Die Matses-Großohrblattnase (Micronycteris matses) ist ein Fledertier in der Unterfamilie der Lanzennasen innerhalb der Familie der Blattnasen. Das Tier war bis 2019 nur vom Typusexemplar und von wenigen anderen Individuen bekannt. Diese wurden in der Provinz Loreto im östlichen Peru gefunden. Der Artzusatz im wissenschaftlichen Namen und der deutsche Name geben die Bezeichnung des in der Region ansässigen indigenen Volkes wider.
Merkmale Diese Fledermaus ist für ihre Gattung mittelgroß und erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 50 bis 55 mm, eine Schwanzlänge von 13 bis 17 mm und ein Gewicht von 8,5 bis 14 g. Sie hat 37,5 bis 39,5 mm lange Unterarme, Hinterfüße von etwa 12 mm Länge und 21,5 bis 23 mm lange Ohren. Das Fell hat am ganzen Körper eine dunkelbraune Farbe. Dabei sind die Haare im ersten Viertel an den Wurzeln weiß und dann dunkelbraun. Bei anderen Gattungsmitgliedern sind mindestens ein Viertel bis die Hälfte weiß. Am Kopf sind die großen abgerundeten Ohren auffällig, die durch ein Hautband auf der Stirn verbunden sind. Die Flughaut trägt an den ersten drei Fingern bis zu 3 mm lange Haare. Am Fuß befindet sich ein Fersensporn (Calcar), der länger als dieser ist. Die Art hat, wie andere Gattungsvertreter einen langgestreckten Schnauzenteil am Schädel. Die prämolaren Zähne sind wie bei der Haarigen Großohrblattnase geformt. Die Zahnformel lautet I 2/2, C 1/1, P 2/3, M 3/3.
Verbreitung und Lebensweise Soweit bekannt wird Hügelland zwischen 150 und 200 Meter Höhe bewohnt. In der Region wachsen tropische Regenwälder, in denen starke Winde kleine offene Stellen verursacht hat. Die nachtaktive Fledermaus ruht am Tage in Erdhöhlen, die zwischen Wurzeln entstanden sind oder von anderen Tieren, wie Gürteltieren geschaffen wurden. Diese Erdlöcher werden auch von der Blassflügel-Hundskopffledermaus (Peropteryx pallidoptera) und der Seidigen Kurzschwanzblattnase genutzt. Andere Arten der Gattung Micronycteris suchen dagegen eher Baumhöhlen und Löcher in verrottenden Holzklötzen auf. Zur Nahrungswahl und zur Fortpflanzung gibt es keine Informationen, auch wenn Insekten als Beute angenommen werden.
Gefährdung Für den Bestand sind keine Bedrohungen bekannt. Da die Bedürfnisse der Art nicht ausreichend erforscht sind und die Populationsgröße unbekannt ist, wird die Matses-Großohrblattnase von der IUCN mit unzureichende Datenlage (data deficient) gelistet.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Blattnasen Kategorie:Endemisches Tier Perus