Wiesław Szlenk (* 23. Dezember 1935 in Warschau; † 26. Juli 1995 in Barcelona) war ein polnischer Mathematiker, der zunächst in der Funktionalanalysis und später in der Theorie dynamischer Systeme arbeitete.
Leben Szlenk studierte ab 1953 Mathematik an der Universität Warschau und wurde 1956 wissenschaftlicher Assistent. Er promovierte 1963 bei Stanisław Mazur über schwach konvergente Folgen in Banachräumen. 1964 verbrachte er einen Forschungsaufenthalt an der Universität Moskau, wo er erstmals intensiver mit der Theorie dynamischer Systeme in Kontakt kam. Ab Ende der 1960er Jahre verlagerte sich sein wissenschaftliches Interesse zunehmend von der Funktionalanalysis hin zu dynamischen Systemen.
Neben seiner Forschung war Szlenk auch als Hochschullehrer und Organisator tätig und engagierte sich in der Ausbildung von Mathematikern in Warschau. Später beschäftigte er sich zudem auch mit mathematischen Modellen in Biologie und angewandter Mathematik.
Szlenk starb 1995 in Barcelona.
Wissenschaftliche Arbeit In seiner frühen Forschung löste er gemeinsam mit Aleksander Pełczyński mehrere offene Probleme der Funktionalanalysis. Besonders bekannt wurde Szlenk durch die Lösung des 49. Problem von Mazur und Banach aus dem Schottischen Buch von Stefan Banach (Existiert ein universeller separabler reflexiver Banachraum?). Er zeigt die Nicht-Existenz eines universellen separablen reflexiven Banach-Raumes. In diesem Zusammenhang wurde der nach ihm später benannte Szlenk-Index eingeführt, der heute eine wichtige Invariante in der Banachraumtheorie ist.
Ab Mitte der 1960er Jahre wandte sich Szlenk der Theorie dynamischer Systeme zu. Er arbeitete unter anderem an Fragen der Ergodentheorie und der Entropie und leitete gemeinsam mit Kollegen ein einflussreiches Seminar an der Universität Warschau, das die Forschung zu dynamischen Systemen in Polen stark prägte.
Einzelnachweise
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