Arnold Heinrich Cramer von Clausbruch, mit vollem Namen Johann Arnold Heinrich Cramer von Clausbruch (* 9. August 1720 in Köln; † 12. Dezember 1792 in Wetzlar), war von 1759 bis zu seinem Tod Assessor (Richter) am Reichskammergericht.Jahns, Teil 2, Band 1, S. 138.

Herkunft und Familie Der Vater war Johann Melchior Cramer von Clausbruch (1680–1740), ebenfalls Assessor am Reichskammergericht, die Mutter Anna Maria Seraphina, geborene von Solemacher (1695–1734).Jahns, Teil 2, Band 1, S. 138.

1750 heirateten Arnold Heinrich Cramer von Clausbruch und Anna Gertrud Ursula Stoll.Jahns, Teil 2, Band 1, S. 138. Ihr Vater, Dr. jur. Johann Apollonaris Stoll, war ebenfalls Jurist, kurkölnischer Hofrat und Syndikus des Kölner Domstifts.Jahns, Teil 2, Band 1, S. 138. Aus der Ehe gingen eine Reihe Kinder hervor, darunterJahns, Teil 2, Band 1, S. 139.: Josepha Maria Ursula Gertrud Walpurgis (1751–nach 1795). Sie heiratete Heinrich Ludwig Karl von Gebler (1724–1782), ebenfalls Assessor am Reichskammergericht. Peter Joseph Franz Xaver Johann Nepomuk (1752–1820), unter anderem Domherr in Köln und Präsident des Kölner Offizialats. Johann Friedrich Joseph Anton (1754–1792), wurde 1781 vom Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis für eine Assessoren-Stelle präsentiert, verzichtete aber 1783 darauf.Jahns, Teil 2, Band 2, S., S. 1173–1183.

Ausbildung Arnold Heinrich Cramer von Clausbruch begann sein Studium 1735 an der Universität Heidelberg, wo er im Folgejahr den „Bacc. Phil.“ erwarb. Dem schloss sich ein fünfjähriges Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg und an der Universität Köln an. Im Zuge seiner Studien absolvierte er auch ein Privatkolloquium zu den Institutiones Iustiniani bei dem Advokaten und Prokurator am Reichskammergericht Johann Werner in Wetzlar und Praktika bei einem Anwalt in Köln und beim Syndikus der Stadt. Das Studium beendete er ohne formalen Abschluss.Jahns, Teil 2, Band 1, S. 140.

Wirken Ab 1745 war Arnold Heinrich Cramer von Clausbruch zunächst Appellationsgerichtskommissar des weltlichen Hofgerichts in Köln. 1749 wechselte er als Hofrat nach Bonn.Jahns, Teil 2, Band 1, S. 141.

Nachdem Ende 1755 der Inhaber des kurkölnischen Assessorats am Reichskammergericht, Gerhard Georg Wilhelm von Vogelius, gestorben war, schlug Kurfürst Clemens August dem Reichskammergericht 1756 Arnold Heinrich Cramer von Clausbruch als Nachfolger vor. Jahns, Teil 2, Band 1, S. 141. Da dieser weder die vier adeligen Ahnen noch eine Promotion aufweisen konnte, fehlten ihm die formalen Voraussetzungen für eine Ernennung, wie sie die Kammergerichtsordnung vorschrieb. Er berief sich darauf, dass ja auch schon sein Vater Reichskammergerichts-Assessor gewesen war.Der Vater hatte allerdings einen „Dr. jur.“ erworben (Jahns, Teil 2, Band 1, S. 128). Dieser Argumentation folgte das Reichskammergericht und kam damit gegenüber der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Kammergerichtsordnung gewandelten gesellschaftlichen Vorstellungen im 18. Jahrhundert nach.Vgl. dazu: Jahns, Teil 2, Band 2, S., S. 646ff. Noch zwei weitere derartige Fälle aus dem 18. Jahrhundert sind bekannt.Sie betreffen den Assessor Friedrich Joseph Schmitz zu Grollenburg und Philipp Ernst von Reuß zu Haberkorn, der aber vor Abschluss des Berufungsverfahrens verstarb (Jahns, Teil 2, Band 1, S. 143). Das Reichskammergericht verzichtete so auf eine Promotion von Arnold Heinrich Cramer von Clausbruch. Die Zweite Wetzlarer Reichskammergerichtsvisitation erklärte das allerdings 1770 für künftige Fälle als rechtswidrig. Jahns, Teil 2, Band 1, S. 141. Das Berufungsverfahren für Arnold Heinrich Cramer von Clausbruch dauerte knapp drei Jahre. Am 5. Februar 1759 leistete er den Amtseid. Jahns, Teil 2, Band 1, S. 141. Arnold Heinrich Cramer von Clausbruch war Assessor bis zu seinem Tod 1792.Jahns, Teil 2, Band 1, S. 138.

Literatur Sigrid Jahns: Das Reichskammergericht und seine Richter. Verfassung und Sozialstruktur eines höchsten Gerichts im Alten Reich (= Friedrich Battenberg, Albrecht Cordes, Ulrich Eisenhardt, Peter Oestmann, Wolfgang Sellert (Hg.): Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, Band 26), Böhlau, Köln u. a. Teil 1: Darstellung, 2011. ISBN 978-3-412-06403-7 Teil 2 (2 Bände): Biografien, 2003, ISBN 3-412-06503-X

Anmerkungen

Einzelnachweise

Arnold Heinrich Kategorie:Richter (Reichskammergericht) Kategorie:Person (Kurköln) Kategorie:Person (Köln) Kategorie:Person (Bonn) Kategorie:Person (Wetzlar) Kategorie:Geboren 1720 Kategorie:Gestorben 1792 Kategorie:Mann