Glennkill: Ein Schafskrimi (Originaltitel: The Sheep Detectives) ist ein Spielfilm aus dem Jahr 2026 von Regisseur Kyle Balda mit Hugh Jackman, Emma Thompson, Nicholas Braun und Nicholas Galitzine. Das Drehbuch von Craig Mazin basiert auf dem gleichnamigen Roman (2005) von Leonie Swann.
Im Mittelpunkt der Handlung steht der Mord am Schäfer George, der vor seinem Wohnwagen inmitten seiner Schafherde an einer Vergiftung stirbt. Nicht nur die Menschen, sondern auch einige Mitglieder der Schafherde beteiligen sich an der Aufklärung der Tat. Am Ende gelingt es einigen Schafen ihre Erkenntnisse so zu vermitteln, dass der Polizist Tim den wahren Mörder erkennen kann. Im Happy End übernimmt Georges Tochter Weideland und Schafe und führt seine Arbeit weiter.
Handlung Außerhalb des englischen Dorfes Denbrook lebt der Schäfer George Hardy zurückgezogen in einem Wohnwagen auf einer Wiese und verbringt seine Zeit damit, seinen Schafen Kriminalromane vorzulesen. Die Schafe leben in seliger Unwissenheit und glauben, sich nach dem Tod in Wolken zu verwandeln. Wenn sie mit einer unangenehmen Situation konfrontiert werden, können sie diese einfach vergessen. Sie diskriminieren ein „Winterlamm“, das im Winter statt wie üblich im Frühling geboren wurde.
Eines Morgens wird George vom zweiten Schäfer des Dorfes, Caleb Merrow, tot vor seinem Wohnwagen gefunden. Der einzige Polizist des Ortes, Tim Derry, vermutet zunächst einen Herzinfarkt als Todesursache. Reporter Elliot Matthews, der wegen eines lokalen Festes im Ort ist, glaubt jedoch an Mord und drängt Tim, genauer nachzuforschen. Tim kommt zu dem Schluss, dass George von einem der Dorfbewohner mit Taxin vergiftet wurde. Zutiefst erschüttert von Georges Tod beschließen die Schafe, das Rätsel selbst zu lösen, allen voran die von Kriminalromanen begeisterte Aue Lily, der Widder Mopple, der sich als einziger stets an alles erinnert, und der Einzelgänger Sebastian, ein Winterschaf, das George von einem Jahrmarkt gerettet hat.
Bei der Testamentseröffnung im örtlichen Pub wird unter anderem enthüllt, dass George Zwillinge hatte, einen Sohn und eine Tochter, deren Mutter bei der Geburt starb. George gab die Zwillinge damals über die Kirche zur Adoption frei. Nun hatte er sie gerade erst über den örtlichen Pfarrer wieder ausfindig gemacht und Kontakt zu ihnen aufgenommen. Sein Sohn Peter lebt jetzt in Südafrika, seine Tochter Rebecca in den Vereinigten Staaten. Sie ist gerade in England angekommen, um George zum ersten Mal zu besuchen. Georges Anwältin Lydia Harbottle hat außer Tim noch Pfarrer Hillcoate, Metzger Ham Gilyard, Wirtin Beth Pennock und Caleb, der Weideland von George gepachtet hatte, eingeladen. George gibt in seinem Testament kund, dass nun zwei Mörder, ein Opfer, ein schlechter Hirte, ein Dummkopf sowie ein Winter- und ein Frühlingslamm zugegen sind. Peter wird per Telefon zugeschaltet. Elliot versucht zu bleiben, wird aber von Lydia zum Gehen aufgefordert. Während der Verlesung kommt ans Licht, dass George mit einem Medikament gegen die Schafkrankheit Orf insgeheim ein Vermögen gemacht hat. Das neue Testament spricht dieses Vermögen Rebecca zu und ersetzt damit ein altes, in dem es einer Tierschutzorganisation vermacht wurde und die Familie nur Wiesen und Schafe erbt.
Nachdem Cloud, ein Mitglied der Herde, enthüllt, dass sie in der Mordnacht einen von Rebeccas silbernen Armreifen gefunden hat und damit Rebeccas Behauptung widerspricht, ihren Vater nie getroffen zu haben, locken die Schafe Tim zu der Wiese, wo er den Armreif findet. Er entdeckt außerdem Eibenfrüchte in ihren Stiefelsohlen, obwohl sie nach eigener Aussage nie in der Nähe des Eibenbaumes gewesen sei, und erfährt von ihrer kriminellen Vergangenheit in Amerika. Sie wird wegen Mordes an George verhaftet. Ihr Motiv soll das Erbe gewesen sein, Lily und Moppel sind aber nicht ganz von Rebeccas Schuld überzeugt. Da sie glauben, bald in Calebs Herde aufgenommen zu werden, erkunden sie seine Wiese und versuchen, ihre zukünftigen Herdenmitglieder kennenzulernen. Dabei entdecken sie, dass Caleb mit Ham zusammen einen großen Vertrieb für Lammfleisch aufgezogen hat. Das erklärt, warum George, ein Vegetarier, sich so oft mit Caleb gestritten hat. Kurz darauf werden sie von Calebs Schäferhunden verfolgt, doch Sebastian, der schon auf den Jahrmärkten gegen Hunde kämpfen musste, rettet sie und opfert dabei sein Leben. Lily erkennt, dass Schafe nach dem Tod nicht zu Wolken werden und dass sie jedes Mal, wenn ein ihr nahestehendes Schaf starb, beschlossen hat, dies zu vergessen.
Sie versucht, die anderen Schafe in Sicherheit zu bringen, doch Zora gerät in Panik und bringt die anderen Schafe dazu, zu vergessen. Mopple erklärt Lily, dass sie nun die Erinnerungen an ihre verstorbenen Lieben annehmen muss, anstatt zu vergessen. Verzweifelt versucht Lily, George zu vergessen, doch sein Geist ermutigt sie und sie erkennt, dass Rebecca nicht die Mörderin ist, sondern vom wahren Täter hereingelegt wurde. Sie und Mopple bitten das kleine Winterlamm, sich ins Gefängnis zu schleichen und mit seinen Beinen eine Botschaft zu malen. Am nächsten Morgen entdeckt Tim auf dem Boden eine Linie aus blauer, dann gelber und schließlich grüner Farbe, die sich durch das Mischen beider Farben entwickelt hat.
Tim will Rebecca gerade zum Untersuchungsgefängnis überstellen lassen, als er das Winterlamm mit der Farbe an den Beinen entdeckt und versteht, dass Rebecca unschuldig ist. Tatsächlich war keiner der Anwesenden bei der Testamentseröffnung Georges Mörder. Mit Hilfe der Schafe erinnert er sich, dass eine von Georges Händen grün verfärbt war. Dies lag an der Vermischung von Blau – der Farbe des Medikaments, das er den Schafen verabreicht hatte – mit Gelb vom blonden Haarfärbemittel des Täters. Das verdächtige neue Testament schien Rebecca ein Motiv zu geben, tatsächlich aber auch ihrem Zwillingsbruder Peter, der im Falle einer Verurteilung Rebeccas das Geld als nächster Angehöriger erben würde. Peter hat allerdings ein wasserdichtes Alibi, da er sich nach wie vor in Südafrika zu befinden scheint. Tim schlussfolgert, dass „Elliot Matthews“ in Wirklichkeit Peter ist, der sich die Haare blond gefärbt hat, um die Familienähnlichkeit zu verbergen. Er beschuldigt Peter/Elliot, das gefälschte Testament platziert und den Verdacht auf seine Schwester gelenkt zu haben, damit das Vermögen nicht verschenkt wird, Rebecca ins Gefängnis kommt und er alles allein erbt.
Entlarvt versucht Peter zu fliehen, wird aber von den Zwillingswiddern Reggie und Ronnie aufgehalten. Er wird verhaftet, Rebecca hingegen freigelassen. Rebecca nimmt den Nachnamen ihres Vaters und das Eigentum an den Wiesen und Georges Schafen an. Sie kauft auch Calebs Schafe, um sie vor einem Ende in Hams Fleischerei zu retten. Sie setzt sich danach vor den Wohnwagen, um Georges’ Ratgeber zu lesen. Am Ende sieht man, wie Lily und das Winterlamm (dem Lily nun George zu Ehren dessen Namen gegeben hat) Sebastian als Wolke am Himmel sehen.
Besetzung und Synchronisation
Menschen
George Hardy Hugh Jackman Thomas Nero Wolff Anwältin Lydia Harbottle Emma Thompson Monica Bielenstein Tim Derry Nicholas Braun Sebastian Schulz Elliot Matthews Nicholas Galitzine Max Felder Rebecca Hampstead Molly Gordon Samina König Beth Pennock Hong Chau Rubina Nath Caleb Merrow Tosin Cole Tobias Schmidt Ham Gilyard Conleth Hill Postfrau Jo Mandeep Dhillon Pfarrer Hillcoate Kobna Holdbrook-Smith Samuel Zekarias
Schafe
Rolle Originalsprecher Deutscher Sprecher Lily Julia Louis-Dreyfus Anke Engelke Mopple Chris O’Dowd Bastian Pastewka Sebastian Bryan Cranston Douglas Welbat Cloud Regina Hall Leonie Dubuc Sir Richfield Patrick Stewart Joachim Tennstedt Zora Bella Ramsey Gioia Iannacone Ronnie/Reggie Brett Goldstein Tobias Müller Wollauge Rhys Darby Daniel Zillmann
Produktion und Hintergrund Der Film wurde von Working Title Films, Lord Miller Productions und Three Strange Angels produziert, als Produzent fungierten Lindsay Doran, Tim Bevan und Eric Fellner.
Die Dreharbeiten fanden im Juni und Juli 2024 in England statt. Gedreht wurde im Buckinghamshire, Hertfordshire, Oxfordshire und Surrey. Drehort waren unter anderem die Shepperton Studios. Die visuellen Effekten lieferte Framestore.
Die Kamera führte George Steel, die Musik schrieb Christophe Beck, die Montage verantworteten Paul Machliss, Martin Walsh und Al LeVine und das Casting Emily Brockmann und Lucy Bevan. Das Production-Design gestaltete Suzie Davies und das Kostümbild Rosa Dias. In den USA erhielt der Film ein PG-Rating.
Veröffentlichung Ein erster Trailer wurde im Dezember 2025 veröffentlicht. Deutschlandpremiere war am 28. April 2026 im Kino in der Kulturbrauerei Berlin.
In den USA lief der Film am 8. Mai 2026 in den Kinos an. Der deutsche Kinostart erfolgte am 14. Mai 2026.
Am 8. Juli 2026 wurde der Film in das Abo-Angebot von Amazon Prime Video aufgenommen. Am 3. September 2026 wurde der Film auf Blu-ray Disc und DVD veröffentlicht.
Trivia Der Film trägt den Originaltitel The Sheep Detectives. Der deutsche Titel Glennkill: Ein Schafskrimi ergibt keinen Sinn, da der ermordete Schäfer anders als in der Buchvorlage nicht George Glenn und das Dorf nicht Glennkill heißt.
Der englische Verleihtitel des Films erinnert phonetisch an die US-amerikanische Kriminalkomödie Der Schmalspurschnüffler (Originaltitel: "The Cheap Detective").
Rezeption Stefan Geisler vergab auf filmstarts.de 3,5 von 5 Sternen und bezeichnete die Produktion als herzerwärmendes Whodunnit-Abenteuer für die ganze Familie. Auch wenn der eigentliche Fall nicht mit vergleichbaren Genre-Vertretern mithalten könne, sei es ein kurzweiliges Vergnügen.
Peter Osteried urteilte auf kinofans.com, dass Glennkill ein amüsanter Film sei, der hinter seinen Möglichkeiten bleibe – als möglicher Reihenauftakt aber durchaus funktioniere.
Oliver Armknecht bewertete den Film auf film-rezensionen.de mit acht von zehn Punkten. Die Vorlage wurde zwar an vielen Stellen verändert, der Film stehe dieser aber nicht nach, überzeuge mit Charme, Herz und Humor und einem bestens aufgelegten Ensemble.
Antje Wessels befand, dass der Krimi mit einem eher konventionellen Mordfall vor allem durch seine charmanten Schaf-Figuren, den cleveren Humor und die überraschend tiefgründigen Themen rund um Verlust, Erinnerung und Ausgrenzung überzeuge.
Thomas Sachsenmaier (3 von 5 Elche) kritisierte auf swr3.de, dass eher die Menschen im Fokus stünden. Dadurch käme die Vielfalt der skurrilen Schafe nicht so richtig durch. Der Film sei gut, aber das Buch sei cleverer.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:Britischer Film Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Kriminalfilm Kategorie:Literaturverfilmung Kategorie:Filmkomödie