mini|270px|Häuserzeile an der Möckerner Straße mini|Hauptgebäude der Neu Königsborner Schlossanlage mini|Luftaufnahme von Neu Königsborn mini|Baracke des ehemaligen Heerespanzerzeugamtes mini|Das oft restaurierte Symbol des Dorfes Königsborn ist ein Ortsteil der Gemeinde Biederitz im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt.

Geographie Königsborn ist etwa zehn Kilometer östlich von Magdeburg, zwischen einem Dünenzug und Auen der Elbe, gelegen. Die Königsborner Flur besteht ausschließlich aus landwirtschaftlichen Nutzflächen mittlerer Qualität.

Naturräumlich gehört die Gemarkung des Ortes zum norddeutschen Tiefland und zu zwei verschiedenen Landschaften. Der Hauptort und alle westlichen Anteile gehören zum Elbe-Elster-Tiefland. Alle östlich vom Faulen Graben gelegenen Anteile, einschließlich der Siedlung Neu Königsborn, zählen zum Zerbster Land. Bei beiden Landschaften handelt es sich um eine ackergeprägte offene Kulturlandschaft und letztere bildet zudem die Südwestabdachung des Flämings zur Elbe. Die gesamte Gemarkung ist Teil des Einzugsgebietes der Elbe.

Im Ort gabeln sich die Bundesstraße 184 (Richtung Zerbst–Dessau) und die Bundesstraße 246 (Richtung Möckern–Belzig). Außerdem hat der Ort einen Bahnhof an der Bahnstrecke Biederitz–Trebnitz, Züge der Regionalexpress-Linie Magdeburg – Dessau – Leipzig halten hier stündlich.

Geschichte Bodenfunde aus der Jungsteinzeit und der Eisenzeit belegen, dass bereits in diesen Epochen Menschen im Gebiet des späteren Königsborn gesiedelt haben. In einer Urkunde des Magdeburger Erzbischofs Wichmann aus der Zeit um 1164 wurde erstmals Gerfridus und Heinricus de Cuningesborne erwähnt. Der Ortsname wandelte sich Anfang des 13. Jahrhunderts (1205) in Konigsborne. Die Namen sind offenbar abgeleitet von dem Ort einer Quelle, die noch heute in der Nähe des alten Gutshauses in Königsborn zu finden ist. Einer Dorfsage nach soll ein mit seinem Gefolge durchreisender König die Quelle erschlossen haben.

Im Laufe des 14. Jahrhunderts wurde der Ort von seinen Bewohnern verlassen und verfiel. Das war auch die Zeit, aus der letztmals Quellen von der Familie von Königsborn berichten. Auf dem wüsten Areal errichtete hundert Jahre später das Lorenzkloster aus der Magdeburger Neustadt ein Gut, aus dem sich der spätere Ortsteil Alt Königsborn entwickelte. Aus dem Klostergut wurde später ein Rittergut, mit dem zunächst die Familie von Alvensleben belehnt wurde, und das danach in rascher Folge seine Besitzer wechselte. Einer der Gutsbesitzer ist von 1575 bis 1579 der Oberst von Ziegesar, der für seine Kriegsdienste reich belohnt, auf dem Gut ein Renaissanceschloss errichtete. Es wurde zwar während des Dreißigjährigen Krieges zerstört, danach aber wieder aufgebaut.

Mitte des 18. Jahrhunderts war Kriegsrat Christoph Goßler Gutsherr von Alt Königsborn. Er richtete 1767 im Schloss eine Seidenfabrik ein, in der er zwanzig ausländische Spinnerfamilien arbeiten ließ und gehörte damit zu den Pionieren der Industrialisierung im ländlichen Raum. Als Ersatz für sein zweckentfremdetes Schloss baute sich Goßler einen Kilometer weiter östlich ein neues Schloss im Rokokostil, das 1770 fertiggestellt wurde, und begründete damit den Ortsteil Neu Königsborn. 1779 musste für die Seidenfabrik Bankrott angemeldet werden. Zum Ende des 18. Jahrhunderts befand sich das Gut Königsborn im Besitz des Geheimrates von Gansauge, danach war seine Tochter, die Gräfin Chasot, die Eigentümerin.

Am 21. August 1813 kam es im Rahmen der Befreiungskriege zum Gefecht bei Königsborn, in dem zahlenmäßig überlegene französische Truppen gegen preußische Truppen kämpften. Ziel der französischen Truppen in einer Stärke von 12.000 Mann unter General Gérard war der Vorstoß von Magdeburg in Richtung Berlin, die preußischen Truppen unter Divisionär zu Putlitz versuchten, dies zu blockieren. Das preußische Kontingent bestand aus dem 6. kurmärkischen Landwehr-Infanterie-Regiment, verstärkt durch eine Eskadron Landwehr-Kavallerie und das 4. Bataillon des späteren Linien-Regiments Nr. 13. Im Ergebnis wichen die preußischen Truppen nach Burg zurück, und der preußische König verließ Berlin.Theodor von Brand: Der Befreiungskrieg von 1813, 1814 und 1815, Band 1. Breslau 1842, S. 323–324.

Die landwirtschaftliche Nutzung verblieb weiterhin in Alt Königsborn, im 19. Jahrhundert, in dem sich die Einwohnerzahl des Ortes verdoppelte, gehörten zum Gut 480 Hektar Land. Es ist das Jahrhundert politischer Umwälzungen und des technischen Fortschritts. Nachdem Königsborn von 1807 bis 1814 zum napoleonischen Königreich Westphalen gehört hatte, kehrte es nach dem Wiener Kongress zu Preußen zurück und wurde in den Kreis Jerichow I eingegliedert. 1834 erwarb der Magdeburger Unternehmer Johann Gottlob Nathusius Gut und Schloss, nach dessen Tod übernahm sein Sohn, der Landwirt und Wissenschaftler Wilhelm Engelhard von Nathusius beides. Die Anlage blieb bis 1888 im Besitz der Nathusius. (Familienverein der Familien von Nathusius und Nathusius e. V.), abgerufen am 3. Januar 2016.

Um 1880 wurde die durch Neu Königsborn führende Chaussee von Magdeburg nach Zerbst ausgebaut und 1874 wurde der Königsborner Bahnhof an der Strecke Magdeburg – Zerbst eingeweiht. Königsborn wurde damit allerdings später als andere Orte der Region an das damalige Eisenbahnnetz angeschlossen. Im selben Jahr wurde auch die Bundesstraße 184, die einen ähnlichen Verlauf wie die Bahnstrecke hat, fertiggestellt. Die eigentliche Dorfsiedlung entstand aber erst nach dem Ersten Weltkrieg. Einen entscheidenden Anteil an der Schaffung von Wohnraum hatte der damals in Königsborn ansässige Bauunternehmer und Architekt Wilhelm Meimart.

Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Königsborn in eine Landgemeinde Königsborn umgewandelt.

Der Ortsteil Alt Königsborn wurde in seiner Geschichte durch die Nähe zu den Flüssen Elbe und Ehle häufiger durch Hochwassersituationen bedroht. Hier sind vor allem historische Pegelstände aus den Jahren 1940/41, 1954 und 2002 zu erwähnen.

Während des Nationalsozialismus war ab 1935 in Königsborn das Heerespanzerzeugamt angesiedelt. Es wurde am 28. Mai 1944 von Verbänden der United States Army Air Forces bombardiert und zerstört. Bei dem Luftangriff auf Magdeburg am 16. Januar 1945 wurde auch Königsborn getroffen.

Tiefgreifend waren die Veränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg: Am 5. Mai 1945 wurde Königsborn von den sowjetischen Truppen auf ihrem Marsch gegen Magdeburg überrollt. Das Schloss in Neu Königsborn wurde zu einem Altersheim. Der noch intakte Teil des vormaligen Heerespanzerzeugamtes wurde von der Roten Armee genutzt, während der zerstörte der Deutschen Reichsbahn zur Verfügung gestellt wurde. Teile der Barackenkomplexe wurden von Hermann Kleist für Holzbauten und Zimmereien verwendet. Durch die Bevölkerungszunahme nach dem Krieg wurde der gemeinsam mit der Nachbargemeinde Menz genutzte und auch dort befindliche Friedhof zu klein. Deswegen wurde ein eigener geschaffen, auf dem 1947 die ersten Bestattungen vorgenommen wurden. Eine dazugehörige Kapelle wurde Weihnachten 1951 eingeweiht. Mit der DDR-Gebietsreform von 1952 kam Königsborn zum Kreis Burg. Ab 1953 wurden die landwirtschaftlichen Flächen des Ortes genossenschaftlich genutzt und gingen später in die Groß-LPG „Ernst Thälmann“ ein. 1959 erhielt Königsborn die jährlich vergebene Auszeichnung „Schönstes Dorf im Bezirk Magdeburg“.

Seit 1990 gehörte Königsborn zum Landkreis Burg, der sich 1994 mit dem Landkreis Genthin zum Landkreis Jerichower Land vereinigte. Die Landwirtschaft liegt jetzt in den Händen einer Agrargenossenschaft. Daneben betreiben Händler für Natur- und Kunststeine, Autos und Reifen und eine Firma für Metallkonstruktionen, eine Sandstrahlfirma und eine für Rollläden ihr Gewerbe. Seit 1994 betreibt die Deutsche Bahn in Königsborn ein Schulungszentrum für den Fachbereich Eisenbahnbau. Das Schloss von Alt Königsborn ist aus dem Ortsbild verschwunden; denkmalgeschützte Tonnengewölbe des ursprünglichen Schlosses befinden sich im Bereich des Kulturhauses. Das Schloss in Neu Königsborn steht leer und ist dem Verfall preisgegeben. Die ehemaligen Bauernhäuser haben das Aussehen von Eigenheimen angenommen, etliche Einfamilienhäuser sind hinzugekommen.

2017 wurde das Schloss Neu Königsborn umfassend saniert. Es wurden Teilmaßnahmen durchgeführt, um das denkmalgeschützte Gebäude weiterhin zu erhalten und für die Öffentlichkeit begehbar zu machen.

Von 2005 bis 2009 gehörte Königsborn der Verwaltungsgemeinschaft Biederitz-Möser mit Sitz in Möser an. Bis zum 31. Dezember 2009 war Königsborn eine selbstständige Gemeinde. Am 1. Januar 2010 wurde Königsborn in die Einheitsgemeinde Biederitz eingegliedert.StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010

Politik Bürgermeister Der letzte Bürgermeister der Gemeinde Königsborn war Hilmar Graßhoff und der erste Ortsbürgermeister der Gemeinde Biederitz Ortsteil Königsborn.

Wappen

Flagge Die Flagge ist weiß - blau (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mit dem mittig aufgelegten Wappen belegt.

Landwirtschaft mini|Königsborner Bahnhof mini|Die Strohmühle 2004 vor dem Teilabriss mini|Die Möckerner Straße um 1930 mini|Erste Kinderkrippe des Dorfes mini|Das Kulturhaus 2005

Königsborn war in seiner Geschichte immer von der Landwirtschaft geprägt. So wurde hier 1863/64 der erste Dampfpflug Preußens getestet. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gab es hier mit der Familie Otto Düben eine erfolgreiche Pferde- und Rinderzucht. Als das Rittergut 1905 zum Verkauf stand, war es wirtschaftlich sehr erfolgreich. Es umfasste zu dieser Zeit 500 Hektar und wurde von der Familie August Naue erworben.