Arrangement in Grau und Schwarz: Porträt der Mutter des Künstlers (englisch: Arrangement in Grey and Black: The Artist’s Mother) ist eines der bekanntesten Gemälde des amerikanischen Künstlers James Abbott McNeill Whistler. Der geläufige englische Titel des Bildes ist Whistler’s Mother (deutsch: Whistlers Mutter).
Provenienz 1891 erwarb das Musée du Luxembourg das Gemälde vom Künstler. Es verblieb dort von 1891 bis 1922. Von 1922 bis 1925 wurde es in der Galerie du Jeu de Paume des Louvre gezeigt, und von 1925 bis 1986 im Louvre selbst. Seit 1986 befindet es sich im Musée d’Orsay.
Beschreibung Das Porträt stellt Whistlers Mutter dar und wurde 1871 im Format 144,3 × 162,4 cm mit Öl auf Leinwand gemalt.
Es zeigt Whistlers Mutter Anna Matilda McNeill Whistler (1804–1882) im Alter von 67 Jahren. Sie ist im Ganzkörperprofil auf einem Stuhl sitzend dargestellt. Die trägt ein bodenlanges schwarzes Kleid, Halsausschnitt und Ärmelenden sind mit einem leichten weißen Volant eingefasst. Den Kopf bedeckt eine weiße Haube, deren breite Bänder über ihre Schultern fallen. Die Hände ruhen im Schoß und halten ein weißes Taschentuch. Die Füße stützt sie auf eine schlichte Fußbank.
Geschichte Die 67-jährige Anna McNeill Whistler saß während ihres Aufenthaltes in London Modell für dieses Bild. Angeblich wollte Whistler seine Mutter ursprünglich stehend darstellen, was ihr aber zu beschwerlich war. Entstanden ist es im Sommer 1871 in Whistlers Atelier in der Lindsey Row Nr. 2 in London. mini|Arrangement in Grau und Schwarz, Nr. 2 (Thomas Carlyle)
Ein weiteres Porträt aus der „Arrangements“-Serie zeigt den schottischen Essayisten und Historiker Thomas Carlyle, der – nachdem er das Bild gesehen hatte – bereit war, für ein ähnliches Porträt Modell zu sitzen.
Erstmals öffentlich gezeigt wurde Whistlers Mutter 1872 auf der 104th Exhibition of the Royal Academy of Arts in London.Arrangement en gris et noir n°1, Exhibitions, Musée d’Orsay, abgerufen am 29. Juni 2026 In den USA wurde das Bild zum ersten Mal 1882 im Rahmen der Ausstellung Exhibition of Paintings by American Artists at Home and in Europe in der Pennsylvania Academy of the Fine Arts in Philadelphia gezeigt.
Bekanntheit durch andere Medien mini|„Mothers’ Memorial“ in Ashland Das Bild ist besonders im angelsächsischen Kulturkreis sehr bekannt und wird immer wieder zitiert. Beispiele sind:
Die 1938 eingeweihte große bronzene Statue „Mothers’ Memorial“ („Mütterdenkmal“) in Ashland (Pennsylvania) ist dem Gemälde nachempfunden. Im Film Der Windhund und die Lady von 1947 soll ein attraktives Werbephoto aufgenommen werden, mit einer jungen Frau, nackt im halb durchsichtigen Kleid. Sie ist empört über die Zumutung, so dass ihr Agent auf eigenes Risiko ein langes Abendkleid vorschlägt. Der Auftraggeber tobt deswegen mit dem Agenten; statt eines Pin-up-Girls brächte er Whistler's Mother. Das Bild dient hier als Symbol für Alter und Farblosigkeit. Im Film Der Glückspilz von 1966 hängt eine Kopie des Bildes im Apartment des Harry Hinkle, der von Jack Lemmon gespielt wird. Im Film Batman von 1989 ist das Bild kurz in einem Kunstmuseum zu sehen und wird neben anderen Bildern vom Joker und seinen Vasallen mit Farbe bespritzt. Im Film Die nackte Kanone 2½ von 1991 besitzt die Figur Dr. Meinheimer ein Muttermal in Form von Whistler’s Mother (“a mole shaped like Whistler’s Mother”). Da der Bekanntheitsgrad des Porträts in Deutschland offensichtlich zu gering erschien, wurde in der deutschen Synchronisation daraus nur „ein Muttermal in Form einer dicken Frau“. Im Film Bean – Der ultimative Katastrophenfilm von 1997 ist das Bild ein Hauptbestandteil der Handlung, bei der gezeigt wird, wie Mr. Bean das Bild versehentlich beschädigt und vergeblich versucht, den Schaden wieder zu beheben. Bei der anschließenden Präsentation des „Gemäldes“ hält er eine improvisierte, aber gelungene Laudatio auf den Künstler und das Gemälde. Im Film I Am Legend aus dem Jahr 2007 ist eine Kopie des Bilds in einer schnellen Szene im Treppenhaus des Protagonisten Robert Neville (gespielt von Will Smith) zu sehen (Blu-ray-Zeitcode 1:24:07, DVD-Zeitcode 1:21:18). Im Film The Rocky Horror Picture Show ist das Bild ebenfalls zu sehen. Der Kriminologe zeigt im Song Eddies Teddy auf das an der Wand hängende Bild, als er erzählt, welche Sorgen Eddy seiner Mutter bereitet hat. Im Film Die Addams Family in verrückter Tradition aus dem Jahr 1993 sieht man das Bild direkt am Anfang (Zeitcode 1:20). In einer Episode der Simpsons (Staffel 20, Titel: Ja, diese Biene, die ich meine, die heißt Monty) beschießt ein Milliardärsclub um Mr. Burns das Gemälde mit Pfeil und Bogen. Im Film Dinner für Spinner von 2010 zeigt Berry, nachdem er von Tim überfahren worden ist, eine Auswahl von berühmten Gemälden, die er mit präparierten Mäusen nachgemacht hat. Darunter befindet sich auch Whistlers Mutter.
Weblinks
James Abbott McNeill Whistler: Portrait of the Artist’s Mother auf der Webseite des Musée d’Orsay Daniel E. Sutherland: Whistler's mother: portrait of an extraordinary life, New Haven, London: Yale University Press, 2018. Grischka Petri: Whistlers „Arrangement in grey and black: Portrait of the painter's mother“: Meisterwerk zwischen Karriere und Kritik, in: Kristin Marek, Martin Schulz (Hg.): Kanon Kunstgeschichte: Einführung in Werke, Methoden und Epochen, Bd. Bd. 3: Moderne. Paderborn 2015, S. 113–131. Daniel W. Barefoot: Whistler's Mother. Eintrag in NCpedia, 2006.
Einzelnachweise
Kategorie:Gemälde (19. Jahrhundert) Kategorie:Frauenporträt Kategorie:Musée d’Orsay Kategorie:Werk der Porträtmalerei Kategorie:Gemälde von James McNeill Whistler