mini|Porträt von Jane „Jennie“ Smillie Jennie Smillie Robertson (* 10. Februar 1878 in Hansalle (Ontario); 26. Februar 1981 in Toronto) war eine kanadische Chirurgin und die erste Chirurgin des Landes, die dort die erste größere gynäkologische Operation durchführte. alt=An image of the road leading up to a large, multi-story brick building. A tree is in front.|mini|Das Women’s College Hospital in Toronto, das Smillie als Ontario Medical College for Women mitbegründet hatte. Als Tochter von Bauern arbeitete sie zunächst als Lehrerin, um sich das Studium der Medizin finanzieren zu können, bevor sie sich am „Ontario Medical College for Women“ einschrieb, das während ihres Studiums in die medizinische Fakultät der University of Toronto integriert wurde. Da es in Toronto keine entsprechenden Möglichkeiten gab, absolvierte sie ihre Ausbildung in den Vereinigten Staaten. 1911 half sie, ihre Alma Mater, das heutige Women’s College Hospital, neu zu gründen, nachdem kein Krankenhaus in Toronto ihr die Durchführung von Operationen erlaubt hatte. Sie starb im Alter von 103 Jahren.

Jugend und Ausbildung Smillie wurde am 10. Februar 1878 auf einem Bauernhof außerhalb von Hensall (Ontario), als eines von mehreren Kindern von Benjamin Smillie (1839–1886) und Jane Smillie (1849–1906), geb. Buchanan geboren. ISSN 0319-0714 Smillie besuchte öffentliche Schulen in Hensall und später in Seaforth in Süd-Ontario. S. 1108 f.; ISBN 978-1-135-96343-9 Schon in jungen Jahren zeigte sie Interesse an der Medizin. Als Erwachsene erzählte sie einer befreundeten Ärztin: „Ich war erst drei Jahre alt, als ich zum ersten Mal daran dachte, Ärztin zu werden. Ich hatte von einer Missionarin gehört, die Ärztin war. Als ich fünf war, fragte ich meine Mutter, ob Frauen Ärztin werden könnten. Sie sagte mir, dass das möglich sei, und von da an wusste ich, dass ich genau das tun würde.“

Smillie absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Lehrerin und arbeitete bis zum Alter von 25 Jahren, um Geld für die Studiengebühren am „Ontario Medical College for Women“ zu sparen. Vor Beginn ihres zweiten Studienjahres an der medizinischen Fakultät im Jahr 1906 fusionierte die Hochschule mit der medizinischen Fakultät der University of Toronto, wodurch die Einrichtung koedukativ wurde; einige Frauen sahen sich Feindseligkeiten seitens ihrer männlichen Kommilitonen ausgesetzt, doch Smillie war der Ansicht, dass die Frauen einen positiven Einfluss auf die Männer hatten. Sie schloss ihr Studium 1909 ab. ISSN 0008-428X

Karriere mini|Woman's Medical College of Pennsylvania im Jahr 1850 Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es Frauen schwierig, in Kanada ein medizinisches Praktikum zu bekommen; kein Krankenhaus in Toronto wollte Smillie als Praktikantin aufnehmen, sodass sie gezwungen war, in die Vereinigten Staaten zu ziehen, um ein Praktikum am „Women's Medical College of Pennsylvania“ in Philadelphia zu absolvieren. S. 143; ISBN 978-1-55050-204-6 1910 kehrte sie nach Toronto zurück, um ihre Praxis zu eröffnen, wurde jedoch von keinem Arzt zur chirurgischen Ausbildung aufgenommen. Daher kehrte sie für sechs Monate nach Philadelphia zurück, um dort eine intensive Ausbildung bei einer anderen Chirurgin zu absolvieren, die u. a. eine Woche umfasste, in der sie die Leitung einer chirurgischen Station übernahm – eine Erfahrung, der sie die Stärkung ihres Selbstvertrauens zuschrieb.

Nach ihrer zweiten Rückkehr nach Toronto war kein Krankenhaus bereit, ihr die Durchführung von Operationen zu gestatten. Stattdessen führte sie ihre erste Operation (eine Ovarektomie zur Entfernung eines Eierstocktumors) bei Tageslicht auf dem Küchentisch einer Patientin durch, womit sie die erste Chirurgin war, die in Kanada einen größeren gynäkologischen Eingriff vornahm. mini|Dr. Jennie Smillie mit einer Gruppe von Dozentinnen des Women’s Institute of Ontario im Sommer 1912. Im Jahr 1911 gründeten Smillie und ihre Kolleginnen das „Ontario Medical College for Women“ neu als „Women's College Hospital“, da die Zahl der Patientinnen, die ihre Dienste in Anspruch nehmen wollten, zunahm und es in Kanada immer mehr Ärztinnen gab. Bevor das Gebäude errichtet wurde, war das Krankenhaus in gemieteten Häusern untergebracht. Aufgrund der anfänglichen finanziellen Schwierigkeiten mussten die Gründerinnen Gemüse von den Bäuerinnen sammeln, um ihre Patienten versorgen zu können. Sie trat 1912, kurz nach dessen Gründung, in das Women's College Hospital ein, wo sie später zur stellvertretenden Leiterin der Gynäkologie aufstieg, eine Position, die sie bis 1942 innehatte. Sie führte bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1948 Operationen im Bereich der Bauch- und Frauenheilkunde durch.

Außerhalb des Krankenhauses war Smillie Gründungsmitglied der „Federation of Medical Women of Canada“ und engagierte sich politisch für liberale Anliegen; zeitweise war sie Vorsitzende der „Women’s Liberal Association“.

Spätere Jahre und Vermächtnis Nach ihrem Ruhestand heiratete Smillie im Alter von 70 Jahren den Witwer Alex Robertson, obwohl sie sich bereits Jahrzehnte zuvor kennengelernt hatten. Sie begründete diese Verzögerung wie folgt: „Ich habe [ihn] 1898 kennengelernt, als ich unterrichtete. Damals hatte ich vor, Medizin zu studieren, nicht zu heiraten, und ich glaubte nicht, dass ich beides haben könnte.“ Er starb zehn Jahre später. An ihrem hundertsten Geburtstag sagte sie, „es habe keinen einzigen Tag in ihrem Leben gegeben, an dem sie nicht Ärztin werden wollte“.

Smillie Robertson starb am 26. Februar 1981 im Alter von 103 Jahren in einem Pflegeheim in Toronto und wurde auf dem Mount Pleasant Cemetery in Toronto beigesetzt.

Im Jahr 2013 weihte ihr Geburtsort Hensall einen Pocket-Park ein und benannte ihn zu ihren Ehren auf den Namen „Dr. Jennie Smillie Park“.

Im Jahr 2016 gehörte Smillie Robertson zu den Nominierten für die erste Frau, deren Konterfei auf einer kanadischen Banknote abgebildet werden sollte. Allerdings wurde die frühe Bürgerrechtsaktivistin Viola Desmond als erste Frau – und erste Schwarze – ausgewählt, der diese Ehre zuteilwurde.

Im Jahr 2023 vollendete die aus Halifax stammende Künstlerin Jo Napier ein Porträt von Smillie Robertson, das derzeit im Wartezimmer der gynäkologischen Onkologieklinik des „Queen Elizabeth II Health Sciences Centre“ in Halifax hängt.

Siehe auch Emily Stowe Jessie Gray

Literatur

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Weblinks

Einzelnachweise

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