Wie das Meerwasser salzig wurde ist ein aramäisches Märchen (AaTh 565: Wundermühle).Werner Arnold (Samml., Übers. und Hrsg.): Die Märchen der Weltliteratur – Aramäische Märchen. Eugen Diederichs Verlag, München 1994, S. 9–13, 258.
Handlung Ein armer Mann fand an einer Höhle einen wundertätigen Mahlstein, der Dinge wie Nschifa, Brot und Geld vermehren konnte. Seine Familie wurde daraufhin reich, doch die Dorfbewohner fürchteten seine zukünftige Macht und so beschlagnahmten sie sein gesamtes Vermögen. Einzig den Mühlstein behielt der Mann und so zog er zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern in einen anderen Ort, doch dort widerfuhr ihm erneut dasselbe. Also beschlossen sie, nach Amerika auszuwandern. Unterwegs, auf dem Dampfschiff, ging in der Küche jedoch das Salz aus, woraufhin der Mann sich anbot etwas davon zu besorgen. Er stieg also hinab in den Bauch des Schiffes und ließ sich dort von dem Mahlstein etwas Salz mahlen, vergaß beim Gehen jedoch den Mahlstein anzuhalten und so mahlte dieser Salz, bis das Schiff unterging. Auch heute noch mahlt er vor sich hin und deswegen ist das Meerwasser salzig.
Hintergrund Das Märchen wurde in Werner Arnolds Das Neuwestaramäische IV (Wiesbaden 1991, S. 108) veröffentlicht und erhielt im Deutschen den Titel Wie das Meerwasser salzig wurde. Erzählt wurde es von einem Beamten und Bauern namens Mṭānyus Mcallmōna.
Nschifa ist gekochter Weizen, der anschließend getrocknet und gemahlen wird. Da um 1900 viele Aramäer nach Amerika ausgewandert sind, von denen einige sehr reich geworden sein sollen, worüber heute noch erzählt wird, vermutet Arnold, dass die Familie in dieser Geschichte deshalb nach Amerika auswandert.
Verglichen werden kann Der süße Brei der Brüder Grimm.
Literatur Werner Arnold (Samml., Übers. und Hrsg.): Die Märchen der Weltliteratur – Aramäische Märchen. Eugen Diederichs Verlag, München 1994, S. 9–13, 258.
Einzelnachweise
Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Aramäisch) Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Märchen Kategorie:Salz in der Kultur