Die Beziehungen zwischen Israel und Kolumbien sind die diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Kolumbien, die Mitte der 1950er Jahre offiziell aufgenommen wurden.

Geschichte Im Jahr 1947 empfahl die Generalversammlung der Vereinten Nationen in ihrer Resolution 181 während einer Sitzung die Teilung des britischen Mandatsgebiets Palästina in einen jüdischen und einen arabischen Staat. Kolumbien enthielt sich der Stimme.

Im Februar 1949 anerkannte Kolumbien den Staat Israel und beide Staaten nahmen 1953 offiziell diplomatische Beziehungen auf. Nach dem Suezkrieg von 1956 richtete die UNO die multinationale United Nations Emergency Force (UNEF) ein, die zur Friedenssicherung auf der Sinai-Halbinsel eingesetzt werden sollte. Kolumbien spielte eine aktive Rolle in der Beratungskommission, die die neue Truppe, die als „Blauhelme“ bezeichnet wurde, beaufsichtigte, und stellte von 1956 bis 1958 Truppen zur Verfügung.

Die bilateralen Beziehungen zwischen Kolumbien und Israel entwickelten sich über die Jahre zu einer starken Partnerschaft, so dass Kolumbien als einer der wichtigsten Verbündeten Israels in der Region angesehen wurde und Israel als engster Freund und Partner Kolumbiens im Mittleren Osten. Zu Beginn des neuen Jahrtausends entwickelte sich die Partnerschaft zwischen Israel und Kolumbien weiter, insbesondere im Hinblick auf gemeinsame Interessen im Kampf gegen den Terrorismus. Sie entwickelte sich zu einem vielschichtigen Austausch, der Handel, Kultur, Bildung, Innovation, Unternehmertum und einen sich vertiefenden politischen Dialog umfasste.

Wirtschaftliche Kooperation Im Jahr 1988 wurde ein wichtiges Handelsabkommen zwischen Israel und Kolumbien unterzeichnet, wonach Israel in den nächsten vier Jahren zwei Millionen Tonnen Kohle im Wert von 100 Millionen US-Dollar importieren werde und Kolumbien im Gegenzug Flugzeuge und andere Produkte der Luftfahrtindustrie im Wert von etwa 250 Millionen US-Dollar importieren werde.DEVELOPMENTS IN THE TRADING SYSTEM APRIL 1988 - AUGUST 1988, abgerufen am 4. April 2026 Am 10. Juni 2013 wurde ein Freihandelsabkommen für zunächst 15 Monate unterzeichnet, welches 2020 schließlich durch Kolumbien ratifiziert wurde. Dieses Abkommen senkte die Zölle auf Industrie- und Agrarprodukte zwischen den beiden Ländern und ermöglicht es israelischen Unternehmen und Privatpersonen, leichter in die kolumbianische Wirtschaft zu investieren, die als eine der stärksten in Südamerika galt.

Die israelischen Exporte nach Kolumbien beliefen sich 2012 auf insgesamt rund 143 Millionen US-Dollar und bestanden hauptsächlich aus Kommunikationsgeräten, Maschinen, elektrischen und mechanischen Geräten sowie chemischen Erzeugnissen.

Darüber hinaus war Kolumbien Israels wichtigster diplomatischer Partner in der Region und nach Brasilien der zweitgrößte Handelspartner in Südamerika.

Militärische Kooperation Die militärische Zusammenarbeit zwischen Israel und Kolumbien begann bereits in den 1950er Jahren. Kolumbien lieferte dem jungen Staat Israel Waffen, als Waffenembargos gegen den jüdischen Staat die Regel waren. Eine offene militärische Zusammenarbeit zwischen Israel und Kolumbien begann Anfang der 1980er Jahre, als die kolumbianische Regierung einen Vertrag mit Israel Aircraft Industries (IAI) unterzeichnete, um Wartungsleistungen für Kolumbiens veraltete Flotte von Kampfflugzeugen bereitzustellen. Über Jahrzehnte hinweg führte die militärische Zusammenarbeit zu einem kontinuierlichen Transfer von Technologie, Ausbildung und Ausrüstung, wodurch die Verteidigungs- und Nachrichtendienstkapazitäten der kolumbianischen Streitkräfte gestärkt wurden. Kolumbien kaufte Flugzeuge, Drohnen, Waffen und Geheimdienstsysteme von Israel. Die engen Beziehungen Kolumbiens zu Israel wurden von einigen als Methode gesehen, dem wachsenden Einfluss Irans entgegenzuwirken.

Unterbrechung der diplomatischen Beziehungen Im Jahr 2023, infolge der Verschärfung des Israel-Palästina-Konflikts, kündigte Israel aufgrund der Haltung des kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro eine teilweise Aussetzung militärischer Exporte nach Kolumbien an. Am 1. Mai 2024 kündigte Petro in einer Pressemitteilung an, dass er die diplomatischen Beziehungen zu Israel abbrechen werde, die Handels- und Konsularbeziehungen jedoch aufrechterhalte. Im Juni desselben Jahres reise Gali Dagan, der israelische Botschafter in Kolumbien, nach Israel zurück. Die kolumbianische Botschafterin in Tel Aviv, Margarita Manjarrez, die am 31. Oktober 2023 zur Konsultation zurückgerufen worden war, kehrte nicht mehr nach Israel zurück.

Siehe auch

Internationale Anerkennung Israels

Weblinks

Colombia Virtual Jewish History Tour

Einzelnachweise

Kategorie:Israelisch-kolumbianische Beziehungen