miniatur|Versöhnungskirche (Oldenburg) – Ansicht von Osten Die Versöhnungskirche ist eine ehemalige evangelisch-lutherische Kirche im Oldenburger Stadtteil Donnerschwee, die zur Kirchengemeinde Ohmstede gehörte.
Sie wurde am 2. Advent, dem 10. Dezember 1961, eingeweiht und am 9. Februar 2025 mit einem Entwidmungsgottesdienst entwidmet.
Vorgeschichte des Baues Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs war die Zahl der Einwohner Oldenburgs durch den Zuzug von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen stark angestiegen. Nach etwa 50.000 Einwohnern im Jahr 1925 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt durch Flüchtlingszuzug 1946 die Grenze von 100.000.
Die Kirchengemeinde Ohmstede umfasst seit 1897 die damaligen Ortschaften Bornhorst, Donnerschwee, Etzhorn, Ipwege, Ipwegermoor, Nadorst, Ohmstede und Wahnbek. Da allein die Zahl der Gemeindeglieder im Stadtteil Ohmstede nach dem Krieg auf 25.000 angewachsen war, reichten die Kirchen St. Lamberti, St. Peter und die Ohmsteder Kirche nicht mehr aus und es entstanden 1949 in Ofenerdiek die Christuskapelle, in Wahnbek die Willehadkirche im Jahr 1955 und die katholische St. Bonifatiuskirche 1960 in Donnerschwee. Nach dem Bau der Versöhnungskirche wurden 1963 in Ofenerdiek die Thomaskirche, in Nadorst das Gemeinde-Zentrum am Hartenkamp 1973 und im Jahr 1963 die Trinitatiskirche in der Junkerburg erbaut.
Für den Bau der Versöhnungskirche gründete sich ein Kirchenbauverein unter dem Vorsitz der drei Kirchenältesten Regierungsrat Käsch, Studienrat Mader und Kirchenverwaltungsrat Reinhold Bogun. Der Auftrag zum Bau der Kirche wurde dem Braunschweiger Architekten Arnold Finger erteilt.
Bau Die Bauarbeiten begannen im November 1959 und die Grundsteinlegung fand im April 1960 unter Beteiligung von u. a. Oberkirchenrat Heinrich Höpken und Pastor Johannes Wolter statt.
Neben dem Kirchengebäude selbst entstanden die Küsterwohnung, das Gemeindehaus mit Saal, ein Konfirmandenraum, ein Clubraum, ein Büro, Toiletten sowie eine Teeküche. Die Gebäude sind um einen Innenhof herum gruppiert, über den ein überdachter Verbindungsgang führt. Durch einen Erweiterungsbau wurde das Raumangebot 1975 erheblich erweitert.
Das Dach des Kirchengebäudes sollte mit Holzschalung auf Stahltragwerk nach den Worten des Architekten Arnold Finger „möglichst leicht wirken, aus Stahlstäben, die filigranartig geordnet werden, um die Schwere und die Zuverlässigkeit der Wände zu betonen.“ Aus statischen Gründen ruht die Decke heute jedoch auf Stahlträgern.
Namensgebung und Einweihung Die Gemeinde wählte aus den vier Vorschlägen Peter-und-Paul Kirche, Heiliggeistkirche, Pfingstkirche und Versöhnungskirche mehrheitlich den heutigen Namen.
Der Einweihungsgottesdienst fand am 10. Dezember 1961 unter der Leitung von Gerhard Jacobi, Oldenburger Bischof von 1954 bis 1967, und den Pastoren Johannes Wolter und Gerhard Hinrichs statt, die als Geschenk des damaligen Bundestagspräsidenten Eugen Gerstenmaier die erste große Altarbibel entgegennahmen.
Turm und Glocken mini|Der Turm – Ansicht von Nordwesten Der wie ein Campanile ohne bauliche Verbindung zum Kirchengebäude freistehende Glockenturm entstand im Mai 1962, die drei neuen Glocken, gegossen von der Glocken- und Kunstgießerei Rincker in Sinn, wurden am 5. August 1962 aufgehängt. Die große Glocke in f wiegt 820 kg und trägt die Inschrift: „Christus ist unser Friede“. Die mittlere Glocke in as hat 520 kg und heißt: „Lasst euch versöhnen mit Gott“. Die kleine Glocke klingt in b' und wiegt 370 kg. Ihre Inschrift lautet „Bekümmert euch nicht, denn die Freude am Herrn ist eure Stärke“.
Ausstattung Die Glasfenster wurden von dem Oldenburger Künstler Max Hermann entworfen und von der Firma Ludovicus Oidtmann in Linnich bei Aachen angefertigt. Die Orgel der Versöhnungskirche wurde im Jahr 1964 von Orgelbau Alfred Führer erbaut.
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