Bergholz war ein Dorf in der Zauche, das 1934 als Gemeinde mit der Kolonie Rehbrücke zur Landgemeinde Bergholz-Rehbrücke vereinigt wurde. Sie gehörte ab 1939 zum Stadtkreis Potsdam und war ab 1964 ein Ortsteil von Bergholz-Rehbrücke.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 31). Dieser Ortsteil wurde 2003 in die neue Gemeinde Nuthetal im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg eingegliedert.

Geografische Lage Bergholz liegt im Nordwesten der Gemarkung von Nuthetal und grenzt im Westen an die Gemeinde Michendorf und im Norden an Potsdam. Der Dorfkern der vereinigten Gemeinde Bergholz-Rehbrücke befindet sich im Nordosten. Die westlich gelegenen Flächen werden durch den Bergholzer Graben in den Rehgraben entwässert. Das Gelände liegt im Bereich der Dorfkirche auf einer Höhe von rund .Bergholz, Brandenburgviewer, abgerufen am 1. März 2026. In diesem Bereich wurden bei Ausgrabungen Fundamentreste von 1 bis 1,5 Metern Stärke gefunden, möglicherweise Reste einer Burg.

Geschichte und Etymologie Etymologie Die Nennung Briechouua aus dem Jahr 981 betrifft Bergholz nicht. Erst im Landbuch Karls IV. erschien der Ort im Jahr 1375 in den Formen Berokboltz, Bercholtz und Berkbolt, 1542 als Bergboltz. Der Name ist wahrscheinlich die deutsche Übersetzung eines slawischen Ortsnamens, der noch im Flurnamen Brieseholz nördlich von Bergholz erhalten ist. Er leitet sich vom slawischen Namen breza für Birken ab.Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 24, ISBN 3-937233-17-2.

Besitzgeschichte Vor 1375 besaß Jakob Mukum (Mukem) das halbe Dorf und einen Wohnhof mit drei Hufen, während Gericht und Kirchenpatronat offenbar dem Markgrafen gehörten. Danach gehörte das gesamte Dorf der Vogtei Saarmund. Seit 1438, bereits seit 1427 verpfändet, war es im Besitz der von Schlieben zu Baruth. Vor 1450 bis 1486 lag das Dorf wieder im Besitz der Vogtei Saarmund, 1486 (1475 bereits teilweise) bis 1545 bei den von Schönow, 1545–1583 bei den von Schlabbrendorff, 1583–1601 bei den von Lüderitz, 1601–1614 wieder bei den von Schlabbrendorff, 1614–1620 bei den von Thümen und den von Schlabbrendorff, 1620–1654 erneut bei den von Thümen, 1654–1659 wieder bei den von Schlabbrendorff und 1659–1662 bei den von Schwerin. Von 1662 bis 1872 lag die Ober- und Untergerichtsbarkeit und das Patronat beim Amt Potsdam; seit 1537 auch das ausgekaufte Schulzengericht. Ein zweiter Anteil des Dorfes gehörte bis 1375 den Sachtleben, 1375 den Wernitz ohne das Recht und wurde vor 1438 mit dem ersten Anteil vereinigt.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992 (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 32).

14. bis 16. Jahrhundert 1375 wurden 18 Hufen genannt, darunter zwei des Pfarrers, vier des Lehnschulzen und drei Hufen Mukums, dazu sechs Hufner und elf Kossäten. 1450 gab es 20 Hufen, davon eine Pfarrhufe. 1571 bestand ein Rittersitz der von Schlabbrendorff. Der Pfarrer besaß 1575 ein Pfarrhaus und zwei Hufen, erhielt sechs Scheffel Roggen, sechs Scheffel Hafer und den Zehnten. Der Küster erhielt 24 Scheffel Scheffelkorn und Ostereier. Die Kirche besaß 1½ Stück Land, 10 Enden Land, 40 Endchen Land und 3 Wiesen.

17. Jahrhundert 1624 wurden 10 Hufner, fünf Kossäten, ein Hirte und ein Hirtenknecht sowie 20 Hufen inklusive zwei Pfarrhufen erwähnt. 1652 gab es fünf Hufner (darunter der Schulze) und drei Kossäten mit insgesamt 9 Personen. 1657 wurden nur drei Wirte genannt. 1682/1683 bestanden 18 Sandhufen und 5½ Kossätenhöfe (einer wüst).

18. Jahrhundert mini|Dorfkirche aus dem 18. Jahrhundert Im Jahr 1700 wurden 8½ Bauern, sechs Kossäten und 17 Hufen registriert. 1732 gab es acht Bauern (alle Zweihufner, darunter der Setzschulze), zwei Halb-Bauern (beide Einhufner), fünf Kossäten und drei Büdner (Heidereiter). Im Jahr 1745 wurden elf Bauern und fünf Kossäten sowie ein kleines Vorwerk in der Heide genannt. Im Jahr 1765 bestanden acht Zweihufner-Bauern, zwei Einhufner-Halbbauern, fünf Kossäten, acht Büdner, ein Schulmeister, ein einliegendes Ehepaar und ein einzelner Einlieger sowie ein Erbschankkrug. 1770 wurden acht Bauern, zwei Halb-Bauern, fünf Kossäten und acht Büdner (eine davon Witwe) genannt, dazu 22 Frauen, 35 Söhne und 30 Töchter, insgesamt 110 Personen. 1792 gab es zehn Bauern und 13 Kossäten.

19. Jahrhundert Im Jahr 1801 wurden acht Ganzbauern, zwei Halbbauern, fünf Ganzkossäten, sieben Büdner, drei Einlieger, ein Krug, 18 Bauernhöfe, ein Torfmoor, 10 Morgen Ackerholz und 30 Feuerstellen aufgeführt. Bergholz bestand im Jahr 1803 mit einem Torfmoor und einem Schankkrug, einer Kolonie an der Rehbrücke sowie einer Plantage in der Heide. 1837 standen in Bergholz 35 Wohnhäuser. 1858 besaß das Dorf sechs öffentliche Gebäude, 42 Wohn- und 104 Wirtschaftsgebäude, darunter eine Getreidemühle. Die Gemarkung umfasste 2350 Morgen, davon 77 Morgen Gehöfte, 78 Morgen Gartenland, 1123 Morgen Acker, 514 Morgen Wiese, 428 Morgen Weide und 130 Morgen Wald. 1860 wurden die Wohnplätze Burgfischereihaus und Rehbrücke genannt, 1871, 1885, 1895 und 1905 der Wohnplatz Rehbrücke sowie 1885, 1895 und 1905 die Wohnplätze Burgfischerei und Torfmühle.

20. Jahrhundert 1900 wurden 814 Hektar sowie 103 Häuser angegeben; 1931 waren es 1372 Hektar und 342 Haushaltungen. Im Jahr 1928 wurden vom Gutsbezirk Caputh die an der Nuthe liegenden Wiesenparzellen des Kaninchenberges, vom Gutsbezirk Kunersdorf Forst die im Gutsbezirk Plantagenhaus im Jagen 124 liegende Parzelle sowie vom Gutsbezirk Plantagenhaus der Hauptteil mit Ausnahme von Jagen 169 (Forsthaus und Wirtschaft Templin) eingemeindet. 1931 bestand die Landgemeinde mit den Wohnplätzen Im Bergfeld, Burgfischerei, Rehbrücke, Eisenbahnhaltestelle Rehbrücke und Forsthaus Rehbrücke.

Bevölkerungsentwicklung Einwohnerentwicklung in Bergholz von 1772 bis 1925 Jahr 1772 1801 1817 1837 1858 1871 1885 1895 1905 1925 Einwohner 173 157 200 258 355 374 und 5 (Torfmühle) 415 und 12 485 und 31 474 und 43 600

Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 31 und 32)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Potsdam-Mittelmark) Kategorie:Ersterwähnung 1375 Kategorie:Gemeindeauflösung 1939 Kategorie:Nuthetal