Die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO) ist ein Arbeitsgremium der Umweltministerkonferenz (UMK), in dem die für den Bodenschutz zuständigen obersten Behörden des Bundes und der Länder zusammenarbeiten. Die LABO dient der fachlichen Abstimmung zwischen Bund und Ländern, der Beratung der UMK und der Konferenz der Amtschefs der Umweltministerien (ACK) sowie der Vorbereitung von Beschlüssen im Bereich Bodenschutz und der Förderung eines einheitlichen Vollzugs des Bodenschutzrechts in Deutschland.Was ist und macht die Bund/Länderarbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO)? FAQ Bodenschutz, Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz Brandenburg. Abgerufen am 8. April 2026.Netzwerke, Bund‑Länder‑Arbeitsgruppen und Verbände. Umweltbundesamt. Abgerufen am 8. April 2026.

Geschichte Die LABO wurde auf Beschluss der 37. Umweltministerkonferenz am 21. und 22. November 1991 in Leipzig gegründet; ihre konstituierende Sitzung fand im März 1992 statt.

Die Einrichtung erfolgte vor dem Hintergrund zunehmender umweltpolitischer Anforderungen an den Bodenschutz und die Altlastenbearbeitung, insbesondere in den 1980er und frühen 1990er Jahren. Mit dem Inkrafttreten des Bundes-Bodenschutzgesetzes (BBodSchG) im Jahr 1999 gewann die Erarbeitung bundeseinheitlicher Vollzugshilfen und fachlicher Standards weiter an Bedeutung.

Aufgaben Gemäß ihrer Geschäftsordnung erörtert die LABO fachliche Fragestellungen des Bodenschutzes, erarbeitet Lösungsvorschläge und Empfehlungen, fördert einen einheitlichen Vollzug des Bodenschutzrechts, begleitet die Weiterentwicklung des Bodenschutzrechts und unterstützt den Erfahrungsaustausch zwischen Bund und Ländern.

Die LABO wird von der UMK und der ACK mit der fachlichen Vorbereitung von Beschlüssen beauftragt und kann über das jeweilige Vorsitzland eigene Beschlusspapiere in die Gremien der UMK einbringen.

Organisation Die LABO besteht aus einem Leitungsgremium sowie drei ständigen Ausschüssen:

Ausschuss für Bodenrecht (BORA) Ausschuss für vorsorgenden Bodenschutz (BOVA) Ausschuss für Altlasten (ALA)

Zur Bearbeitung spezifischer Fragestellungen können zusätzlich u. a. Ad‑hoc‑Arbeitsgruppen eingerichtet werden.

Der Vorsitz der LABO wechselt im zweijährigen Turnus in alphabetischer Reihenfolge zwischen den Bundesländern; der Bund übernimmt entsprechend dieser Reihenfolge ebenfalls den Vorsitz. Der Vorsitz liegt derzeit (Stand 4/2026) beim Land Bremen, und Vorsitzender ist Michael Bürger.Ina Schulze: Bremen koordiniert Bund‑Länder‑Zusammenarbeit im Bodenschutz. Pressemitteilung der Freien Hansestadt Bremen. 21. Januar 2026, abgerufen am 8. April 2026.

Arbeitsweise Die LABO tritt in der Regel zweimal jährlich zu Vollversammlungen zusammen; bei Bedarf werden zusätzliche Sondersitzungen einberufen. Die fachliche Arbeit erfolgt überwiegend in den ständigen Ausschüssen und in Ad‑hoc‑Arbeitsgruppen. Zu den Ergebnissen zählen Leitfäden, Vollzugshilfen und fachliche Stellungnahmen, die von den Ländern im Verwaltungsvollzug berücksichtigt werden.

Ein Beispiel für ein gemeinsames Arbeitsergebnis ist die Veröffentlichung umfassender Hintergrundwerte für anorganische und organische Stoffe in Böden, die in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) erarbeitet wurde.Hintergrundwerte für anorganische und organische Stoffe in Böden. LABO Deutschland. Abgerufen am 8. April 2026.

Bedeutung Die LABO trägt zur Harmonisierung des Bodenschutzvollzugs in Deutschland bei und ist ein zentrales fachliches Gremium der UMK‑Gremienstruktur. Sie arbeitet thematisch an aktuellen Entwicklungen des Bodenschutzes, wie der Umsetzung europäischer Richtlinien und nationaler Vollzugshilfen, mit.

Weblinks Offizielle Website der LABO

Einzelnachweise

Kategorie:Umweltpolitik (Deutschland) Kategorie:Bodenkunde Kategorie:Organisation (Leipzig) Kategorie:Gegründet 1991