Natalija Romaniwna Iwanytschuk (; * 29. November 1959 in Schtschyrez, Ukrainische SSR) ist eine ukrainische Übersetzerin und Hochschullehrerin. Sie ist an der Nationalen Universität Lwiw Iwan Franko tätig und lehrt Norwegisch an der Fakultät für Internationale Beziehungen. Sie gründete und leitete an der Universität Lwiw das Zentrum für die Länder Nordeuropas und das Zentrum für das Programm Baltische Universität in der Ukraine. Von 2002 bis 2004 war sie als Presse- und Kulturattaché an der ukrainischen Botschaft in Finnland tätig.
Leben und Werk Iwanytschuk ist die Tochter des Schriftstellers Roman Iwanytschuk (1929–2016) und der Geschichtslehrerin Sofia Teodoriwna Iwanytschuk. Von 1967 bis 1977 besuchte sie die Lemberger Schule Nr. 28, wo sie Deutschunterricht erhielt. 1977 begann sie ihr Studium der Germanistik an der Philologischen Fakultät an der Staatlichen Iwan-Franko-Universität Lemberg, wo sie 1982 mit Auszeichnung abschloss. Ihre Diplomarbeit trug den Titel Unkorrekte direkte Rede in Thomas Manns Roman Buddenbrooks.
Nach ihrem Hochschulabschluss arbeitete sie von 1982 bis 1992 als Deutschlehrerin am Institut für Fremdsprachen der Medizinischen Universität Lwiw und von 1989 bis 1992 als Dozentin für deutsche Sprache und Literatur an der Pädagogischen Hochschule Lwiw. Anschließend war sie bis 1996 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungszentrum für Zeitschriften der Wissenschaftlichen Bibliothek Lwiw Wassyl Stefanyk und danach bis 1997 Übersetzerin bei den Lwiwer Verlagen Litopys und Misioner. 1997 gründete und bis 2002 leitete sie an der Universität Lwiw das Zentrum für die Länder Nordeuropas und das Zentrum für das Programm Baltische Universität in der Ukraine. Von 2002 bis 2004 war sie Kulturattaché der Ukrainischen Botschaft in Finnland.
2001 absolvierte sie ein Praktikum in Norwegen mit einem Stipendium des Norwegischen Übersetzerfonds und nahm 1998 an Sommerkursen der Universität Oslo sowie 1992, 1993, 1994 an der Ukrainischen Freien Universität in München teil. Sie war Stipendiatin in Übersetzerresidenzen 2018 in Oslo und 2019 der Karpaten-Residency in der Ukraine.
1993 wurde sie Mitglied des Nationalen Verbandes Ukrainischer Übersetzer. 1997 gründete und leitete bis 2002 das Zentrum für Nordische Länder an der Nationalen Iwan-Franko-Universität Lwiw.
Sie übersetzt Bücher aus dem Deutschen, Norwegischen, Schwedischen und Dänischen, wobei sie sich schwedisch und dänisch autodidaktisch aneignete. Im Laufe von 34 Jahren veröffentlichte sie 89 Bücher in übersetzter skandinavischer Literatur in der Ukraine.
Ihren finnischen Ehemann Andriy Sossa lernte sie 2005 auf einem Übersetzerkongress in Finnland kennen.
Auszeichnungen (Auswahl) 2018: Königlich Norwegischen Verdienstorden 2019: Roman-Hamada-Literaturpreis für den Roman Pelsa des schwedischen Schriftstellers Torgny Lindgrenhttp://litakcent.com/2019/10/03/natalya-ivanichuk-otrimala-premiyu-imeni-romana-gamadi/ 2019: UNESCO-Literaturstadtpreis (Shortlist) 2020: UNESCO-Literaturstadtpreis (Shortlist) 2020: Aufnahme in die IBBY-Ehrenliste
Weblinks Бути вдячними і чути один одного — рецепт щастя Наталі Іваничук (ukrainisch) 10 думок перекладачки Наталі Іваничук (ukrainisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Übersetzer aus dem Dänischen Kategorie:Übersetzer aus dem Deutschen Kategorie:Übersetzer aus dem Norwegischen Kategorie:Übersetzer aus dem Schwedischen Kategorie:Übersetzer ins Ukrainische Kategorie:Hochschullehrer (Nationale Iwan-Franko-Universität Lwiw) Kategorie:Ukrainer Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1959 Kategorie:Frau