mini|Marc Nattier (1642–1705): Gilbert de Sève, peintre. Schloss Versailles Gilbert de Sève (* um 1615 in Moulins; † 9. April 1698 in Paris) war ein französischer Maler des Barock. Er war vorwiegend am Hof Ludwigs XIV. tätig und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Académie royale de peinture et de sculpture.

Leben Gilbert de Sève wurde um 1615 in Moulins geboren. Über seine Ausbildung sind keine gesicherten Angaben überliefert. Er ließ sich in Paris nieder und entfaltete dort eine Karriere als Hofmaler im Umfeld der französischen Krone. Im Jahr 1648 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Académie royale de peinture et de sculpture, der zentralen Institution des französischen Kunstlebens im 17. Jahrhundert. Innerhalb dieser Institution stieg er rasch auf: 1655 wurde er zum Professor, 1679 zum Rektor-Adjunkten und 1689 schließlich zum Rektor ernannt. Sein jüngerer Bruder Pierre de Sève (* um 1623 in Moulins; † 9. November 1695 in Paris) war ebenfalls Maler und hatte seine Ausbildung bei Gilbert erhalten. Pierre wurde 1663 Mitglied der Académie royale, 1664 Adjunkt-Professor und 1672 Professor an derselben Institution. Gilbert de Sève starb am 9. April 1698 in Paris.

Werk mini|Gilbert de Sève: Anne Marie Louise d'Orléans, La Grande Mademoiselle (um 1660). Ex-Christie’s, Paris Gilbert de Sève war als Dekorationsmaler am Hof Ludwigs XIV. tätig und schuf Deckenmalereien im Zimmer der Königin im Schloss Versailles, die jedoch nicht erhalten sind. Daneben arbeitete er für die Manufacture des Gobelins, die königliche Wirkerei, für die er Entwürfe lieferte. Sein Werk war darüber hinaus durch die Druckgrafik weit verbreitet. Nach seinen Vorlagen schufen namhafte Stecher seiner Zeit Bildnisdrucke, darunter Boulanger, Gérard Edelinck, Masson, Th. V. Merlen, E. Picart, A. und E. Rousselet sowie P. van Schuppen. Sein Bruder Pierre de Sève ist mit einem Gemälde zur Erneuerung des Bündnisses zwischen Frankreich und der Schweiz im Jahr 1663 in der Galerie historique de Versailles vertreten. Nach dessen Vorlagen schufen die Stecher Dolivar, Jan Edelinck, E. Gantrel, J. Jollin, Landry und C. Simoneau grafische Blätter, darunter eine Heilige Familie, eine Darstellung des Heiligen Johannes sowie eine Taufe Christi.

Literatur Adolphe Jal: Dictionnaire critique de biographie et d’histoire: errata et supplément pour tous les dictionnaires historiques. Henri Plon, Paris, 1872 Anatole de Montaiglon: Procès-verbaux de l’Académie royale de peinture et de sculpture, 1648–1792. Charavay Frères, Paris, 1875–1892 Cornu: Table générale des Procès-verbaux de l’Académie royale de peinture et de sculpture. Paris, 1909 Émile Bellier de La Chavignerie, Louis Auvray: Dictionnaire général des artistes de l’École française depuis l’origine des arts du dessin jusqu’à nos jours. Band 2, Renouard, Paris, 1885 Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten von dem Leben und den Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher etc. Band 16, E. A. Fleischmann, München, 1846 Société de l’histoire de l’art français: Bulletin de la Société de l’histoire de l’art français. Paris, 1922 Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 4: Cossintino – Dyck. Paris, 2006. Allgemeines Künstlerlexikon – Internationale Künstlerdatenbank – Online. Herausgegeben von: Andreas Beyer, Bénédicte Savoy und Wolf Tegethoff, De Gruyter 2009.

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Einzelnachweise

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