraum. Dissertation Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Kiel 2020, S. 8 ff., 21 (PDF) bestand er etwas mehr als zehn Jahre.

Geschichte 1879 wurde Ernst Forberg als Nachfolger Joseph von Kellers zum Professor für Kupferstichkunst an die Kunstakademie Düsseldorf berufen. Gemeinsam mit interessierten Künstlern der Düsseldorfer Malerschule etablierte er noch vor dieser BerufungKarl Woermann: Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunstakademie. Abriss ihres letzten Jahrzehnts und Denkschrift zur Einweihungsfeier des Neubaus. Verlag von L. Voss, Düsseldorf 1880, S. 15 (Google Books) nach dem Vorbild der von ihm geleiteten Wiener Gesellschaft für vervielfältigende Kunst sowie britischer „Etching Clubs“Die gegenwärtige Lage der Kupferstechkunst. In: Julius Rodenberg (Hrsg.): Deutsche Rundschau. 14. Jahrgang, Band 54 (Januar – März 1888), S. 200 (Google Books) den Düsseldorfer Radirclub. Zu den Gründungsmitgliedern zählten enge Freunde, insbesondere die Landschaftsmaler Christian Kröner, Eugen Dücker und Ernest Preyer. Ilse Volkhart-Forberg: Ernst Forberg (1844–1915). In: Jahresbericht der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf 1941–44. S. 41 Der insgesamt bis zu 29 Mitglieder zählende Verein verlieh sich ein Statut, worin die Rechte und Pflichten aktiver und inaktiver Mitglieder unterschieden wurden. Nur die aktiven Mitglieder, die Original-Radierungen ausführten und sie dem Verein zur Publikation überließen, hatten Rechte am Vereinsvermögen und Stimmrechte in Versammlungen.Statut des Düsseldorfer Radirclubs, fol. 1r, Künstlerverein Malkasten (Archiv), Düsseldorf, M 30. Bildquelle: Dr. Axe-Stiftung (Hrsg.): Wege in die Moderne. Kronenburg 2018/19, S. 209 In unregelmäßigen Abständen und geringer Auflage gab der Verein fünf Radiermappen mit insgesamt 52 Blättern von 21 Künstlern heraus, die letzte Mappe erschien 1886. Wohl infolge mangelnder Nachfrage von Grafiksammlern kamen die Aktivitäten des Vereins danach zum Erliegen. Doch im Jahr 1891 fand sich in Düsseldorf eine Reihe junger Künstler zusammen, die sich Künstlerclub St. Lucas nannten. Sie betrachteten sich als direkte Nachfolger des Düsseldorfer Radirclubs und gaben bis 1900 mindestens vier Mappenwerke heraus. Außerdem veranstalteten sie Ausstellungen.Andreas Schroyen: Arthur Kampf (1864–1950). Eine deutsche Künstlerkarriere zwischen Kaiserreich und Nationalsozialismus. Mit einem Werkkatalog. Dissertation Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Düsseldorf 2022, S. 6

Mitglieder

Literatur Oskar Berggruen: Die Publicationen des Düsseldorfer Radirclub’s. In: Oskar Berggruen (Redaktion): Die Graphischen Künste. Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, IV. Jahrgang (1882), S. 41 f. (Google Books). Paul Horn: Düsseldorfer Graphik in alter und neuer Zeit. Verlag des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf 1928, S. 149 ff. (hier als „Verein für Originalradierung“ bezeichnet). Henrike Junge: Wohlfeile Kunst. Die Verbreitung von Künstlergraphik seit 1870 und die „Griffelkunst-Vereinigung“ Hamburg-Langenhorn. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1989, S. 20. Düsseldorfer Radirclub. In: Anna Vössing: Düsseldorfer Künstlergraphik im ausgehenden 19. Jahrhundert. Eine Bestandsaufnahme. Dissertation an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Bonn 2021, S. 40–46. Der „Düsseldorfer Radirclub“. In: Andreas Schroyen: Arthur Kampf (1864–1950). Eine deutsche Künstlerkarriere zwischen Kaiserreich und Nationalsozialismus. Mit einem Werkkatalog. Dissertation Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Düsseldorf 2022, S. 170–172 (PDF).

Einzelnachweise

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