Shelly Kittleson ist eine US-amerikanische Journalistin, die aus Afghanistan, Irak und Syrien berichtet. Am 31. März 2026 wurde sie in Bagdad entführt und ihr Aufenthaltsort war unbekannt. Nach Angaben irakischer Regierungsvertreter sei sie am 7. April 2026 wieder freigekommen, während im Gegenzug mehrere im Irak festgesetzte Mitglieder der irakischen Miliz Kataib Hisbollah freilassen wurden.Irakische Regierung: Entführte US-Journalistin Shelly Kittleson wieder frei in Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 8. April 2026

Leben Kittleson wuchs im ländlichen Wisconsin in einfachen Verhältnissen auf. Im Jahr 1995 verließ sie im Alter von 19 Jahren die Vereinigten Staaten und zog nach Italien, wo sie zur Schule ging und als Kinderbetreuerin und Englischlehrerin arbeitete. Zum Journalismus fand sie auch über die von ihrer Großmutter gesammelten Hefte des National Geographic. Sie lebte über Jahre im Nahen Osten, pflegte enge Kontakte nach Bagdad und war zuletzt in Rom ansässig.

Wirken Nach Anfängen in Afghanistan war Kittleson ab 2010 journalistisch tätig. Für den italienischen Sender RAI produzierte sie in Afghanistan Radiodokumentationen; später erschienen ihre Arbeiten in mehreren US-amerikanischen, italienischen und internationalen Medien, darunter Al-Monitor und Foreign Policy. Im Jahr 2012 reiste sie erstmals nach Syrien; in den folgenden Jahren berichtete sie wiederholt direkt aus Kriegs- und Frontgebieten in Syrien und im Irak, darunter aus oppositionell kontrollierten Gebieten und von Einsätzen der Peschmerga. Sie konzentrierte sich vor allem auf Sicherheit, Konflikt- und Nachkriegslagen im Nahen Osten und in Afghanistan; für Al-Monitor berichtete sie aus Bagdad und über irakische Politik. Für ihre Berichterstattung aus Kriegsgebieten wurde sie ausgezeichnet.

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