Die Herren von Dötzdorf (auch: Doetzdorf, Duttilsdorp, Duezildorp, Duccelesdorp, Dutzesdorp, Dutti(n/s)dorp) waren ein niederrheinisches Uradelsgeschlecht, das sich nach der ehemaligen gleichnamigen Ortschaft im heutigen Rommerskirchen benannte. Ihr Stammsitz war wohl der dortige Dyxmannshof.

Geschichte Schon 1210 erschienen die Brüder Sibodo und Heribardus von Dötzdorf (Duttilsdorp) in einer Urkunde der Grafen von Hochstaden. Dies war auch die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Dötzdorf. Eben genannte Brüder waren angeblich angesehene Männer sowie Lehnsträger letzterer Grafen, in deren Urkunden sie regelmäßig als Zeugen auftauchten. Gottschalk von Dötzdorf (Godschalk von Duezildorp) ist 1251 als Ritter belegt; er befand sich im Gefolge des Dynasten Burghard Herr zu Hackenbroich, wie es in einer Urkunde aus 1261 zu erkennen ist. Der Ritter S(i/y)bodo von Dötzdorf (Dutzesdorp) gt. „der Rote“ (dictus Rufus) befand sich im Jahre 1266 aus unbekannten Gründen in einem Streit mit der Stadt Köln. So schickten die Richter und Schöffen der Stadt vier Männer, die den Streit schlichten sollten; eine „vollständige Sühne“ erreichten die beiden Parteien erst im August 1276. Ferner sind die Söhne des Gottschalk von Dötzdorf, Johann und Tilmann, im Jahre 1267 belegt. Sie verkauften einen Mansus von 60 Kölner Morgen bei Gill an St. Ursula und nahmen dieses Land für zwölf Malter Weizen in Erbpacht; dies deutet auf den Niedergang des Geschlechts hin, da sie womöglich aus finanzieller Not ihr Allod verkauften. 1271 genehmigte der Graf von Hochstaden dem Ritter Sibodo von Dötzdorf, den kleinen und großen Zehnten von 188 Kölner Morgen Ackerland im Eckumer Feld an das Kloster Knechtsteden gegen eine beachtliche jährliche Rente zu übertragen. Diese Rente stand seiner Schwester Elisabeth von Dötzdorf bis zu ihrem Tod zu. Am 21. Januar 1274 erlaubte Erzbischof Engelbert II. von Köln dem Ritter Sibodo von Dötzdorf, mehrere ihm als Lehen zustehende Zinsen an Abt und Konvent von Knechtsteden zu verkaufen. Die Abgaben kamen aus verschiedenen Gütern in Orten wie Eckum, Panhausen, Siegenhovenuntergegangenes Gehöft bei Knechtsteden sowie Stammsitz der Freiherren von Siegenhoven gt. Anstel, Delhoven und Sinsteden. Der Gesamtbetrag dieser Zinsen lag bei 22 Schillingen und 2 Denaren; der Kaufpreis betrug 21 Mark, 4 Schillinge und 9 Denare; das Geschlecht ging weiter unter.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0359 / Knechtsteden, Rep. u. Hs. AA 0359, Nr. 1, abgerufen am 6. April 2026. 1291 erschienen die Knappen Jacobus Burchart und Henricus von Dötzdorf; offenbar sind sie im Stand abgestiegen. Eine letzte Erwähnung des Geschlechts erfolgte am 3. September 1308, als die Schwester des Sibodo von Dötzdorf, die Begine Bela gt. von Dötzdorf (Duttilsdorp), das Lehen der Burggrafen von Hochstaden, den Zehnten vom Giller Hof mit jährlich 20 Malter Roggen und vier Malter Weizen an das Kloster Knechtsteden verkaufte. Ihre Lehenspflicht gegenüber dem Hause Hochstaden verlagerte sie auf 40 Morgen Allod bei Welchenberg.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0359 / Knechtsteden, Rep. u. Hs. AA 0359, Nr. 1, abgerufen am 6. April 2026.

Literatur

Josef Schmitz: Rittersitze, Stiftshöfe und Klostergüter am Gillbach (= Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Rommerskirchen Band V), Rommerskirchen 2008, S. 65–68. Walter Lorenz (Hrsg.): Gohr, Nievenheim, Straberg. Quellen zur Geschichte des Amtes Nievenheim, seiner Bewohner und Siedlungen, 2. Teil (= Inventare Nichtstaatlicher Archive Band 16), Rheinland-Verlag, Bonn 1974, S. 73 f. (afz.lvr.de).

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht