Die Krautstraße ist eine im 17. Jahrhundert in der Stralauer Vorstadt Berlins angelegte Straße. Sie liegt im Ortsteil Friedrichshain des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg.

Lage mini|Berlin 1896, mit Krautstraße (Mitte senkrecht, links neben dem Kreis) Die Krautstraße verläuft in Nord-Süd-Richtung von der Blumenstraße bis zur Holzmarktstraße. Kurz vor ihrem Ende überquert die Berliner Stadtbahn die Straße. Bis Anfang der 1950er Jahre begann sie bereits an der Großen Frankfurter Straße (heute: Karl-Marx-Allee).

Geschichte Der Verkehrsweg wurde wahrscheinlich um 1690 in der entstehenden Stralauer Vorstadt angelegt. Um 1723 erhielt sie den Namen Krauts-Gasse nach dem preußischen Staatsminister Johann Andreas Kraut, der dort ein Grundstück besaß.Dusableau-Plan von 1723 (unten links, gesüdete Karte), mit der ersten erhaltenen Namensnennung als Krauts-GasseKrauts-Gasse Luisenstädtischer Bildungsverein, Berlin-Geschichte (mit Ungenauigkeiten) In dieser Zeit gab es dort nur Gärten, seit dem späten 18. Jahrhundert wurde sie mit Wohnhäusern bebaut.

1860 beantragten Eigentümer eine Umbenennung in Hohenzollernstraße, Schwerinstraße, Auerswaldstraße oder Andreasstraße, doch durch Allerhöchste Kabinetts-Ordre wurde die amtliche Bezeichnung Krauts-Straße festgelegt.Hermann Vogt: Die Straßen-Namen Berlins, Berlin 1885, S. 50 mit diesen Details. Im Jahr 1872 nahmen die gewaltsamen Proteste gegen Mietwucher in Berlin an der Kreuzung Blumenstraße / Krautstraße ihren Anfang.Uwe Rada, Mietenreport, Alltag, Skandale und Widerstand, Ch. Links, Berlin 1991, S. 155ff.; vom 25. bis 27. Juli 1872.

mini|hochkant=0.6|Krautstraße (vorn) und Kleine Markus-Straße, 1929 In den Jahren 1943 bis 1945 wurden die Gebäude durch Kriegseinwirkungen beschädigt und in den folgenden Jahrzehnten abgerissen. Stattdessen entstanden dort Neubauten. In den 2010er und 2020er Jahren wurden weitere Neubauprojekte umgesetzt. Seit 2021 ist der Straßenabschnitt zwischen Langer Straße und Holzmarktstraße eine Fußgängerzone.

Gebäude und Nutzung Ehemalige Gebäude Bis 1945/1960 standen in der Krautstraße Wohn- und Geschäftshäuser sowie einige Fabriken., auch in den anderen Jahren

Nr. 1: (Ecke Große Frankfurter Straße) Kinematographen-Theater, um 1912 bis um 1915 Nr. 18/19: Industriehof Görs & Kallmann Nr. 38: Concordia-Festsäle (Haupteingang Andreasstraße 64), ab etwa 1890, in denen SPD-Parteitage und weitere politische Versammlungen stattfanden, ab 1918 Großraum-Kino, um 1926 Verwaltungsgebäude mit Büros Nr. 43: 38. Gemeindeschule (bis zur Bildung Groß-Berlins 1920), dann 38. Volksschule Nr. 48a: Markthalle VIII (an der Andreasstraße und Grüner Weg / Paul-Singer-Straße), 1888–1945 Nr. 49: 12. Gemeindeschule (bis zur Bildung Groß-Berlins 1920), dann 12. Volksschule

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden fast alle Häuser unbenutzbar und in den späten 1950er Jahren abgeräumt.

Bestehende Gebäude und Anlagen (Auswahl) In der Krautstraße stehen einige neu errichtete Gebäude aus den 1960er und 1970er Jahren, aber auch Neubauten, die nach 2010 entstanden.

Nr. 23: inklusiver Spielplatz, seit 2023/2025Spielplätze Krautstraße/Lange Straße Nachhaltige Erneuerung, abgerufen im April 2026. Nr. 30: Wohnheim, 2017–2024 erbautWohnheim Krautstraße 30 Bernd Albers, 2017–2024. Nr. 52: Hier befanden sich zwischen 1952 und etwa 1990 die Evangelische Haupt-Bibelgesellschaft und die Evangelische Verlagsanstalt. Bis um 2020 hatte der Landesverband des Unionhilfswerks mit seinem Bezirksverband Friedrichshain und einer Begegnungsstätte hier seinen Sitz. Nach dessen Umzug nach KreuzbergLandeveband des Union-Hilfswerks, Impressum > Schwiebusser Str., abgerufen am 9. April 2026. wurde das Haus zu einem reinen Wohnhaus und erhielt einen Anbau, der sich über die Ecke Blumenstraße/Krautstraße erstreckt.Berliner Liegenschaftsdaten und Bebauungsplan V-52; Großbauprojekt "LXK" (Lange Straße/Krautstraße).

Weblinks

Krautstraße auf xhain.info

Einzelnachweise

Kategorie:Straße in Berlin