Live in Münster ist ein Musikalbum von Gebhard Ullmann. Die am 3. Oktober 1999 als Produktion des WDR im Münster Kreativhaus entstandenen Aufnahmen erschienen im Januar 2007 auf Not Two Records.

Hintergrund Basement Research war ab den 1990er-Jahren eines der laufenden Projekte von Gebhard Ullmann; die erste Besetzung brachte das gleichnamige Debütalbum hervor (Soul Note, 1995), auf dem der Holzbläser von Ellery Eskelin am Tenorsaxophon, von dem Bassisten Drew Gress sowie dem Schlagzeuger Phil Haynes unterstützt wurde. Dieselbe Besetzung nahm auch „Kreuzberg Park East“ (Soul Note, 1999) auf.

Zu seinem 50. Geburtstag hat Ullmann 2007 diese Live-Aufnahme aus dem Jahr 1999 veröffentlicht, auf der Tony Malaby Eskelin ersetzt hatte.

Titelliste Basement Research – Live in Münster (Not Two Records MW 773-2)

Blaues Lied 11:57 Basement Research 2:19 Kreuzberg Park East 11:00 Farbiges Lied 5:46 T.T. Walk 7:45 New No Ness 14:02

Die Kompositionen stammen von Gebhard Ullmann.

Rezeption mini|Tony Malaby (2017) Nach Ansicht von Budd Kopman, der das Album in All About Jazz rezensierte, würde Ullmann aufblühen, wenn er ohne Netz spiele; ihn live zu erleben, mache das Erlebnis nur noch intensiver. Laut Kopman sei Ullmann tief in seinem Innersten ein Blues-Mann, aber auf dieselbe Weise wie Coleman Hawkins: Keiner von beiden spiele den Blues direkt und unverblümt, doch er lauere stets unter der Oberfläche. Selbst auf einem so esoterischen Album wie Die Blaue Nixe komme diese Seite von Ullmann zum Vorschein. Vielleicht sei es kein Zufall, dass Live in Münster mit „Blaues Lied (Blue Song)“ beginne, einem sehr tiefgründigen Blues, von dem eine frühere Version auf Kreuzberg Park East zu hören sei.

Die Gruppe gehöre hinsichtlich Besetzung und Konzept zu Ullmanns eher konventionellen Bands – wobei „Konvention“ im Zusammenhang mit Ullmanns Werk ein äußerst dehnbarer Begriff sei, meint Chris Kelsey in JazzTimes. Seine verschlungenen, klanglich entgleisenden Melodien seien (teilweise recht dissonant) für zwei Bläser arrangiert, untermauert von Haynes’ flotten Free-Bop-Rhythmen und Gress’ elastischen, harmonisch subtilen Basslinien. Die Saxophonisten hätten viel gemeinsam, beide würden über einen kräftigen, satten Tenorsound und sehr flinke Finger verfügen. Malaby klinge etwas konformistischer als Ullmann; in seinem Spiel ließen sich deutliche Spuren von Sonny Rollins und John Coltrane erkennen, während Ullmanns Inspirationsquellen eher im Verborgenen lägen. Beide seien hervorragende Musiker, die gut miteinander harmonierten.

Alain Drouot verlieh dem Album in Allmusic viereinhalb Sterne und schrieb, die Musiker würden bekanntes Material wieder aufgreifen und so ein fesselndes und ausgewogenes Programm schaffen. Ullmann wechsle zwischen Bassklarinette, Tenorsaxophon und Sopransaxophon und sei tendenziell der kantigere der beiden Holzbläser, doch Malabys vollerer Klang klinge ebenso bemerkenswert. Ullmann sei am besten, wenn er sich von einem ebenso talentierten Solisten inspirieren lässt, und Malaby erweise sich mit seiner ruhigen Selbstsicherheit und seinem wunderbaren Sinn für Kontrapunkt als perfekter Gegenpart. Bassist Drew Gress erhalte reichlich Raum für spannungsgeladene Soli, während Haynes stets auf die abgehackten Melodielinien der beiden Saxophonisten eingehe und ein hohes Maß an Kreativität an den Tag lege.

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Einzelnachweise

Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 2007 Kategorie:Livealbum Kategorie:Gebhard Ullmann