mini|Detailansicht der Amurdrossel

Die Amurdrossel, auch Gartendrossel genannt, (Turdus hortulorum) ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln (Turdidae).P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF

Der Vogel brütet in Nordostchina und im fernen Osten in Russland, er überwintert in Südchina und Nordvietnam.

Die Art wurde früher als konspezifisch mit der Schwarzbrustdrossel (Turdus dissimilis) angesehen.

Der Lebensraum umfasst dichten, breitblättrigen, immergrünen Wald, Laub-, Galeriewald, dicht bewachsene Flussauen und Hügel bis zu 1100 m. ü. M.

Der Artzusatz kommt von .J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.

Merkmale Der Vogel misst 20–23 cm und wiegt 61–69 g. Das Männchen ist an der Oberseite grau, mit angedeutet gelbbraunem Bartstreif, an der Brust blassgrau mit weißlichem Kinn mit grauer Strichelung. Untere Brust und Flanken sind leuchtend orange bis rotbraun, die Unterseite bis zum Steiß ist weiß. Der Augenring und der Schnabel sind gelb, die Beine gelblich. Weibchen sind gräulich olivbraun an der Oberseite und den Ohrdecken, haben einen weißlichen Bartstreif, das Kinn wird durch einen schmalen schwärzlich-braunen Kinnstreif getrennt, der in die cremeweiße Brust mit dunklen Flecken übergeht. Die Unterseite ist blass orange an unterer Brust und den Flanken, ansonsten weiß. Jungvögel sehen weibchenartig aus, haben aber orangefarbene bis gelbbraune Flecken und Strichelung an der Oberseite, an der Unterseite sind sie kräftiger gefleckt und weniger orangefarben.N. Collar und E. de Juana: Gray-backed Thrush (Turdus hortulorum), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Turdus hortulorum

Geografische Variation Die Art ist monotypisch.IOC World Bird List 15.1 ThrushesAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025

Stimme Der Gesang wird meist von einer Baumspitze aus vorgetragen und wird als Folge kurzer, wenige Sekunden langer lauter und variantenreicher Strophen beschrieben, die meist aus zwei Teilen bestehen, der erste aus schnell wiederholten Pfeiflauten, dann gefolgt von höheren Trillern wie „tvet-tvet-tvet qui-qui-qui tviu-tviu-tviu-tve, tevetii-tevetii-tevetii kyuu-qwo tvii-tvii-tvii, trrryuuu trevtii-trevtii-trevtii“. Die Rufe umfassen ein leises Kichern, harsches „chack-chack“ und ein schrilles „tsee“ oder „chee“ als Alarmruf.

Lebensweise Die Art ist ein Zugvogel, sie überwintert in Südostchina und Nordvietnam. Das Brutgebiet wird oft schon im September verlassen, Ende April kommt der Vogel wieder zurück. Irrläufer treten in Japan und Taiwan auf.

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten, Schnecken und Früchten, die meist auf dem Boden in gefallenem Laub kratzend gesucht werden.

Die Brutzeit liegt zwischen Mai und Mitte August, es kommt zu zwei Bruten. Das Nest ist eine Schale aus Gras und Lehm, niedrig in einer kleinen Astgabel gebaut.

Das Gelege besteht aus 3–5 blass grünlichen Eiern mit rosa bis lila Färbung. Gebrütet wird über 12–13 Tage. Der Bruterfolg lag in der Jilin-Provinz in Nordostchina bei etwa 37 %.

Gefährdungssituation Die Amurdrossel gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur P. L. Sclater: Turdus hortulorum. In: The Ibis, Serie 1, Band 5, Heft 18, S. 196, 1863 Biodiversity Library M. Kuhn: Die Amurdrossel Turdus hortulorum vom Broichbachtal. In: Charadrius, Band 53, Heft 3–4, S. 2017: 185–187, 2017,

Weblinks

Macaulay Library

Amurdrossel auf Briefmarken Featherbase

Einzelnachweise

Kategorie:Drosseln