mini|Josef Koberwein auf einer Lithografie von Friedrich Lieder (1824) Josef Koberwein (* 13. Mai 1774 in Kremsier; † 30. Mai 1857 in Wien; auch Joseph Koberwein) war ein österreichischer Theaterschauspieler. Er war von 1796 bis 1846 Ensemblemitglied des Burgtheaters.
Leben Josef Koberweins Vater Simon Friedrich Koberwein galt als einer der bekanntesten Schauspieler-Prinzipale des 18. Jahrhunderts. Seine Mutter war die Schauspielerin und Tänzerin Franziska Koberwein, geborene Sartori. Er trat bereits als Kind in der Wandertruppe seines Vaters auf. Später wirkte er dort im Rollenfach des „jugendlichen Liebhabers“ und als Solotänzer. Mit der Truppe unternahm er weite Reisen.
Die Koberweins kamen 1796 zu einem Gastspiel nach Wien. Während seinen Eltern kaum Erfolg beschieden war, wurde Josef Koberwein sogleich ans Burgtheater engagiert. Er debütierte dort in zwei Stücken von August von Kotzebue: als „Van der Husen“ in Armut und Edelsinn und als „Fritz“ in Straßenräuber aus kindlicher Liebe. Während seiner ersten zehn Jahre am Burgtheater war er auf die Rollenfächer des „Naturburschen“ und des „zweiten Liebhabers“ spezialisiert und kam zunächst zu keiner herausragenden Stellung. Er war seit 1803 mit der Schauspielerin Sophie Koberwein, geborene Bulla, verheiratet. Das Ehepaar hatte drei Kinder. Die Tochter Elise Fichtner wurde Burgschauspielerin, der Sohn Georg Koberwein Porträtmaler in Paris und London und der Sohn Josef Koberwein junior wurde Beamter der Ersten Österreichischen Spar-Kasse und starb nach 1842.
Josef Koberwein erlangte besondere Geltung als Heldendarsteller in der Zeit von 1807 bis 1818. Dazu zählten in Dramen von Friedrich Schiller 1808 der „Ferdinand“ in Kabale und Liebe und 1810 der „Don Cesar“ in Die Braut von Messina sowie 1814 sowohl die Titelrolle des Wallenstein als auch der „Leicester“ in Maria Stuart. In diese Zeit fallen auch seine Verkörperungen der Titelrollen des Correggio von Adam Oehlenschläger im Jahr 1815 und des Don Gutierre von Joseph Schreyvogel im Jahr 1818. Ab 1818 übernahm Koberwein Rollen im Fach des „Heldenvaters“ und betätigte sich zudem als Regisseur. In seinen späteren Jahren war er in komischen Rollen beliebt, beispielsweise 1826 als „Vatel“ in Der Ehrgeiz in der Küche von Eugène Scribe und Édouard Mazères. Seine letzte bedeutende neue Rolle war 1830 die des „Selbitz“ in Johann Wolfgang von Goethes Götz von Berlichingen. Er verabschiedete sich 1846 als „Wirt“ in William Shakespeares Die lustigen Weiber von Windsor von der Bühne und zog sich ins Privatleben zurück.
mini|hochkant|Grabmal von Josef und Sophie Koberwein (um 1920) Josef Koberwein starb 1857 im Alter von 83 Jahren. Er wurde am Katholischen Friedhof Matzleinsdorf bestattet, dem heutigen Waldmüllerpark (Grabdenkmalhain Nr. 16). Sein Porträtbild als „Correggio“ ist Teil der von Kaiser Joseph II. gestifteten Ehrengalerie des Burgtheaters. Nach Josef und Sophie Koberwein wurde 1912 die Koberweingasse in Wien-Fünfhaus benannt. mini|rechts|Grabmal des Ehepaars Koberwein im Waldmüllerpark
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Burgschauspieler Kategorie:Kinderdarsteller Kategorie:Tänzer (Österreich) Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Person (Habsburgermonarchie vor 1804) Kategorie:Person (Kaisertum Österreich) Kategorie:Geboren 1774 Kategorie:Gestorben 1857 Kategorie:Mann